Studie: Temu und Shein kosten deutschen Handel Milliarden
Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft beziffert den Schaden durch chinesische Onlineplattformen auf 2,5 Milliarden Euro jährlich. Über 40.000 Arbeitsplätze sollen bereits verloren gegangen sein.
Der deutsche Einzelhandel verliert durch die chinesischen Onlinehändler Temu und Shein erhebliche Umsätze. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft im Auftrag des Handelsverbands Deutschland. Demnach entgehen dem Einzelhandel jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro, während der gesamtwirtschaftliche Schaden sogar auf das Doppelte geschätzt wird – also rund fünf Milliarden Euro jährlich.
Die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt sind massiv: Bereits über 40.000 Jobs sind der Studie zufolge verloren gegangen, der Großteil davon im Einzelhandel. Besonders deutlich wird dies bei den Steuerzahlungen: Bund, Länder und Kommunen fehlen dadurch bis zu 420 Millionen Euro jährlich. Grundlage der Analyse ist eine Befragung von 4.000 Verbrauchern, wonach rund die Hälfte der Temu- und Shein-Käufer diese Produkte sonst im deutschen Einzelhandel erworben hätte.
Die EU-Kommission reagiert mit strengeren Regelungen: Ab November gilt eine neue Bearbeitungsgebühr für Importe, ab Juli kostet jedes Paket bis 150 Euro bereits drei Euro Einfuhrabgabe. Parallel laufen Untersuchungen gegen beide Plattformen wegen möglicher Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste. Temu und Shein weisen die Vorwürfe zurück und verweisen auf ihre Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen.