Kalifornien: Explosionsgefahr in in Chemietankt gebannt, doch 50.000 Menschen bleiben evakuiert

Kalifornien: Explosionsgefahr in in Chemietankt gebannt, doch 50.000 Menschen bleiben evakuiert

Die Geduldsprobe für Tausende Menschen in Südkalifornien geht weiter. Doch zumindest müssen sie keine Sorgen mehr haben, dass ihre Häuser bei einer möglichen Explosion Schaden nehmen. Ein Tank mit einer hochgiftigen und leicht entzündlichen Chemikalie auf einem Firmengelände südlich der US-Metropole Los Angeles macht den Behörden seit Tagen Sorgen – und hatte Zehntausende Anwohner aus ihren Häusern getrieben.

Seitdem am vergangenen Donnerstag austretender Dampf gesichtet wurde, war die Sorge vor einer Explosion des sich erhitzenden Tanks groß. Nun gibt es Anzeichen einer Entspannung. In der Nacht wurde mitgeteilt, dass rund 34.000 der 50.000 Evakuierten nach Hause zurückkehren könnten. Für den Rest geht das Warten weiter.

Nach Angaben der Feuerwehr des Bezirks Orange County konnte »die Gefahr einer chemischen Explosion beseitigt« werden. »Der Tank hat Druck abgelassen«, sagte Einsatzleiter Craig Covey in einem Video auf dem X-Account der Feuerwehr Orange County. Es blieb zunächst unklar, ob damit jegliche Explosionsgefahr gebannt sein könnte.

Feuerwehrleute kühlen den Tank mit Wasser (am 22. Mai)

Feuerwehrleute kühlen den Tank mit Wasser (am 22. Mai)


Foto: Jeff Gritchen / The Orange County Register / AP

Die Temperatur der Chemikalie namens Methylmethacrylat habe sich stabilisiert und sinke. Ein Riss im Tank hatte zuvor Hoffnung darauf gemacht, dass der Tank Druck im Innern abbauen könnte (mehr dazu hier). »Das sind unglaublich positive Nachrichten«, sagte Covey.

Einsatzkräfte hatten in der Nacht zum Montag weiter den Tank inspiziert, den Riss bestätigt und festgestellt, dass die Temperatur von 100 Grad Fahrenheit (etwa 37,7 Grad Celsius) auf 93 Grad Fahrenheit (etwa 33,9 Grad Celsius) gesunken war. Die »Wohlfühltemperatur« von Methylmethacrylat liege bei 50 Grad Fahrenheit, sagte Covey dem US-Sender CNN zufolge.

Die Feuerwehr des Bezirks Orange County ist seit Tagen im Einsatz. Maßnahmen wie das Abkühlen des Tanks von außen mit Wasser, mit dem ein Überhitzen und Explodieren verhindert werden soll, hatten nichts gebracht. Im Gegenteil: Die Temperatur der Chemikalie war kontinuierlich gestiegen.

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Etwa 50.000 Menschen, die in der sogenannten Gefahrenzone rund um den Ort Garden Grove leben, mussten ihre Häuser verlassen und verbrachten das Wochenende in Hotels, bereitgestellten Notunterkünften oder gar in ihren Autos. Laut US-Medienberichten fürchteten sie nicht nur um ihre Häuser, sondern fragten sich auch, wann und ob sie überhaupt zurückkehren können. Diese Fragen werden nun beantwortet.

Notstand für die Region ausgerufen

Obwohl die Gefahr einer chemischen Explosion auch laut Feuerwehr-Interimschef TJ McGovern »vom Tisch« sei, seien die Evakuierungszonen teils weiter in Kraft. McGovern und Covey sprachen im Zusammenhang mit der chemischen Explosion von einer sogenannten BLEVE, einer »Boiling Liquid Expanding Vapor Explosion«, auf Deutsch in etwa die »Explosion siedender Flüssigkeiten mit expandierendem Dampf«.

Auch ein Leck würde große Gefahren bergen, da die Chemikalie namens Methylmethacrylat leicht entflammbar ist und überdies Umweltschäden verursachen könnte, wie die Feuerwehr Orange County in einem von Medien aufgegriffenen Gefahrenszenario schreibt.

Angesichts der gefährlichen Lage hatte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am Samstag den Notstand für den betroffenen Bezirk im Orange County ausgerufen. Damit kann der Bundesstaat jetzt auf mehr Hilfe und Geld der US-Regierung in Washington hoffen.

Der etwa 34.000 Gallonen (etwa 129.000 Liter) fassende Tank soll bis zu 7000 Liter Methylmethacrylat enthalten. Bei Kontakt mit der Chemikalie kann es zu Atemwegsproblemen sowie zu Reizungen der Haut und der Augen kommen, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf die Umweltschutzbehörde EPA schreibt.

Das Unternehmen GKN Aerospace in Garden Grove, auf dessen Firmengelände der Tank zusammen mit anderen steht, bedauert den Vorfall Medienberichten zufolge und hat sich bei den Einwohnern für die entstandene Unsicherheit entschuldigt. Man werde alles Erdenkliche tun und mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Gefahr abzuwenden, hieß es in einer Mitteilung.

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