Kosmetikindustrie fürchtet regulatorische Wettbewerbsnachteile
Führende europäische Beauty-Konzerne warnen vor zu strikten EU-Vorgaben. Sie befürchten, dass ihre Branche international an Boden verliert – ähnlich wie die Autoindustrie zuvor.
Große Kosmetikkonzerne wie L'Oréal und Beiersdorf haben in Brüssel Alarm geschlagen. Zusammen mit anderen Unternehmenschefs fordern sie eine Überprüfung der geltenden EU-Regulierungen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Branche zu sichern.
Die Unternehmen argumentieren, dass die strikten europäischen Vorgaben Innovationen bremsen und Konkurrenten aus anderen Weltregionen begünstigen. Sie vergleichen die Situation mit dem Schicksal der europäischen Autoindustrie, die durch regulatorische Anforderungen unter Druck geraten ist. Dabei betont die Branche ihre wirtschaftliche Bedeutung: Mit 180 Milliarden Euro jährlich trägt sie erheblich zum europäischen BIP bei und sichert rund 3,5 Millionen Arbeitsplätze.
Ein zentrales Anliegen ist für die Konzerne die Forschungsförderung. Sie investieren über zwei Milliarden Euro pro Jahr in Entwicklung und Innovation. Die Unternehmen appellieren an die Politik, die Beauty- und Kosmetikindustrie stärker als strategische Branche zu berücksichtigen – ähnlich wie Rüstungs- oder Chipfertigung.