Union spaltet sich über Klimaziele 2045
Während die Trump-Regierung in den USA Klimathemen aus dem Sprachgebrauch streichen lässt, gibt es auch in der deutschen Union erste Forderungen, die Klimaneutralitätsziele aufzuweichen. Progressive Unionspolitiker widersprechen.
In der CDU/CSU wird derzeit intensiv über Deutschlands Klimaschutzziele debattiert. Einige Unions-Politiker stellen das gesetzlich verankerte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 infrage. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban schlagen vor, die Anforderungen zu senken – etwa auf 80 Prozent statt 100 Prozent Klimaneutralität oder eine Verschiebung auf 2050.
Besonders wirtschaftliche Bedenken werden als Argument angeführt. Allerdings sieht es ein großer Teil der Union anders: Fraktionsvize Andreas Jung betont, dass die Union sich zur Klimaneutralität 2045 verpflichtet hat – im Wahlprogramm und im Koalitionsvertrag mit der SPD. Eine spezialisierte Gruppe wie die Klimaunion innerhalb der Unionsparteien kritisiert zudem Pläne für neue Gaskraftwerke und fordert stattdessen auf Speichertechnologie zu setzen.
Experten argumentieren, dass viele Probleme bei der Energiewende das Ergebnis jahrelanger Verzögerungen sind. Stromnetze wurden zu spät ausgebaut, Genehmigungsprozesse gestalten sich kompliziert. Forschende deuten darauf hin, dass Klimaschutz bei konservativen Wählern eher ankommt, wenn er mit wirtschaftlichen Chancen und Unabhängigkeit von Energie-Importen verbunden wird – nicht nur als Wandel, sondern als Bewahrung.