Merz verpasst Versöhnungschance mit Merkel
Auf dem CDU-Parteitag hätte Bundeskanzler Merz Angela Merkels Rückkehr nutzen können, um seine Partei zu einen. Stattdessen behandelte er die Altkanzlerin wie eine Nebenrolle.
Friedrich Merz ist gestärkt vom CDU-Bundesparteitag in Stuttgart hervorgegangen – mit großer Mehrheit unterstützen ihn die Delegierten. Doch dem Bundeskanzler entging eine bedeutende Gelegenheit: Er hätte das Comeback von Angela Merkel als Brücke zu innerparteilichen Gräben nutzen können.
Die ehemalige Vorsitzende besuchte erstmals seit ihrem politischen Rückzug wieder einen CDU-Parteitag. Das war ein klares Signal: Trotz unterschiedlicher Positionen fühle ich mich meiner Partei verbunden. Der CDU-farbene Blazer unterstrrich diese Botschaft. Die Delegierten zeigten mit lange anhaltendem Applaus, dass Merkel bei ihnen tiefe Verbundenheit genießt – sie prägte das 21. Jahrhundert der Partei entscheidend mit.
Merz hätte diese Emotion aufgreifen müssen. Statt Merkel von Anfang an prominente Aufmerksamkeit zu schenken, behandelte er sie zunächst wie eine weitere Ehrengästin. Die verpasste Chance: eine symbolische Versöhnung, die seiner Rede ohnehin fehlende Zuversicht hätte ausstrahlen können. Merz versendete stattdessen ein anderes Signal – und ließ damit einen wesentlichen Teil seiner Partei im Regen stehen.