FDP-Parteitag: Kubicki als Risiko für Merz
Wolfgang Kubicki bewirbt sich mit 74 Jahren um den FDP-Vorsitz. Für Kanzler Merz könnte die Rückkehr der Liberalen unter neuer Führung unangenehmer werden als deren Verschwinden.
An diesem Wochenende trifft sich die FDP zu ihrem Bundesparteitag, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Mit Wolfgang Kubicki steht ein polarisierender Kandidat zur Verfügung, der die Partei in eine neue Richtung führen soll. Dass Kubicki bei der Abstimmung nicht mit hundert Prozent rechnet und danach Austritte folgen könnten, wird von Beobachtern als normal eingestuft.
Kanzler Friedrich Merz hatte die FDP bereits mehrfach abgeschrieben. Aus seiner Perspektive wäre ein Verschwinden der Liberalen vorteilhaft, da die CDU dann Wähler mit bürgerlichen Positionen ohne wirtschaftsliberale Konkurrenz einsammeln könnte. Doch hier liegt der Knackpunkt: Eine FDP unter Kubicki könnte sich als deutlich widerspenstiger erweisen als eine schwache oder verschwundene Partei.
Der bisherige Vorteil für Kubicki war seine Position als kritischer Kommentator von außen. Als Parteivorsitzender müsste er hingegen Verantwortung für konkrete Ergebnisse übernehmen – nicht nur in Fernsehdebatten, sondern bei kommenden Wahlen. Das ist eine erheblich andere Herausforderung als die kritische Rolle, die er bislang innehatte.