Kommentar von BILD-Chefredakteur Robert Schneider: Der richtige Krieg
Teheran nach dem US-israelischen Angriff
Dieses erste sonnige Frühlingswochenende wurde von Kriegsdonner geweckt. Er wird lange nachhallen.
Das US-Militär hat auf Befehl von Präsident Donald Trump, unterstützt von Israel, mit der lang erwarteten Operation gegen das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm sowie gegen die Führer des Terrorregimes in Teheran begonnen.
Es werden viele Menschen sterben, Zerstörung und Leid werden über die Region kommen, neue Turbulenzen drohen der Weltwirtschaft.
Doch die Alternative lautet eben nicht Frieden, nicht Stabilität in der Region und auch nicht: keine Toten und kein Leid. Denn das Mullah-Regime ist einer der größten Terror-Paten weltweit, destabilisiert ganze Staaten mit dem Ziel, Israel auszulöschen. Und es zögerte auch jüngst nicht, zehntausende der eigenen Bürger zu massakrieren und zu inhaftieren, um an der Macht zu bleiben.
US-Präsident Donald Trump (79) in dem Moment, als er den Krieg ankündigt
Sollte dieses Regime jemals in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen, würde sich der Nahe Osten in ein atomares Pulverfass verwandeln mit dem Potenzial globaler Zerstörungen. Mit Hilfe immer besserer Raketen könnten iranische Atomwaffen auch Europa erreichen. Diese Raketen würden die Mullahs unangreifbar machen, es sei denn, um den Preis eines Atomkriegs.
Der jetzt von Trump eingeleitete Militäreinsatz ist der – vielleicht – wichtigste und notwendigste seit der Berliner Luftbrücke, mit der der Westteil der Stadt 1949 vor dem Zugriff Moskaus gerettet wurde.
Bis zum Schluss hat der Iran in den Genfer Verhandlungen eine Hinhalte-Taktik gefahren, wie in allen Verhandlungen in den vergangenen Jahrzehnten. Nicht eine Minute haben die brutalen Machthaber in Teheran daran gedacht, die Jagd nach der Atombombe aufzugeben, denn sie wäre ihre ultimative Lebensversicherung.
Niemand kann sagen, ob die seit 1979 regierende Mullah-Diktatur die nächsten Wochen und Monate überlebt. Sicher ist nur: Der Iran ist heute ein Reich des Bösen und der Gewalt.
Daran wird nur ein Sturz des Regimes etwas ändern. Aller historischen Erfahrung nach müsste dafür eines der Machtzentren im Iran wie die Armee die Seite wechseln.
Israel zahlt den höchsten Preis
Den höchsten Preis wird wieder einmal Israel zahlen, dessen Bürger schon wieder in Bunkern ausharren und deren Armee alle Soldaten mobilisiert. Dieses Mal muss Deutschland an der Seite des jüdischen Staates bleiben. Denn das gehört zu dem wenigen, was wir beitragen können und das von uns erwartet werden dürfte.
Israelis harren am Samstag im Bunker aus
Der Kriegsausbruch in Nahost – nur wenige Tage nach dem vierten Jahrestag des Ukraine-Kriegs – sollte in Berlin Anlass sein für die Frage: Wie viel verteidigungsfähiger ist unsere Bundeswehr in vier Jahren Zeitenwende wirklich geworden? Um Quantensprünge geht es nach meinem Eindruck da nicht.
Zu beidem – zur Solidarität und zur militärischen Stärke – könnte Kanzler Friedrich Merz bei seinem Washington-Besuch befragt werden.
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