Auch Kreml bereitet sich auf Wahl-Klatsche vor: Kaum war Vance da, sanken Orbáns Chancen weiter
In der MAGA-Bewegung von US-Präsident Donald Trump und seinem Vize J.D. Vance (41) ist Ungarn-Premier Viktor Orbán sehr populär – bei seinem eigenen Volk immer weniger
Budapest – Putin und Trump unterstützen Ungarns Langzeit-Herrscher Viktor Orbán (62), der seit 2010 ununterbrochen regiert. Dennoch scheinen seine Chancen auf den letzten Metern vor der Wahl (Sonntag, 12. April) nochmal gesunken zu sein! Zwar sehen Umfragen schon lange Orbáns Herausforderer Péter Magyar (45) vorn – und zwar deutlich. Doch die Ungarn trauen ihren Umfragen nicht: Bei der letzten Parlamentswahl (2022) hatten Meinungsforscher lange Zeit die Opposition vorn gesehen, am Ende behielt Orbán sogar seine Zweidrittelmehrheit für weitere vier Jahre.
Regierungsnahe Institute bestreiten auch diesmal, dass Orbán hinten liege – obwohl eine Umfrage vorhersagt, dass sogar eine Zweidrittelmehrheit für die Opposition drin sein könnte.
Doch die Wettquoten sprechen eine andere Sprache: Sie drücken aus, auf welchen Kandidaten man sein Geld setzen würde. Und auch da stehen die Zeichen auf eine Orbán-Klatsche! Bei Polymarket stehen die Chancen, dass der nächste Ministerpräsident schon wieder Viktor Orbán heißt, bei nur noch 29 Prozent (gegen 71 Prozent Wahrscheinlichkeit für Péter Magyar). Damit hat sich der Abstand zwischen den beiden Hauptkandidaten in den letzten Tagen vor der Wahl nochmal deutlich vergrößert.
Der Hoffnungsträger: Péter Magyar hat beste Chancen, Viktor Orbán zu besiegen
Der Putin-Knick
Die möglichen Erklärungen: In den vergangenen Tagen wurde durch neue Enthüllungen deutlich, wie eng die Zusammenarbeit zwischen der ungarischen Regierung und dem Kreml wirklich war: Laut Transkript eines Telefonats zwischen Orbán und Russen-Diktator Wladimir Putin (73) hatte der Ungar sich als „Maus“ angeboten, die dem „Löwen“ im Kreml hilft. Zuvor zeigte ein aufgenommenes Telefonat, wie Ungarns Außenminister Péter Szijjártó (47) seinem Kreml-Kollegen Sergej Lawrow (76) EU-Geheimdokumente anbot.
Wollte Orbán nach Putin-Vorbild einen Pipeline-Anschlag inszenieren? Zwei Rucksäcke voller Sprengstoff wurden neben einer Gasröhre in Serbien gefunden, meldete Orbán am vergangenen Wochenende. Doch Journalisten hatten schon vor Wochen aus Geheimdienstkreisen Wind davon bekommen, dass eine Aktion dieser Art unter falscher Flagge geplant sei.
Der Vance-Knick
Nicht nur Wladimir Putin will Orbán siegen sehen, auch US-Präsident Donald Trump (79). Der schickte am 7. April seinen Vize J.D. Vance zum Wahlkampf-Trommeln für Orbán nach Budapest. Vance bot eine Riesen-Show, rief sogar auf der Bühne Trump per Handy an und stellte ihn auf laut. Der Saal voller Fidesz-Leute jubelte – doch die Mehrheit der Ungarn könnte das abgeturnt haben. Jedenfalls zeigt die Wettkurve: Kaum war Vance da, sanken Orbáns Chancen noch weiter.
Kreml bereitet sich auf Orbán-Niederlage vor
Wie das russische Anti-Putin-Medium Medusa unter Berufung auf Kreml-Insider enthüllte, glaubt man sogar im Kreml nicht mehr sicher an einen Orbán-Sieg. Die Vorbereitungen auf den propagandistischen Umgang mit einer Niederlage liefen jedenfalls schon. Sollte Orbán verlieren, würden die staatlich kontrollierten russischen Medien dies als eine von der Europäischen Union organisierte „Farbrevolution“ (wie in der Ukraine und Georgien) darstellen – und Orbán und sein Team dafür verantwortlich machen, Kreml-Hilfe nicht richtig genutzt zu haben.
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