Zehn JVA-Beamte wegen Misshandlung angeklagt
Die Staatsanwaltschaft Augsburg erhebt Anklage gegen zehn ehemalige Mitarbeiter der JVA Gablingen. Ihnen wird vorgeworfen, Gefangene über zwei Jahre hinweg systematisch misshandelt zu haben.
In einem weiteren Schritt im Misshandlungsskandal der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen hat die Staatsanwaltschaft nun zehn ehemalige Beamte der Sicherungsgruppe angeklagt. Sie sollen zwischen Oktober 2022 und Oktober 2024 in 39 Fällen Straftaten begangen haben, darunter gefährliche Körperverletzung im Amt, Freiheitsberaubung und Nötigung. Betroffen sind insgesamt 35 Gefangene.
Laut Anklage sperrten die Beschuldigten Insassen willkürlich in gesicherte Hafträume ein, teilweise ohne sachlichen Grund oder durch provoziertes Verhalten. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Gefangenen gezielt Matratzen und Kleidung verweigert wurden – manche Personen verbrachten mehrere Tage und Nächte nackt auf dem blanken Boden. Ein Teil der Angeschuldigten soll auch an körperlichen Übergriffen in der JVA Neuburg-Herrenwörth beteiligt gewesen sein.
Die Anklagen liegen nun beim Landgericht Augsburg, das über ihre Zulassung entscheiden muss. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. Das Justizministerium München kündigte bereits Verbesserungen an – künftig darf die Unterbringung in Spezialzellen maximal 72 Stunden ohne richterliche Überprüfung dauern.