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Hornmuzstraße bleibt gesperrt: Ölmarkt schlafwandelt in die Energiekrise

11. Juni 2026· Katharina Vogt

Die Straße von Hormus ist weiterhin blockiert, Millionen Barrel Öl fehlen täglich – doch der Markt reagiert unerwartet ruhig. Experten warnen: Diese Gelassenheit könnte sich bald rächen.

An der Lage hat sich grundlegend nichts verbessert, und doch zeigt sich der Ölpreis derzeit überraschend stabil. Mit rund 90 Dollar pro Barrel liegt er sogar zehn Prozent unter dem Stand von vor einem Monat. Das scheint paradox angesichts der Tatsache, dass die Straße von Hormus weiterhin für Lieferungen gesperrt bleibt und die Golfstaaten ihre Förderung deutlich reduziert haben.

Derzeit werden weltweit etwa elf Millionen Barrel weniger pro Tag gefördert als vor dem Krieg. Laut Schätzungen beträgt das Defizit im aktuellen Quartal rund 6,7 Millionen Barrel täglich. Bislang federt der Markt diese Engpässe durch den Abbau von Lagerbeständen ab – insbesondere China stockt seine Reserven ab. Doch dieser Puffer wird sich bald aufgebraucht haben.

Beobachter warnen vor falscher Sicherheit: In wenigen Wochen könnten die globalen Ölreserven kritische Tiefstände erreichen. Dann dürften die Preise sprunghaft ansteigen und möglicherweise die 150-Dollar-Marke pro Barrel erreichen. Experten vergleichen die aktuelle Marktdynamik mit einer Gesellschaft, die eine drohende Katastrophe einfach ignoriert – solange die unmittelbare Gefahr nicht spürbar ist.

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