Kommentar: Megadeal Bankenfusion – die riskante Wette des Andrea Orcel
Andrea Orcel: Der Unicredit-Chef sichert sich den Rückhalt seiner Aktionäre für die Unicredit-Übernahme. Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Es ist das starke Mandat, das sich Andrea Orcel erhofft hatte: Die Aktionäre der Unicredit
Die möglichen Risiken des Megadeals, die Unicredit kürzlich selbst offengelegt hat, schreckten die Aktionäre nicht ab. Solche Warnungen sind bei öffentlichen Übernahmen Standard. Sie heben die größten Herausforderungen hervor, die der Unicredit-Chef auch bei einer freundlichen Übernahme bewältigen müsste. Sie könnten umso gravierender zum Tragen kommen aufgrund der wenig partnerschaftlichen Gangart, mit der Orcel die Übernahme vorantreibt.
Da wäre der Abgang wichtiger Mitarbeiter: Bankgeschäfte sind Vertrauenssache – das ist auch Orcel vollends bewusst. Wenn Leistungsträger abspringen und wichtige Kunden mitnehmen, kann das die Attraktivität einer Übernahme empfindlich mindern. Dass Orcel die Übernahme gegen alle Widerstände vorantreibt, könnte mehr Commerzbanker in die Flucht schlagen.
Der Widerstand der Bundesregierung
Der Widerstand des Bundes ist ein weiteres Risiko: Mit seinem Anteil von zwölf Prozent kann die Bundesregierung zwar nicht verhindern, dass Unicredit die Mehrheit an der Commerzbank übernimmt. Die vollständige Kontrolle und ein Delisting an der Börse kann die Regierung jedoch blocken. Orcels Übernahmestrategie hat Berlin jedenfalls bislang nicht zur Aufgabe des Widerstands bewogen – im Gegenteil.



