Ein Kommentar von Global Reporter Marc Felix Serrao: „Vereinigte Staaten von Europa“? Nein, Danke!
Steht gerne im Rampenlicht und macht der Welt jede Menge Ansagen: US-Präsident Donald Trump (79)
Es stimmt schon, wer am transatlantischen Bündnis festhält, ist auch ein Nostalgiker. Aber der alte Westen ist allemal besser als die Utopie aus Brüssel.
Der Westen ist nicht tot. Das Panikorchester kann erst mal einpacken. Das war die gute Nachricht aus Davos. Die schlechte: Die nächste Krise kommt. Und Europa ist schlecht vorbereitet.
Mehr Besonnenheit wäre ein Anfang. Ja, Donald Trumps Drohung, Grönland notfalls militärisch zu nehmen, war eine Unverschämtheit. Aber sie war auch: typisch Trump.
Der amerikanische Präsident macht Politik wie früher Deals in New York. Erst die Extremforderung. Ein „Anker“. Dann Drohkulisse. Dann Verhandlung. Und sein Geschwätz von gestern interessiert ihn im Zweifel selbst am wenigsten.
Am Ende steht oft ein Kompromiss, der ihm reicht. Und die Gegenseite atmet auf: Hurra, wir haben das Schlimmste verhindert!
Man kann das seit fast vier Jahrzehnten nachlesen. In „The Art of the Deal“, dem Bestseller, den ein Ghostwriter 1987 für Trump geschrieben hat. Das Buch erklärt nicht den ganzen Mann, aber es ist bis heute der beste Leitfaden.
Selbst Trumps Parteifreunde sagen: Man muss den Mann ernst nehmen, aber nicht jedes Wort.
In Europa haben das einige verstanden. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni blieben in der Grönland-Aufregung kritisch, aber ruhig. Gut so.
Für andere ist der Westen nur noch eine nostalgische Träumerei. Europa müsse „erwachsen“ werden, sagen sie. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schwärmte in Davos von einem „neuen, unabhängigen Europa“.
Klingt gut. Ist aber Größenwahn.
Während Frankreichs Präsident in Paris von mehr Geld aus China träumt, blockieren Abgeordnete im EU-Parlament in Straßburg ein großes Handelsabkommen mit Südamerika („Mercosur“). Das sollte Zölle senken und Europas Wirtschaft stärken. Linke, Rechte und Grüne bremsen zusammen. Ergebnis: Stillstand.
Und das war nur diese Woche.
Die EU ist nicht Jahre, sondern Jahrzehnte davon entfernt, eine echte Großmacht zu sein. Das heißt nicht, dass sie nichts taugt. Ihre wichtigste Leistung heißt: Frieden in Europa sichern.
Aber der Frieden hält nur, solange die EU Rückhalt hat – bei den Bürgern. Wer jetzt noch mehr Macht nach Brüssel schiebt, riskiert den Knall.
Nicht der abgekochte Geschäftemacher im Weißen Haus ist die größte Gefahr. Sondern europäische Panik gemischt mit Größenwahn.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.



