Autoindustrie verschärft ihre Strukturprobleme durch Verzögerungstaktik
Die EU lockert das Verbrenner-Aus auf Druck der Industrie. Doch Experten warnen: Die deutschen Autokonzerne verspielen damit ihre Zukunft und verlieren weltweit weiter Marktanteile.
Die europäische Kommission hat sich bewegt: Das geplante Ausstiegssdatum für Verbrennermotoren wird nach hinten verschoben. Lobbyisten der Autoindustrie können diesen Erfolg für sich verbuchen – zumindest kurzfristig.
Allerdings zeigt sich dabei ein grundlegendes Dilemma: Während Vorstandsetagen öffentlich zum Wandel hin zu Elektromobilität und Software-Entwicklung aufrufen, sabotieren sie diesen Umbau insgeheim durch Verzögerungswünsche. Sie hoffen, ihr bewährtes, mechanik-basiertes Geschäftsmodell noch möglichst lange am Leben zu halten.
Doch genau diese Doppelzüngigkeit ist das Problem. Denn der Markt verzeiht keine Halbherzigkeit. Überall auf der Welt verlieren deutsche Autobauer kontinuierlich an Boden – besonders gegen international agierende Konkurrenten, die Elektromobilität konsequent vorantreiben. Eine Atempause durch lockerere EU-Regeln wird daran nichts ändern.