Forschungs-Schimpansin Ai in Japan gestorben
Die Schimpansin Ai konnte Buchstaben und Schriftzeichen erkennen und trug jahrzehntelang zu wichtigen wissenschaftlichen Studien bei. Jetzt ist sie mit 49 Jahren gestorben.
In Japan ist die berühmte Schimpansin Ai gestorben. Das Tier starb am 9. Januar an multiplem Organversagen, das mit ihrem fortgeschrittenen Alter zusammenhing. An der Universität Kyoto, wo Ai seit 1977 lebte, trauert man um eine Forschungspersönlichkeit mit außergewöhnlichen kognitiven Fähigkeiten.
Ai – der Name bedeutet auf Japanisch »Liebe« – war berühmt für ihre beeindruckende Intelligenz. Sie konnte das lateinische Alphabet erkennen und mehr als hundert japanische Schriftzeichen unterscheiden. In Experimenten bewies sie etwa, dass sie Farben korrekt zuordnen konnte: Wenn ihr auf einem Computerbildschirm ein Farbsymbol gezeigt wurde, wählte sie das entsprechende Farbfeld aus.
Über vier Jahrzehnte hinweg nahm Ai an wissenschaftlichen Untersuchungen teil, die sich mit Wahrnehmung, Lernfähigkeit und Gedächtnis befassten. Die Erkenntnisse aus ihrer aktiven Mitarbeit trugen erheblich zum Verständnis der Intelligenz von Primaten bei. Ihre Leistungen wurden in renommierten Fachmagazinen wie »Nature« dokumentiert und machten sie zu einer international bekannten Forschungspersönlichkeit.