FDP-Neustart: Kubicki muss mehr als nur Aufmerksamkeit schaffen
Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sorgt für Schlagzeilen. Doch Sichtbarkeit allein wird der Partei nicht aus der Krise helfen. Vielmehr muss sie wieder zeigen, wofür sie eigentlich steht.
Wolfgang Kubicki hat mit seiner Wahl zum FDP-Vorsitzenden bereits für mehr Aufmerksamkeit gesorgt als sein Vorgänger Christian Dürr über Monate hinweg. Die Kampfabstimmung gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann beim Parteitag brachte die Liberalen zurück ins öffentliche Bewusstsein – eine willkommene Veränderung für eine Partei, die seit ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag an Bedeutung verloren hat.
Doch Beobachter warnen davor, sich vom kurzfristigen Medieninteresse zu viel zu versprechen. Schließlich sind die bekannten FDP-Gesichter wie Kubicki, Christian Lindner oder Strack-Zimmermann längst keine Unbekannten in der politischen Landschaft. An mangelnder Präsenz kann es also nicht liegen, dass die Wähler sich von der Partei abgewandt haben.
Das eigentliche Problem liegt tiefer: Die FDP muss sich wieder profilieren und klar machen, wofür sie steht und was sie unterscheidet. Reine Sichtbarkeit wird diesen Vertrauensverlust nicht wieder aufbauen können.