Verdächtige suchten in Görlitz Altmetall: Zwei Festnahmen nach Hauseinsturz mit drei Toten
Das Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 in Görlitz stürzte bei der Explosion ein, drei Menschen starben
Görlitz (Sachsen) – Mit einem heftigen Knall sackte plötzlich der Boden ab. Die verheerende Explosion, die ein ganzes Haus im sächsischen Görlitz einstürzen ließ und drei Menschen unter den Trümmern begrub, wurde offenbar von zwei rücksichtslosen Dieben ausgelöst. Wie BILD weiß, hatten die Ermittler die Männer nach einem Tipp bereits seit Längerem im Visier. Erst jetzt wurde die Festnahme bestätigt.
Diese gab die Polizei am Sonntagabend in der MDR-Sendung „Kripo Live“ bekannt. Demnach sollen der Pole Bartosz K. (33) und der Afghane Zolmai K. (27) die Rohrleitungen in dem Haus in der Innenstadt manipuliert haben, sodass Gas austrat. Durch die Detonation war das Gebäude eingestürzt.
Polizei zeigt Bilder der mutmaßlichen Täter
Der Pole (33) wird verdächtigt, für die Explosion verantwortlich zu sein
„Beide Männer befinden sich aktuell wegen einer anderen Sache in Untersuchungshaft“, erklärte ein Polizeisprecher im TV. Die Beamten veröffentlichten dazu zwei Bilder der Verdächtigen, um die Bevölkerung zunächst ausschließlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen um Hinweise zu bitten.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Diebe handelt, die am 18. Mai in der Grenzgegend auf der Suche nach Beute waren. Sie hätten es insbesondere auf Fahrräder, Schrott oder Kupferkabel abgesehen, so die Behörden. Nach BILD-Informationen waren der Pole und der Afghane mit der Narbe am Hinterkopf bereits zuvor als Metalldiebe bei der Polizei bekannt.
Der 27-jährige Afghane wurde ebenfalls von der Polizei festgenommen
Retter suchten tagelang nach Verschütteten
Am Nachmittag waren die Männer schließlich in das Mehrfamilienhaus gelangt. Offenbar hatten sie bei dem Versuch, die Kupferleitung abzusägen, ein Gasleck verursacht und waren geflüchtet. Eine Überwachungskamera filmte später an der Grenze den 27-Jährigen auf einem Fahrrad.
Bei dem Unglück waren zwei Touristinnen aus Rumänien (25, 26) ums Leben gekommen. Zudem starb ein 48-jähriger Mann, der aus Bulgarien stammte und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten tagelang nach den drei Vermissten. Zum Teil arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.
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