Magdeburg-Anschlag: Wie Behörden Warnsignale übersahen
Vier Tage vor Weihnachten 2024 tötet Taleb Al Abdulmohsen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sechs Menschen. Eine SPIEGEL-Recherche zeigt: Der Arzt war den Behörden lange bekannt – doch keiner erkannte die Gefahr.
Am 20. Dezember 2024 fährt Taleb Al Abdulmohsen mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Sechs Besucher sterben, mehr als 300 werden verletzt. Eine der schwersten Attentaten in Deutschland in den vergangenen Jahren.
Das Rechercheteam des SPIEGEL hat sich danach der Frage gestellt: Hätte diese Tragödie verhindert werden können? Die Antwort ist beunruhigend: Der damals 50-jährige Mediziner war Behörden bereits seit Jahren aufgefallen. Seine Verhaltensweisen, seine öffentlichen Äußerungen – alles deutete auf einen instabilen Mann hin.
Doch die zuständigen Stellen ordneten seine Auffälligkeiten falsch ein. Sie sahen in ihm eher einen hartnäckigen Querulanten als einen potenziellen Gefährder. Niemand kam zu der Einschätzung, dass unmittelbare Gefahr von ihm ausgehen könnte. Die Recherche zeigt ein System, das wichtige Warnsignale übersah oder nicht richtig zusammensetzte.