Prozess um erschossenen Polizisten: Urteil sorgt für Empörung
Ein Gericht hat den Tankstellenräuber, der einen Polizisten in Völklingen tötete, nicht des Mordes schuldig gesprochen. Die Witwe des Opfers fühlt sich durch das Urteil zutiefst verletzt.
In einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren wurde der 19-jährige Ahmet G. nicht wegen Mordes verurteilt, obwohl er auf den Polizisten Simon Bohr schoss und dieser starb. Das Gericht begründet dies mit einer psychischen Erkrankung des Täters – zum Zeitpunkt der Tat soll dieser unter Angst und Verwirrung gelitten haben.
Die Witwe des getöteten Beamten, Selina Bohr, verfolgte den siebenwöchigen Prozess als Nebenklägerin und setzt sich damit auseinander, wie ein tödlicher Schuss keine Mordtat darstellen kann, wenn der Täter in Panik war. Sie hatte sich ein klares Urteil gewünscht, das die Schuld des Schützen definiert, ohne dessen psychiatrische Unterbringung in Frage zu stellen.
Das Urteil wirft grundsätzliche Fragen darüber auf, wie Gerichte zwischen psychischen Erkrankungen und strafrechtlicher Verantwortung abwägen. Für die hinterbliebene Familie stellt die Entscheidung eine zusätzliche emotionale Belastung dar.