Die USA erlauben einem Bericht der »New York Times« zufolge einen russischen Öltanker Kuba anzusteuern. Damit würden die USA ihre Blockade des Karabikstaates lockern. Der mit 730.000 Barrel russischem Rohöl beladene Frachter »Anatoli Kolodkin« befand sich am Sonntag nördlich von Haiti auf dem Weg zum Hafen von Matanzas im Westen Kubas, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte.
Die Regierung von Donald Trump hatte zuvor alle Öllieferungen an Kuba blockiert, um Druck auf die dortige Regierung auszuüben. Der »New York Times« zufolge ist bisher unklar, warum die USA nun einer Lockerung zugestimmt haben. Sanktionen gegen Russland haben die USA wegen des Irankriegs zeitweise aufgehoben.
Landesweite Stromausfälle
Die Öllieferung des »Anatoli Kolodkin« würde Kuba eine signifikante Erleichterung verschaffen, so Präsident Miguel Díaz-Canel. Sein Land habe seit drei Monaten kein Öl erhalten.
Kuba steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist massiv eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an. Russland will dem kommunistisch regierten Land nach eigenen Angaben unter die Arme greifen.
Die USA hatten nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einer Militärintervention Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen lassen. Venezuela war bislang der wichtigste Öllieferant für Kuba. Ende Januar verschärfte US-Präsident Donald Trump den wirtschaftlichen Druck weiter. Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Der US-Präsident hatte vor Kurzem noch behauptet, er könne mit Kuba »machen, was ich will«. Tatsächlich wankt das Regime wegen der landesweiten Stromausfälle. Es zeichnet sich sogar schon ab, wie es nach einem Machtwechsel weitergehen könnte. Lesen Sie hier mehr.



