Europa muss Rüstung schneller ausbauen
Europa verfügt über eine leistungsstarke Rüstungsindustrie, bremst sich aber durch nationale Interessen selbst aus. Experten sehen darin ein großes Hindernis auf dem Weg zu militärischer Unabhängigkeit.
Trotz wirtschaftlicher Stärke bleibt Europa in Sicherheitsfragen von den USA abhängig. Das zeigte sich zuletzt in der Grönland-Debatte: Ohne amerikanischen Schutz und zentrale militärische Fähigkeiten hat der Kontinent wenig Handlungsspielraum gegenüber Großmächten wie Russland und China.
Allerdings gibt es Hoffnungszeichen. Europäische Länder einigen sich auf höhere Rüstungsbudgets und arbeiten an eigenen Projekten – Deutschland plant Investitionen im Weltraum und Langstreckenwaffen mit Großbritannien. Frankreich bietet anderen EU-Staaten an, über die Nutzung des eigenen Atomschirms zu verhandeln. Diese Entwicklungen deuten auf ein wachsendes Selbstbewusstsein in Sicherheitsfragen hin.
Das Problem: Nationale Eigeninteressen bremsen den Fortschritt aus. Beim europäischen Kampfflugzeugprojekt FCAS zerstreiten sich Deutschland, Frankreich und Spanien über die Arbeitsteilung. Solche Verzögerungen spielen nur den Rivalen in die Hände. Um wirklich unabhängig zu werden, müssen europäische Länder Industriepolitik hintenanstellen und schneller zusammenarbeiten.