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Klagemauer abgesperrt – Hoffen auf die Ausnahme
Auch die Klagemauer ist weiträumig abgesperrt wegen des Krieges. Vier junge Männer aus Petah Tikva bei Tel Aviv sind trotzdem hochgefahren nach Jerusalem, um den heiligsten Ort des Judentums zu besuchen. Ihr Freund Shai werde am Abend Hochzeit feiern und wolle an den heiligen Steinen ein Gebet loswerden: »Da wird man für ihn doch wohl eine Ausnahme machen«, sagt einer von ihnen.
Berichte über Angriffe auf iranische Wasserversorgung – Emirate dementieren Beteiligung
Israelischen Medienberichten zufolge sollen die Vereinigten Arabischen Emirate erstmals in diesem Krieg Iran attackiert haben. »Ziel des Angriffs war eine Meerwasserentsalzungsanlage«, berichten das Portal ynet und der TV-Sender N12. Es handele sich um einen symbolischen Angriff, der eine abschreckende Wirkung auf Iran haben solle, berichten beide Medien unter Berufung auf Einschätzungen hochrangiger israelischer Beamter.
Aus den Emiraten folgte nun prompt Widerspruch. Ein hochrangiger Beamter der Vereinigten Arabischen Emirate sagte laut »The Jerusalem Post«, sein Land sei an dem Angriff auf die Entsalzungsanlage nicht beteiligt gewesen. Die Zeitung berichtet, die Emirate würden im Fall eines Kriegseintritts keine Angriffe auf zivile Ziele in Erwägung ziehen. »Die VAE werden das iranische Volk niemals mit dem iranischen Regime in einen Topf werfen. Das iranische Volk ist das eigentliche Opfer dieses Regimes und leidet am meisten unter dessen Politik«, erklärte Ali Al Nuaimi, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsausschusses der VAE.
Zuckerbäcker in Jerusalem: Altstadt wie ausgestorben
Schon sein Name verrät, wie wichtig ihm der Fastenmonat ist. Umso mehr trifft es Zuckerbäcker Ramadan, dass die Altstadt von Jerusalem ausgerechnet jetzt fast ausgestorben ist. Nur einige Stammkunden kommen noch in sein Süßwarengeschäft nahe dem Damaskustor. Gerade hat er eine Portion Katajif, mit Käse und Walnüssen gefüllte Pfannkuchen, an eine Dame verkauft. »Seit 60, 70 Jahren« sei der Laden in Familienbesitz. »Ich hoffe, dass ich noch lange weitermachen kann«, sagt er.
Papst Leo warnt vor Ausbreitung des Krieges
Papst Leo XIV. hat auf ein Ende der Gewalt im Nahen Osten gedrängt. »Wir erheben demütig unser Gebet zum Herrn, dass das Dröhnen der Bomben verstumme, die Waffen schweigen und sich ein Raum für Dialog öffne, in dem die Stimmen der Menschen Gehör finden«, sagte er vor Tausenden Menschen beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.
Der erste US-amerikanische Papst warnte zudem vor einer Ausweitung des Krieges. Es kämen weiterhin bestürzende Berichte über Gewalt, Verwüstungen und ein Klima von Hass und Angst. »Es besteht auch die Befürchtung, dass sich der Konflikt ausbreitet und andere Länder der Region, darunter unser geliebter Libanon, erneut in die Krise stürzen könnten«, so der Papst, der den Libanon Anfang Dezember besucht hatte.
Augenzeuge berichtet aus Teheran: »Eine der furchterregendsten Erfahrungen«
Vahid (Name geändert) aus Teheran hat mir von der vergangenen Nacht berichtet:
»Die letzte Nacht war eine der schwierigsten und furchterregendsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Teheran war in Rauch gehüllt, und selbst jetzt hängt er immer noch über der Stadt«, so Vahid.
Und weiter: »Ich war heute in der Nähe des Shahran-Öldepots, das angegriffen wurde. Es war schrecklich. Überall Rauch, und die Schlangen an den Tankstellen sind unglaublich lang.«
Explosion in Oslo: Ermittler prüfen Zusammenhang mit Irankrieg
An der US-Botschaft im norwegischen Oslo hat es in der Nacht eine laute Explosion gegeben. Die Polizei war im Großeinsatz. Die genauen Hintergründe sind unklar. Die Ermittler halten einen gezielten Anschlag im Zusammenhang mit »der aktuellen Sicherheitslage« jedoch für möglich. Damit meinen sie offensichtlich den Irankrieg.
Man fahnde weiter nach einem oder mehreren Tätern, habe aber noch keine Verdächtigen, teilen die Behörden mit. Die Sicherheitsvorkehrungen für die US-Vertretung sowie für Einrichtungen der jüdischen Gemeinde und der iranischen Diaspora würden verstärkt.
In der Jerusalemer Altstadt ist es »sehr ruhig« geworden
Keramikkünstler Vic Lepeijan hat sein Geschäft in der Nähe des Davidturms in der Jerusalemer Altstadt. Er ist auf dem Handy zu erreichen, schließt eigens auf für die wenige Kundschaft, die jetzt noch zu ihm kommt. »In der ersten Kriegswoche waren noch einige gestrandete Pilger und Touristen hier, jetzt ist es sehr ruhig geworden«, sagt der Armenier.
Damit könne er aber umgehen. »Wir setzen nicht erst seit dem 7. Oktober zum allergrößten Teil auf Onlinehandel«, sagt er, »die meisten unserer Kunden sind in den USA.«
Macron reist am Montag nach Zypern
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis werden am Montag gemeinsam Zypern besuchen. Vor einigen Tagen hatte eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf der Mittelmeerinsel getroffen. »Diese Reise soll die Solidarität Frankreichs mit Zypern zum Ausdruck bringen«, hieß es aus Élysée-Kreisen.
In der Hafenstadt Paphos werden Macron und Mitsotakis dann auf den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides treffen. Dabei soll es um die Sicherheitslage in der Region gehen. Laut Élysée-Kreisen soll das Treffen auch dabei helfen, Anstrengungen zu koordinieren, um Rückführungsoperationen zu unterstützen. Aus Solidarität mit Zypern haben mehrere europäische Staaten ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt. Frankreich verlegte drei der größten französischen Kriegsschiffe in Richtung der Konfliktregion.
Schweizer Verteidigungsminister spricht von Völkerrechtsverletzung
Der Schweizer Verteidigungsminister Martin Pfister ist überzeugt, dass die USA und Israel mit ihrem Angriff auf Iran gegen das Völkerrecht verstoßen haben. »Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Angriff auf den Iran eine Verletzung des Völkerrechts darstellt«, sagte er im Interview mit dem »Tages-Anzeiger«. Die Operation stelle »einen Verstoß gegen das Gewaltverbot« dar, erklärte Pfister. Zugleich betonte er, auch Iran habe das Völkerrecht verletzt.
Mit dieser Bewertung steht die Schweiz in Europa nicht allein: Unter anderem Frankreich, Spanien, Italien und Norwegen hatten sich ähnlich geäußert. Auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte dem »Redaktionsnetzwerk Deutschland« gesagt, er habe große Zweifel, ob der Angriff völkerrechtlich legitimiert sei.
Besuch am Tempelberg: Eingeschränktes Sightseeing
Der Tempelberg bzw. Haram al-Sharif (deutsch: das erhabene Heiligtum) in der Jerusalemer Altstadt ist wegen des Krieges weitläufig abgesperrt. Auch für Fiete und Paul aus Deutschland, die eben am Souk al-Qataneen nahe des Kettentors vorbeikommen, bei ihrem »sehr eingeschränkten Sightseeing«.
Beide wollen ihre Nachnamen nicht veröffentlicht sehen, erzählen aber gern, was sie ausgerechnet jetzt in die Heilige Stadt geführt hat: Pauls Frau ist Alzheimer-Forscherin am Weizman-Institut in Rehovot bei Tel Aviv. Die berühmte Wissenschaftseinrichtung wurde im vergangenen Jahr im Zwölftagekrieg von einer iranischen Rakete getroffen. Dieses Mal wolle das Management auf Nummer sicher gehen, habe Angestellten und Familienmitgliedern während des Krieges ein Ausweichquartier in Jerusalem angeboten. Die Stadt wird, wohl auch wegen ihrer Bedeutung im Islam, kaum beschossen.
Fiete kommt aus Greifswald, wohnt in Hamburg und ist am Tag vor Kriegsbeginn zu Besuch bei seinem Freund angekommen. Nun wolle er »das Beste« aus seinem Urlaub machen. Die Hoffnung, wie geplant am Mittwoch auszufliegen, hat er noch nicht aufgegeben. »Ich habe El Al gebucht, die fliegen ja, ich schaue mal, was sie mir für einen Flug anbieten«, sagt er.
Israel will bei großer Angriffswelle mehr als 400 Ziele in Iran attackiert haben
Israels Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei der groß angelegten Angriffswelle am Samstag mehr als 400 Ziele in Iran attackiert. Die Luftwaffe habe Iran im Westen und im Zentrum des Landes angegriffen, teilen die Streitkräfte mit. Zu den Zielen zählten demnach militärische Infrastruktureinrichtungen, darunter Abschussrampen für ballistische Raketen und weitere Waffenproduktionsstätten. Die Angriffe zielten darauf ab, Irans Raketenfeuer auf Israel so weit wie möglich zu reduzieren, heißt es.
Unabhängig lassen sich die Angaben der israelischen Streitkräfte derzeit nicht überprüfen.
Vier Tote durch Angriffe auf Ölanlagen in Iran
Bei den israelischen Angriffen auf Ölanlagen in Iran sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Fahrer, sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Wejskarami, im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.
Bombardierung von Öllager: Teherans Himmel verdunkelt
Israel bombardierte in der Nacht ein Öllager in Teheran, nun hat sich der Himmel in Teilen der iranischen Hauptstadt verdunkelt. Dichte Rauchschwaden stiegen auf und verdüsterten am Morgen den bewölkten Himmel, wie auf Bildern zu sehen ist und Augenzeugen berichten.
Die den iranischen Revolutionswächtern nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim warnt vor gesundheitlichen Schäden durch Schwefel- und Stickoxide in der Atmosphäre, die in Verbindung mit Regen gefährlich werden könnten. In dem Fall sollten Einwohner nach Möglichkeit das Haus nicht verlassen.
US-Präsident Trump schließt Einsatz von Bodentruppen nicht mehr aus
Kürzlich schloss US-Präsident Donald Trump einen Einsatz von US-Bodentruppen in Iran noch aus. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus, Bodentruppen nach Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran des Landes sicherzustellen. »Vielleicht werden wir das irgendwann machen«, sagte er Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs »Air Force One«. »Das wäre eine tolle Sache.« Trump äußerte sich mit Blick auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer Kriegsziele erklärt haben.
Bodentruppen könnten »möglicherweise« eingesetzt werden, sagte Trump, fügte aber an, hierfür müsse es einen »sehr guten Grund« geben.
Israel droht Expertenrat wegen Wahl von Khamenei-Nachfolger
Die israelischen Streitkräfte haben eine Warnung gegen Irans Expertenrat ausgesprochen. Das Gremium hat sich iranischen Berichten zufolge offenbar auf einen Nachfolger für den getöteten Obersten Führer Ali Khamanei geeinigt, die Entscheidung muss aber wohl noch offiziell bestätigt werden.
Die iranische Expertenversammlung werde demnächst in der Stadt Ghom zusammentreten, schreibt Israels Militär nun auf Farsi bei X: »Wir möchten Ihnen mitteilen, dass der Staat Israel weiterhin jeden Nachfolger und jeden, der einen Nachfolger ernennen möchte, verfolgen wird.« Weiter heißt es: »Wir warnen alle, die an der Sitzung zur Nachfolgerwahl teilnehmen wollen, dass wir nicht zögern werden, auch Sie ins Visier zu nehmen. Dies ist eine Warnung!«
Iran behauptet, intensiven Krieg sechs Monate durchhalten zu können
Wie lange soll der Krieg gegen Iran dauern? Die USA sprachen mal von vier bis sechs Wochen, aber ist der von Israel anvisierte Regimewechsel so schnell zu erreichen? Gleichzeitig werfen die ständigen Luftangriffe auch die Frage auf, ob die USA und Israel genug Geschosse haben, um einen langen Krieg zu führen. Iran jedenfalls behauptet nun, einen intensiven Krieg gegen die USA und Israel ein halbes Jahr führen zu können.
»Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, bei der derzeitigen Operationsgeschwindigkeit mindestens sechs Monate lang einen intensiven Krieg zu führen«, sagte der Sprecher der Revolutionswächter, Ali Mohammad Naini, der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge.
Israels Energieminister: Wollen nicht in drei, vier oder fünf Jahren erneut kämpfen müssen
Der israelische Energieminister Eli Cohen hat die israelischen Angriffe auf Öldepots in Teheran als Eskalation des Kriegs bezeichnet. »Weitere Eskalationen« würden in den kommenden Tagen folgen, sagte Cohen dem israelischen Radiosender 103fm. Man ziehe alle Ziele in Erwägung, die Irans Regime schaden.
Cohen wurde auch gefragt, wie lang der Krieg gegen Iran dauern soll. »Wir kennen den Zeitrahmen«, sagte Cohen: »Wir erwarten, dass das iranische Volk zu gegebener Zeit die notwendigen Schritte für einen Regierungswechsel einleitet. Wir wollen nicht in eine Situation geraten, in der wir in drei, vier oder fünf Jahren erneut kämpfen müssen«, sagte er. Derzeit bestehe die Möglichkeit, »die Realität in unserer Region für die kommenden Jahrzehnte zu verändern.«
Bericht aus Iran: Expertenrat einigt sich offenbar auf Khamenei-Nachfolger
Irans Expertenrat, der laut Verfassung den Revolutionsführer bestimmt, hat sich laut einem Bericht der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr auf einen Nachfolger für den getöteten Obersten Führer Ali Khamenei geeinigt. Die Einigung sei mehr oder weniger erzielt worden, sagte Ajatollah Mohammadmehdi Mirbaqeri, Mitglied der Expertenversammlung, laut Mehr. Wer der Nachfolger sein soll, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Der Ajatollah erklärte dem Bericht zufolge jedoch, dass »einige Hindernisse« in Bezug auf den Prozess noch ausgeräumt werden müssten. Iranische Medien berichten, dass es innerhalb des Gremiums Meinungsverschiedenheiten darüber gibt, ob die endgültige Entscheidung nach einer persönlichen Sitzung getroffen werden muss oder stattdessen ohne Einhaltung dieser Formalität getroffen werden kann.
Trump über Drohung aus Iran: »Es ist mir völlig egal«
Irans Nationaler Sicherheitsberater Ali Larijani drohte US-Präsident Donald Trump, dieser werde für die amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran »den Preis zahlen«. Trump gibt darauf aber offenbar wenig. »Ich habe keine Ahnung, wovon er spricht, wer er ist. Es ist mir völlig egal«, sagte Trump bei CBS News. Larijani sei »bereits besiegt«.
»Wir gewinnen auf einem noch nie dagewesenen Niveau und das sehr schnell«, behauptete Trump und zählte auf, welche Erfolge die USA im Krieg gegen Iran schon errungen haben wollen. Unklar ist aber nach wie vor, welches Ziel die USA genau verfolgen und wie ein Sieg im Irankrieg konkret aussehen soll.
Emir von Katar appelliert an US-Präsident Trump: Diplomatische Bemühungen intensivieren
Der Emir von Katar hat am Telefon mit US-Präsident Donald Trump über den Irankrieg gesprochen. Tamim bin Hamad Al Thani habe in dem Gespräch betont, dass die derzeitige Eskalation in der Region gefährliche Auswirkungen auf die internationale Sicherheit und den Frieden haben werde, berichtet Katars staatliche Nachrichtenagentur. Der Emir habe verdeutlicht, wie wichtig es sei, die Krise einzudämmen und diplomatische Bemühungen zu intensivieren.
»Beide Seiten waren sich einig, dass es wichtig ist, zusammenzuarbeiten, um die regionale und internationale Stabilität zu erhalten und politische Wege zu unterstützen, die zur Lösung der aktuellen Spannungen und zur Vermeidung einer weiteren Eskalation in der Region beitragen könnten«, berichtet die Nachrichtenagentur.
Israel beginnt neue Angriffswelle in Iran
Israels Luftwaffe fliegt erneut Angriffe auf Iran. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, teilt die Armee auf Telegram mit.
In der Nacht hatten Israels Kampfflugzeuge erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionswächter, Irans Elitestreitmacht, die Bombardierung einer Ölraffinerie.
Israels Armee: Quds-Kommandeure in Beirut angegriffen
Israels Armee hat nach eigenen Angaben in der libanesischen Hauptstadt Beirut einen »präzisen Angriff« auf Kommandeure der Quds-Brigade der iranischen Revolutionswächter durchgeführt. Die Kommandeure des sogenannten Libanon-Korps hätten Terroranschläge auf Israel vorbereitet, teilte die Armee in der Nacht mit.
Nach libanesischen Angaben hatte Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels in Beirut angegriffen. Damit dürfte das Ramada-Hotel gemeint sein, das in der Nacht attackiert worden war. Laut vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Quds-Brigaden sind eine Eliteeinheit des iranischen Militärs. Sie ist auf verdeckte militärische und staatsterroristische Einsätze und Ausspähungen im Ausland spezialisiert.
In der Mitteilung der israelischen Armee wurden keine Angaben zum genauen Ort des Angriffs gemacht. Es hieß nur, dass Teheran die Zivilbevölkerung im eigenen Land wie auch im Libanon als menschliche Schutzschilde zur Vorbereitung von Terrorakten missbrauche.
Meldung über zwei Tote bei Angriff auf Hotel in Beirut
Beim Beschuss eines Hotels im Zentrum von Beirut wurden einem Insider zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Einschlag habe ein Apartment in dem Ramada-Hotel getroffen, heißt es am frühen Sonntag aus Sicherheitskreisen. Fotos zeigen Rettungskräfte in der Lobby des Hotels.
Es wäre der erste derartige Angriff im Zentrum der libanesischen Hauptstadt, seit die Kämpfe zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz vergangene Woche wieder aufgeflammt sind. Eine Stellungnahme Israels lag zunächst nicht vor.
Saudi-Arabien und Kuwait melden erneute Angriffe
Saudi-Arabien und Kuwait sind wieder Ziel von Attacken geworden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X mit, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien.
In Kuwait wurden Treibstofftanks des internationalen Flughafens des Landes Ziel von Drohnenangriffen, wie das Verteidigungsministerium auf X bekannt gab. Die Streitkräfte seien zur Abwehr der »Welle feindlicher Drohnen« im Einsatz gewesen. Nähere Angaben machten die beiden Golfstaaten nicht.
Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge in Iran greift Teheran seit einer Woche eine ganze Reihe arabischer Länder an, in denen die USA Militärstützpunkte unterhalten.
Irans Präsident Masoud Pezeshkian nannte zuvor als Bedingung für eine Einstellung der Luftangriffe auf die Nachbarländer, dass von deren Territorium keine Attacken auf sein Land erfolgten. Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe. Sie seien »das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten«, sagte er.
USA dementieren Berichte über gefangene US-Soldaten in Iran
Das US-Zentralkommando weist iranische Angaben zurück, US-Soldaten könnten von Iran als Geiseln genommen oder gefangen worden seien. »Das iranische Regime tut alles, um Lügen zu verbreiten und zu täuschen. Dies ist ein weiteres klares Beispiel dafür«, sagte der Sprecher des Zentralkommandos, Tim Hawkins.
Der iranische Sicherheitschef Ali Larijani hatte zuvor auf X geschrieben: »Mir wurde berichtet, dass mehrere amerikanische Soldaten gefangengenommen wurden.« Offiziell sind keine US-Bodentruppen in Iran im Einsatz.
Jakob Müller
Nachrichtenressort

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab
Nach weiteren schweren Angriffen der USA und Israels auf Iran hat die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Teheran vorübergehend in Sicherheit gebracht. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, sei das Personal aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden.
Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. »Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte«, hieß es weiter. Die konsularische Unterstützung sei zuvor schon wegen einer Reduzierung des Personals stark eingeschränkt, die Visastelle sei bereits vorübergehend geschlossen gewesen, so das deutsche Außenministerium.
Eindrücke aus Tel Aviv: Sirenen, ein dumpfes Krachen
Abends in Tel Aviv laufen zu gehen, ist gerade ein kleines Wagnis. In den vergangenen Tagen kamen gerade zu später Stunde, wenn die Menschen eigentlich zur Ruhe kommen, Raketen aus Iran. Erste Feststellung nach dem Start der Runde: Das GPS in der Lauf-App ist gestört und verortet mich irgendwo bei der jordanischen Hauptstadt Amman, gut 100 Kilometer entfernt.
Im Park HaYarkon, etwa bei der Hälfte meiner Schleife, schrillt die Warn-App: Unterstellen (wie bei Regen, denke ich) unter einer Betonbrücke. Wenige Minuten später folgt der eigentliche Alarm, die Sirenen, dann mehrere Male dumpfes Krachen, Abfangraketen, schließlich zehn Sekunden andauerndes Grollen, offenbar wieder eine Rakete mit Streumunition, wie häufig in den vergangenen Tagen.
Mit mir auf dem Hundeauslaufplatz unter der Betonbrücke steht ein junges Paar. 26 Jahre alt seien sie beide, seit der Schulzeit zusammen, er müsse morgen zum Reservedienst ins Westjordanland. Wie lange dieser Krieg wohl noch dauern werde? »Auf jeden Fall nicht noch 40 Tage, weil wir dann nämlich unsere Hochzeit haben.«
Analyse: Benzin- und Dieselpreise in Deutschland steigen weiter
Das Tanken wird auch hierzulande während des Irankriegs immer teurer. Laut dem Portal clever-tanken.de kostet Diesel an diesem Samstag an den Tankstellen der 100 größten deutsche Städte durchschnittlich 2,102 Euro je Liter. Das sind gut 35 Cent mehr als am Samstag vor einer Woche zu Beginn der Angriffe der USA und Israel auf Iran. Für Super E10 wurden im Mittel 1,971 Euro je Liter verlangt: 19 Cent mehr als vor Wochenfrist.
»Die Mineralölwirtschaft nutzt diese Lage, um ihre Gewinnspanne auszuweiten«, sagt der Ökonomie-Professor Johannes Schwanitz von der FH Münster im Gespräch mit dem SPIEGEL. Seine Berechnungen zeigen: Die Preiserhöhungen an den Zapfsäulen in Deutschland gehen weit über den Anstieg der Kurse an den internationalen Rohölmärkten hinaus. Wie die Ölmultis die Verbraucherinnen und Verbraucher abzocken, lesen Sie hier.
Israelisches Militär bestätigt Angriff auf iranische Ölanlagen
Erstmals hat Israel die nationalen Ölreserven in Iran angegriffen, das teilt ein Militärsprecher mit. Es seien etwa 30 Öltanks attackiert worden.
Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten laut dem iranischen Staatssender IRIB das Bombardement im Süden der Hauptstadt Teheran. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Ilna befindet sich das Öllager in der Nähe einer wichtigen Ölraffinerie. Diese sei bei dem Angriff nicht beschädigt worden.
Heftige Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt wird erneut von heftigen Explosionen erschüttert. Bei Luftangriffen sei auch eine Ölanlage in Teheran getroffen worden, meldet die iranische staatliche Nachrichtenagentur.
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten als Reaktion einen Angriff auf eine Öl-Raffinerie in der israelischen Stadt Haifa an.
Netanjahu kündigt weitere Militärschläge an
Die israelische Armee werde den Krieg »mit all unserer Kraft« fortsetzen, sagt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Der Feind werde die Fähigkeiten Israels »noch viel stärker« zu spüren bekommen.
Details zu den nächsten Schritten nennt Netanjahu nicht. Die Angriffe der israelischen Armee richten sich gegen Ziele in Iran und dem Libanon.
Heftige Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt wird erneut von heftigen Explosionen erschüttert. Bei Luftangriffen sei auch eine Ölanlage in Teheran getroffen worden, meldet die iranische staatliche Nachrichtenagentur.
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten als Reaktion einen Angriff auf eine Öl-Raffinerie in der israelischen Stadt Haifa an.
Tanken wird in den USA immer teurer
Der Irankrieg treibt die Preise für Kraftstoff an den Tankstellen der Vereinigten Staaten immer weiter nach oben.
Laut dem Automobilverein AAA, dem US-Pendant zum ADAC, werden an diesem Samstag im Landesdurchschnitt 3,41 US-Dollar je Gallone (3,79 Liter) des Standard-Benzins Regular verlangt. Das sind 45 Cent mehr als zu Beginn der Angriffe der USA und Israels am Samstag vor einer Woche.
So teuer war dieser Kraftstoff seit September 2024 nicht mehr. In Kalifornien kostet die Gallone Regular im Mittel nun sogar schon mehr als fünf Dollar.
Auch Diesel verteuert sich weiter und kostet nun 4,51 Dollar je Gallone: 75 Cent mehr als vor Kriegsausbruch. Das ist der höchste nationale Durchschnittspreis seit Ende 2023; in Kalifornien liegt er bereits bei 5,81 Dollar. Die Preise für Kraftstoff sind in den USA traditionell niedriger als in Deutschland oder anderen EU-Staaten.
Die hochschnellenden Spritpreise lassen Donald Trumps Wahlkampfversprechen immer unrealistischer erscheinen. Trump hatte angekündigt, er werde die Energiekosten binnen 12 bis 18 Monaten nach seinem Amtsantritt halbieren. Tatsächlich haben sich Strom und Gas, Benzin und Diesel unter Trumps Herrschaft sogar verteuert.
Hat sich der Präsident verkalkuliert? Hier lesen Sie unseren SPIEGEL-Report.
Mann in Dubai stirbt offenbar durch abgefangenenes Geschoss
Die Trümmer eines Geschosses haben einen Mann in Dubai getötet, meldet das Medienbüro der Stadt. Nachdem die Luftabwehr das Geschoss abgefangen habe, seien die Trümmer auf ein Fahrzeug gefallen. Der Fahrer sei ums Leben gekommen, teilen die Behörden mit.
Fotos vom achten Tag des Krieges im Nahen Osten
Türkischer Außenminister warnt vor Flüchtlingswelle durch möglichen Bürgerkrieg in Iran
Die Türkei lehnt alle Szenarien ab, die auf einen Bürgerkrieg in Iran abzielten. Das sagt Außenminister Hakan Fidan. Er warnt vor einer Flüchtlingswelle, die ein ethnisch motivierter Konflikt in Iran auslösen könnte.
Über die möglicherweise katastrophalen Folgen, falls US-Präsident Donald Trump kurdische Separatisten gegen das iranische Regime in Stellung bringen sollte, sprechen meine Kollegen Maximilian Popp und Juan Moreno im Auslands-Podcast »Acht Milliarden«. Hier hören Sie die aktuelle Folge.
Zugleich warnt Fidan den Iran davor, weitere Raketen auf die Türkei abzufeuern. Die Luftabwehr der Nato hatte vor einigen Tagen eine Rakete zerstört, die auf dem Weg in den türkischen Luftraum war.
Jakob Müller
Nachrichtenressort

Offenbar Trümmerteile auf Hochhaus in Dubai gestürzt
Über der emiratischen Metropole Dubai wurde offenbar eine Rakete abgefangen. Daraufhin seien Trümmerteile auf die Fassade eines Gebäudes an der Marina, einem Stadtteil Dubais, gestürzt, wie das Medienbüro der Stadt mitteilte.
Opfer habe es demnach nicht gegeben. Die Behörden äußerten sich nicht dazu, welches Gebäude genau betroffen ist.
Der saudische Fernsehsender Al Arabiya teilt auf der Plattform X Aufnahmen, die den Vorfall zeigen sollen. Auf diesen soll zu sehen sein, wie Rauch aus einem Wolkenkratzer aufsteigt. Dabei handelt es sich offenbar um »23 Marina«. Der bekannte, fast 400 Meter hohe Wohnturm zählt zu den höchsten Gebäuden der Stadt.
Die Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Präsident der Emirate meldet sich erstmals zu Wort
Mohammed bin Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), meldet sich erstmals seit Beginn des Irankriegs zu Wort und betont auf X, die Emirate legten größten Wert auf die Sicherheit aller Bürger, Einwohner und Besucher.
Er erklärt, sein Land sei »bestens auf diese Bedrohungen vorbereitet« und dankt Streitkräften und Sicherheitsdiensten für ihren Einsatz. Zugleich würdigt er den gesellschaftlichen Zusammenhalt (»In den VAE ist jeder ein Emirati«) und kündigt an, die Souveränität des Landes entschlossen zu verteidigen.
Zuvor besuchte Mohammed bin Zayed ein Krankenhaus und traf dort fünf Verletzte, darunter zwei Emiratis und drei ausländische Arbeitskräfte. In einem dort aufgenommenen Video richtete Mohammed bin Zayed seine Worte ausdrücklich an die »Feinde der VAE« und warnte: Die Emirate seien »attraktiv«, »wunderschön« und »ein Vorbild«, hätten aber »eine dicke Haut und bitteres Fleisch« und seien »keine leichte Beute«. Er verspricht, die VAE würden aus der aktuellen Krise »stärker als zuvor« hervorgehen.
Die Emirate stehen seit Tagen unter besonders massiven iranischen Angriffen. Der Flughafen Dubai musste nach einem iranischen Drohnenangriff nahe den Terminals den Betrieb vorübergehend aussetzen. Die Frage bleibt, ob Abu Dhabi und die anderen Golfstaaten Irans Angriffswelle eher auszuhalten versuchen und auf Abschreckung, Diplomatie und das Sicherheitsnetz ihrer Alliierten setzen, statt selbst deutlich zu eskalieren.



