Künstliche Intelligenz: Nvidia weist Gerüchte über stockende OpenAI-Investitionen zurück
Nvidia-CEO Jensen Huang: Er weist die Gerüchte über stockende Investitionen seiner Firma zurück. Foto: REUTERS
New York. Nvidia-Chef Jensen Huang hat Berichte über ein Zerwürfnis mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zurückgewiesen, zugleich aber Abstriche bei der ursprünglich geplanten Investitionssumme signalisiert. Es sei Unsinn, dass er unzufrieden mit dem Partner sei, sagte Huang am Samstag in Taipeh.
„Wir werden eine riesige Investition in OpenAI tätigen“, sagte Huang. Auf die Frage, ob das Volumen wie im September angekündigt bei über 100 Milliarden Dollar liegen werde, antwortete Huang jedoch: „Nein, nein, nichts dergleichen.“
Beide Unternehmen hatten im Herbst eine Absichtserklärung über eine Partnerschaft mit einem solchen Investitionsvolumen veröffentlicht. Über die genaue Summe der nun anstehenden Beteiligung entscheide OpenAI-Chef Sam Altman, sagte Huang weiter.
Damit reagiert Huang auf einen Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ), wonach die Allianz ins Stocken geraten sei. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Nvidia sich an OpenAI beteiligt und das KI-Unternehmen im Gegenzug Nvidia-Chips kauft – eine Konstruktion, die Analysten wegen möglicher Wettbewerbsbedenken kritisch sahen.
Dem Bericht zufolge hatte Huang intern die mangelnde geschäftliche Disziplin von OpenAI kritisiert. Öffentlich betonte er nun jedoch den Schulterschluss: „Ich glaube an OpenAI, ihre Arbeit ist unglaublich (…) und ich arbeite wirklich gerne mit Sam zusammen.“ Nvidia werde sich auf jeden Fall an der laufenden Finanzierungsrunde beteiligen. Es handele sich wahrscheinlich um die größte Investition in der Geschichte des Chipkonzerns.
Eine Nvidia-Sprecherin hatte die Meldung des „Wall Street Journal“ auf Handelsblatt-Anfrage am Freitagabend (Ortszeit) bereits nicht bestätigen wollen. „Wir sind seit zehn Jahren der bevorzugte Partner von OpenAI. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, erklärte sie.
OpenAI befindet sich derzeit in Gesprächen über eine massive Kapitalerhöhung, um den Kauf teurer KI-Chips zu finanzieren. Der Konzern strebt in dieser Runde an, insgesamt bis zu 100 Milliarden Dollar einzuwerben. Amazon befindet sich laut Berichten vom Donnerstag in Gesprächen über eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar und über eine Ausweitung einer Vereinbarung, bei der der Technologiekonzern Rechenleistung an das KI-Start-up verkauft.



