Sie hatten nur zwei Orangen und Wasser dabei: Eltern setzen Kinder (3 und 5) in Portugal aus
An dieser Straße nahe Alcácer do Sal in Portugal wurden die Geschwister aus Frankreich gefunden
Alcácer do Sal (Portugal) – Sie liefen weinend über die staubige Straße und riefen um Hilfe: In Portugal wurden zwei französische Kinder (3 und 5) auf einer Landstraße gefunden: Ihre Eltern hatten sie offenbar absichtlich ausgesetzt und waren einfach davongefahren!
Wie mehrere portugiesische Medien berichten, wurden die Kinder am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr auf der Nationalstraße 253 zwischen Alcácer do Sal und Comporta (Portugal) gefunden. In der Region ist es um diese Zeit noch fast 30 Grad Celsius heiß. Augenzeuge Alexandre Quintas sah die Kinder im Rückspiegel seines Autos, als sie plötzlich auf die Fahrbahn liefen. Er stoppte sofort.
Kinder hatten nur Obst, Wasser und Kleidung dabei
Dem Nachrichtensender „SIC Notícias“ erzählte der Mann, dass der Junge (5) ihm auf Französisch gesagt hätte, die Eltern hätten ihn und seine kleine Schwester einfach zurückgelassen: „Mir wurde sofort klar, dass sie ausgesetzt worden waren, als ich sah, wie die Rucksäcke gepackt waren.“ Laut Quintas enthielten die Taschen Kleidung zum Wechseln, zwei Orangen und zwei Flaschen Wasser.
Alexandre Quintas fand die Kinder und alarmierte die Polizei
Eltern verbanden ihnen die Augen und verschwanden
Was der Junge dann noch erzählt, lässt den Augenzeugen erschauern: Angeblich verband der Stiefvater den beiden Kindern die Augen, dann führten die Eltern sie in ein Waldstück neben der Straße: „Sie sagten den Kindern, sie sollten dort nach einem Spielzeug suchen.“ Als die Geschwister die Augenbinde abnahmen, waren die Mutter und der Stiefvater verschwunden.
Kinder in Sicherheit, Eltern identifiziert
Quintas fuhr mit den Kindern zur Bäckerei der Familie. Dort alarmierte er die Polizei. Die Beamten brachten die Geschwister ins Krankenhaus, wo sie untersucht wurden. Die Beamten ermittelten, dass die Kinder aus Frankreich stammen, eine Vermisstenanzeige gab es nicht. Den Geschwistern geht es den Umständen entsprechend gut, sie sollen inzwischen in der französischen Botschaft sein. Die Eltern wurden, so berichten mehrere Medien, bereits identifiziert. Ob sie schon gefunden und befragt wurden, ist aktuell nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft hat den Fall dem Familien- und Jugendgericht gemeldet. Die Ermittlungen laufen.
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