Venezuelas Opposition kämpft um Neuanfang
Nach der Festnahme von Präsident Maduro durch US-Kräfte versucht Venezuelas Opposition, sich zu reorganisieren. Doch das Regime bleibt stabil – und die Angst sitzt tief.
In Venezuela herrscht eine merkwürdige Stille unter Gegnern des Regimes. Oppositionelle treffen sich nur im Verborgenen, löschen Nachrichten sofort und halten sich bedeckt. Die Erinnerung an Verhaftungen und Kontrollen durch Sicherheitskräfte wirkt noch immer nach.
Zwar sind die bewaffneten Schlägertruppen aus vielen Straßen verschwunden und Militärposten weniger präsent als früher. Doch die Bedrohung bleibt real: Menschenrechtsorganisationen gehen von über 500 politischen Gefangenen aus. Diese Drohkulisse reicht aus, um die Opposition zu lähmen – sie organisiert sich nur zögerlich und tritt kaum öffentlich in Erscheinung.
Dabei wäre jetzt der richtige Moment zum Handeln. Mit der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro vor etwa zehn Wochen durch US-Spezialeinheiten ist zwar eine zentrale Figur weggefallen. Doch das Machtsystem besteht fort: Delcy Rodríguez führt nun das Land an, ihr Bruder kontrolliert das Parlament, und Diosdado Cabello den Sicherheitsapparat. Das Regime hat sich neu strukturiert, aber nicht aufgelöst.