Baden-Württemberg im Wahlkampf: Rentenalter und Steuern im Fokus
Im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg diskutieren CDU und Grüne über flexiblere Renteneintrittsalter. Parallel ringt die Berliner Koalition um Steuererleichterungen.
Baden-Württemberg zeigt sich im laufenden Wahlkampf von seiner pragmatischen Seite. Sowohl CDU-Kandidat Manuel Hagel als auch Grünen-Politiker Cem Özdemir signalisieren Offenheit für längere Erwerbstätigkeit. Während Hagel langfristig sogar die Rente mit 70 für notwendig hält, plädiert Özdemir für flexible Altersgrenzen, die je nach Beruf und Versicherungsdauer unterschiedlich ausfallen könnten. Eine pauschale Erhöhung lehnt der Grünen-Politiker jedoch ab.
In Berlin bekämpft sich die schwarz-rote Koalition unterdessen beim Thema Einkommensteuer. Die Union möchte den Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro greifen lassen, derzeit liegt die Grenze bei knapp 70.000 Euro. Die SPD signalisiert Zustimmung, fordert aber als Gegenleistung eine Erhöhung des Spitzensatzes auf 47 Prozent für höhere Einkommen. Beide Seiten präsentieren ihre Maximalforderungen, was Verhandler als klassische Taktik zur Preisfindung verstehen.
Unterdessen zeigt sich die Inflation in Deutschland hartnäckig: Im Januar stiegen die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind höhere Spritpreise und teurere Lebensmittel. Experten erwarten, dass die Teuerungsrate 2026 knapp über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank verbleiben wird.