Mark Rutte trifft Donald Trump: Der Nato-Chef beschwichtigt, der US-Präsident grollt weiter

Mark Rutte trifft Donald Trump: Der Nato-Chef beschwichtigt, der US-Präsident grollt weiter

Treffen im Weißen Haus

Der Nato-Chef beschwichtigt, Trump grollt weiter

Der US-Präsident ist sauer auf die Nato-Staaten, die ihm im Irankrieg nicht beistehen wollten. Nun musste Generalsekretär Mark Rutte ins Oval Office. Es wurde offenbar Klartext geredet.

Nato-Generalsekretär Rutte, Gastgeber Trump im Oval Office (am 22. Oktober 2025)
Nato-Generalsekretär Rutte, Gastgeber Trump im Oval Office (am 22. Oktober 2025)

Nato-Generalsekretär Rutte, Gastgeber Trump im Oval Office (am 22. Oktober 2025)


Foto: Alex Brandon / AP

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Was eigentlich ein Routinetermin sein sollte, stand dieses Mal unter besonderer Beobachtung. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat Donald Trump im Weißen Haus besucht. Und der US-Präsident ist derzeit noch schlechter auf das Militärbündnis zu sprechen als sonst.

Anders als üblich fand die Begegnung unter Ausschluss der Presse statt. Nach rund zweieinhalb Stunden später verließ Rutte das Weiße Haus wieder.

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Er bezeichnete das Treffen im Gespräch mit dem US-Sender CNN als »sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden«. Trump habe sich »eindeutig enttäuscht« über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten gezeigt. Ob und in welchem Umfang ein möglicher Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Verteidigungsbündnis thematisiert wurde, sagte Rutte nicht.

In den vergangenen Tagen und Wochen hatten Äußerungen Trumps Ängste vor einem Austritt der USA aus dem Bündnis geschürt. Der US-Senat müsste einem Nato-Austritt mit Zweidrittelmehrheit zustimmen – was als sehr unwahrscheinlich gilt.

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Trump selbst postete nach dem Treffen in seinem Netzwerk Truth Social eine weitere Botschaft, die nicht direkt nach Deeskalation klang. In Großbuchstaben schrieb er dort: »Die Nato war nicht zur Stelle, als wir sie gebraucht haben. Und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie in Zukunft brauchen.« Zudem spielte er auch auf Grönland an. Mit seinen Ambitionen auf das dänische Autonomiegebiet hatte er im vergangenen Jahr eine Krise der Nato provoziert (mehr zum Thema hier ).

Rutte bemühte sich nach dem Termin, die Kritik von mehreren Bündnispartnern an Trumps Krieg gegen Iran herunterzuspielen. Er verneinte bei CNN die Frage, ob es unter den Verbündeten die vorherrschende Meinung gebe, dass der Krieg völkerrechtlich illegal sei. »Die Nato hat stets den Standpunkt vertreten, dass die Schwächung der atomaren Fähigkeiten und ballistischen Raketen von entscheidender Bedeutung ist«, sagte Rutte mit Blick auf Iran.

US-Abzug aus bestimmten Ländern möglich

Um die Nato für ihre Zurückhaltung im Irankrieg »zu bestrafen«, erwägt die Trump-Regierung nach Angaben des »Wall Street Journal«  einen Truppenabzug aus Ländern, die die US-Offensive gegen Iran nicht unterstützt haben. Die Soldaten könnten in Staaten verlegt werden, die als kooperativer eingeschätzt würden, berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter. Dies sei einer von mehreren diskutierten Plänen, um die Partner zu maßregeln, hieß es.

Das westliche Verteidigungsbündnis durchläuft in diesen Tagen die schwerste Krise seit seinem Bestehen (mehr dazu hier ). Schon vor Monaten bedeuteten die Amerikaner den Europäern, dass sie die konventionelle Verteidigung des Kontinents größtenteils selbst übernehmen müssten. Nur um die nukleare Abschreckung wolle man sich noch kümmern.

Der Krieg gegen Teheran hat die Lage noch einmal verschärft. Für Trump ist er ein strategisches Desaster. Seine Wut darüber lässt er an den Europäern aus, die er vor Kriegsbeginn nicht einmal informiert hatte (mehr dazu hier ).

Der Einsatz im Nahen Osten, sagte Trump zuletzt im Oval Office, sei »ein Test für die Nato«. Die Europäer müssten nicht helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. »Aber wenn ihr es nicht tut, werden wir uns daran erinnern.« Immer wieder schwang die Drohung mit dem Austritt in Trumps Gepolter mit.

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