IWF fordert Rentenreformen für Deutschland
Der Internationale Währungsfonds empfiehlt der Bundesregierung, die Rentenerhöhungen an die Inflation statt ans Lohnwachstum zu koppeln. Auch kritisiert die Institution geplante Steuersenkungen für die Gastronomie.
Der Internationale Währungsfonds hat sich in die laufende deutsche Rentendebatte eingemischt und konkrete Reformvorschläge vorgelegt. Kern der Empfehlung: Statt die Renten künftig am Lohnwachstum auszurichten, sollten sie sich an der Inflationsentwicklung orientieren. Da die Inflation in Deutschland historisch unter dem Lohnwachstum lag, würde dies zu langsameren Rentensteigerungen führen – mit stärkeren Auswirkungen auf Personen mit höheren Einkommen, die länger leben.
Insgesamt bewertet der IWF die deutsche Wirtschaftslage vorsichtig optimistisch. Für 2025 erwartet die Institution 0,2 Prozent Wachstum, für die kommenden Jahre wird mit einer graduellen Beschleunigung gerechnet. Die geplante Lockerung der Schuldenbremse wird als notwendiger Impuls bewertet – allerdings unter einer wichtigen Bedingung: Die zusätzlichen Mittel müssen sinnvoll eingesetzt werden. Hier zeigt sich der IWF skeptisch gegenüber manchen Regierungsplänen.
Konkret kritisiert die Institution die geplante Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomie-Betriebe als ineffektiv und kostspielig. Stattdessen empfiehlt der IWF, beim Abbau von Ausnahmeregeln bei der Erbschaftsteuer voranzukommen und umweltschädliche Subventionen abzubauen. Zur Stärkung des Arbeitsmarkts werden zudem mehr Investitionen in Kinderbetreuung und Altenversorgung sowie eine Reform des Ehegattensplittings gefordert.