Jemen-Konflikt: Wer sagt die Wahrheit?
Im Jemen-Krieg werfen sich alle Seiten gegenseitig Siege vor. Doch überprüfbar sind diese Behauptungen oft nicht. Eines ist sicher: Das Leiden geht weiter.
Die Kampfhandlungen im Jemen sind von einer dichten Nebelwand aus gegenseitigen Schuldzuweisungen und Siegesmeldungen umgeben. Huthi-Rebellen, die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung und die saudi-arabische Koalition – alle drei Seiten vermelden regelmäßig Erfolge und behaupten, dem Gegner schwere Schläge versetzt zu haben.
Das Problem: Für unabhängige Beobachter ist oft kaum nachzuprüfen, welche dieser Aussagen der Realität entsprechen. Propaganda durchzieht den Konflikt auf allen Ebenen, und verlässliche Informationen bleiben Mangelware. Verschiedene Interessengruppen berichten völlig unterschiedliche Versionen derselben Ereignisse.
Was sich hingegen eindeutig feststellen lässt: Die Kampfhandlungen zeigen keine Anzeichen für eine baldige Beendigung. Der Krieg, der bereits Hunderttausende Tote gefordert hat, setzt sich fort – während die Bevölkerung unter den Auswirkungen leidet und die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand bislang ohne Erfolg geblieben sind.