Urteil: Zwei Jahre Haft für Eltern aus dem Horror-Haus
Deutsches Paar sperrte Kinder in Spanien jahrelang weg
Die Polizei befreite die Kinder im April 2025. Die Zwillinge und ihr Bruder mussten jahrelang in dem verwahrlosten Haus leben
Oviedo (Spanien) – Mehr als dreieinhalb Jahre lang kannten diese Kinder nur ein Leben hinter verschlossenen Türen. Kein Schulhof, keine Freunde, keine frische Luft – stattdessen Isolation, Angst und Verwahrlosung. In einem Haus im spanischen Oviedo, das von Ermittlern als „Horror-Haus“ bezeichnet wurde, sperrten ihre eigenen Eltern sie von der Welt weg. Jetzt steht das Urteil fest.
Das deutsche Elternpaar muss wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigung seiner drei Kinder (9, 9, 11) ins Gefängnis. Das Provinzgericht in Oviedo sprach Melissa S. (49) und Christian S. (54) schuldig. Das Urteil: zwei Jahre und zehn Monate Haft.
Im Haus stapelte sich der Müll an verschiedenen Ecken. Die Familie lebte in einem verwahrlosten Zustand
Kontaktverbot und 30.000 Euro pro Kind
Zusätzlich verhängte das Gericht strenge Maßnahmen: Für drei Jahre und vier Monate wurde den Eltern das Sorgerecht entzogen. Jeglicher Kontakt zu den Kindern ist untersagt. Sie dürfen sich den Kindern nicht auf weniger als 300 Meter nähern. Zudem müssen sie pro Kind jeweils 30.000 Euro Entschädigung zahlen.
Der Hamburger Psychologe Christian S. wurde mit seiner Ehefrau Melissa verurteilt
Vom schwereren Vorwurf der Freiheitsberaubung wurden beide jedoch freigesprochen. Damit entging das Paar einer deutlich höheren Strafe. Die Staatsanwaltschaft hatte für jeden Elternteil 25 Jahre und vier Monate Haft gefordert. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
In diesem Haus nahe Oviedo hielten die Eltern ihre Kinder jahrelang gefangen
Aus Corona-Angst sperrten sie ihre Kinder ein
Aus Angst vor Corona sollen die Eltern ihre drei Kinder jahrelang eingesperrt haben. Rund dreieinhalb Jahre isolierten sie sich mit den Zwillingen (9) und ihrem älteren Bruder (11) aus Furcht vor einer Infektion von der Außenwelt in dem vermüllten Haus. Ende April 2025 wurden die drei Kinder befreit, nachdem eine Nachbarin die Polizei alarmiert hatte.
In solchen kleinen, vergitterten Betten mussten die Kinder schlafen
Den Ermittlern bot sich ein erschütterndes Bild. Die Kinder trugen Windeln, mussten in vergitterten Babybetten schlafen und das Haus machte einen verwahrlosten Eindruck. Aktuell leben die Kinder in einem Heim. Zwar wurden sie zwischenzeitlich von ihren Großeltern aus den USA besucht, doch nach Einschätzung der spanischen Behörden kommen diese nicht als dauerhafte Betreuer infrage. Stattdessen gilt eine Pflegefamilie als mögliche Lösung.
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