Kennedy Center: Washington National Opera beendet Partnerschaft wegen neuem Geschäftsmodell

Kennedy Center: Washington National Opera beendet Partnerschaft wegen neuem Geschäftsmodell

Die Washington National Opera will ihre Aufführungen aus dem Kennedy Center abziehen. Man habe »die schwierige Entscheidung getroffen«, die langjährige Verbindung mit der Kultureinrichtung zu beenden, heißt es in einer Erklärung  der Einrichtung. Stattdessen werde man die Aufführungen an neue Veranstaltungsorte verlegen, um wieder »vollständig unabhängig« zu sein.

Trump hatte das Kennedy Center nach seinem Amtsantritt im Januar als »woke« angeprangert. Er setzte einen Gefolgsmann als Präsidenten ein, den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Zudem besetzte Trump das Direktorium neu und ließ sich selbst zum Vorsitzenden wählen.

Vermeintlich »linke« Programminhalte wurden in der Folge gestrichen und durch »patriotische« ersetzt. Zahlreiche Künstler sagten seitdem Auftritte ab. Trump nahm zudem bauliche Veränderungen vor. So ließ er etwa Säulen golden anstreichen.

»Nicht praktikables« Geschäftsmodell

In seiner Begründung kritisierte die Washington National Opera Grenell nun scharf. Dieser habe ein neues Geschäftsmodell eingeführt, das mit der Arbeitsweise der meisten gemeinnützigen Opernhäuser nicht vereinbar sei. Aktuell müsse die Oper für jede Produktion oder jedes Event vorab nachweisen, dass diese vollständig durch erwartete Ticketverkäufe oder gesicherte Fremdmittel finanziert seien, bevor sie genehmigt würden. Für das Opernhaus seien diese Anforderungen jedoch »nicht praktikabel«.

Grenell schrieb auf der Plattform X, eine Trennung von der Washington National Opera werde die Flexibilität und finanziellen Mittel schaffen, um Opern aus der ganzen Welt und den gesamten USA zu holen.

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Kulturkampf gegen Museen und Institutionen

Seit Beginn seiner Amtszeit führt Trump einen Kulturkampf gegen Institutionen wie die renommierte Smithsonian Institution, um Einfluss auf die US-Geschichtsschreibung zu nehmen. Er selbst sprach davon, staatliche Museen von »unangemessener Ideologie« säubern zu wollen. Konkret bedeutete das vor allem, Museen auf Darstellungen im Sinne seiner Regierung zu bringen.

Auch gegen das Kennedy Center geht er seit einiger Zeit vor. Ende vergangenen Jahres drückte er der angesehensten Kultureinrichtung Washingtons dann auch noch seinen Namen auf: Das Kennedy Center heißt künftig »Trump-Kennedy Center«, verkündete Karoline Leavitt, die Sprecherin des Weißen Hauses, im Dezember. Das habe das Direktorium des Kennedy Centers – dem Trump vorsteht – einstimmig beschlossen.

Das 1971 eröffnete Kulturzentrum war nach dem 1963 ermordeten Demokraten John F. Kennedy benannt worden, der mit seiner Frau zu Lebzeiten Geld für den Bau gesammelt hatte. Es galt bis vor Kurzem als über den Parteien stehende Einrichtung mit rund zwei Millionen Besuchern jährlich.

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