+++ Nahost +++: Netanjahu kündigt Intensivierung von Angriffen auf Teheran an

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Nahost: Netanjahu kündigt Intensivierung von Angriffen auf Teheran an

Live-BlogTrump: Werde mit iranischer Führung sprechen +++ Drei tote US-Soldaten nach Iran-Angriffen +++ Auch Ex-Präsident Ahmadinedschad getötet +++ Der Newsblog. 01.03.2026 – 19:10 Uhr aktualisiert
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Benjamin Netanjahu: Der israelische Ministerpräsident lässt die Offensive gegen den Iran fortsetzen. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Partei dementiert: Ahmadinedschad angeblich noch am Leben
Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll nach Angaben seiner Partei Dolate Bahar doch nicht getötet worden sein. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Ilna gemeldet, der 69-Jährige sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen. Welche der beiden Angaben richtig ist, konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden. 
„Dolate Bahar gibt hiermit bekannt, dass die Berichte über den Märtyrertod von Dr. Ahmadinedschad bei den amerikanisch-israelischen Angriffen falsch sind“, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Partei. 

Thüringens Innenminister Maier warnt vor möglichen Terroranschlägen in Deutschland

Nach den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten warnt Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) vor möglichen Terroranschlägen in Deutschland. Gegenschläge und Racheakte des iranischen Regimes könnten „auch in asymmetrischer Form durch Terroranschläge in westlichen Ländern geschehen“, sagte Maier dem Handelsblatt. „Wir müssen deshalb auf alles gefasst sein und alles daran setzen, die Netzwerke der Revolutionsgarden aufzudecken und zu bekämpfen.“

„Das Terrorregime in Teheran steht nach den heftigen Luftangriffen und dem Ausschalten fast der gesamten Führungsriege mit dem Rücken an der Wand“, sagte der SPD-Politiker weiter. Es handle sich um „einen Überlebenskampf, der mit allen Mitteln und großer Brutalität geführt werden wird“. Aufgrund der inneren Instabilität müsse das Regime nun unter Beweis stellen, „dass es noch in der Lage ist, auf die israelisch-amerikanischen Angriffe mit Gegenschlägen und Racheakten zu reagieren“. Dies erhöhe auch für westliche Staaten die Gefährdungslage.

Nach Angaben Maiers wurden die Sicherheitsmaßnahmen bereits angepasst. „In Thüringen und allen anderen Bundesländern wurde der Schutz jüdischer, israelischer und amerikanischer Einrichtungen bereits verstärkt, um Angriffen vorzubeugen.“

Netanjahu kündigt Intensivierung von Angriffen auf Teheran an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine weitere Intensivierung der militärischen Angriffe auf Teheran angekündigt. Die israelische Armee greife bereits mit „zunehmender Stärke“ im Herzen der iranischen Hauptstadt an, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Dies werde sich in den kommenden Tagen jedoch noch weiter verstärken.

Nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Israel Katz, dem Generalstabschef Ejal Zamir und dem Leiter des Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, habe er die Anweisung gegeben, die Offensive fortzusetzen

Iranische Drohne trifft französischen Marinestützpunkt

Bei dem iranischen Drohnenangriff auf den Hafen von Abu Dhabi wurde der Hangar eines französischen Marinestützpunktes getroffen, der an den Stützpunkt der Emirate angrenzt. Das teilte Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin mit. Dabei seien lediglich begrenzte Sachschäden entstanden. Verletzte seien nicht zu beklagen. Die französischen Streitkräfte seien „angesichts einer sich stündlich verändernden Lage in höchster Alarmbereitschaft“. 

Wadepuhl: Können in Nahost Gestrandete nicht ausfliegen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht keine Möglichkeit, im Nahen Osten gestrandete Deutsche ausfliegen zu lassen. „Dazu sind wir nicht in der Lage“, sagte Wadephul 

in einem „Bild“-Interview

 und verwies darauf, dass die Lufträume in der Region für zivile Flugzeuge gesperrt seien. Stattdessen versuche das Auswärtige Amt, die Betroffenen mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien geöffnet.

Trump: Iranische Führung will reden und ich habe zugestimmt

US-Präsident Donald Trump kündigt Gespräche mit der iranischen Führung an. „Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt, also werde ich mit ihnen reden“, sagt er 

der Zeitschrift „Atlantic“

. „Sie hätten es früher tun sollen“, sagt Trump weiter. „Sie haben zu lange gewartet.“

dpa

US-Militär bestreitet Angriff auf Flugzeugträger

Das US-Militär hat Angaben des Irans bestritten, der US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ sei bei einem Angriff getroffen worden. Raketen seien „nicht einmal in die Nähe“ des Flugzeugträgers gelangt, teilte das Zentralkommando des Militärs am Sonntag auf der Plattform X mit. Das Kriegsschiff sei weiter im Einsatz.

Merz unterstützt Angriffe der USA und Israels: „Jetzt ist nicht die Zeit für Belehrungen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Sonntag, er stehe mit Israel in engem Austausch. Die Bundesregierung habe Vorkehrungen getroffen, um die mehreren Tausend Reisenden in der Region zu unterstützen. Das Auswärtige Amt stelle Informationen zur Verfügung. Ausreisemöglichkeiten für alle könne man derzeit aber nicht bereitstellen.

Merz sprach auch Gefahren für deutsche Staatsbürger an. „Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden“, sagte er. „Das Mullah-Regime ist ein Terrorregime“, betonte Merz. Die Atom- und Raketenprogramme des Landes seien eine Gefahr für die ganze Welt. Die Bundesregierung teile die Erleichterung der Iraner, „dass das Mullah-Regime zum Ende kommt“. Die Militärschläge seien nicht ohne Risiko. Doch das nehme man in Kauf. 

Merz forderte Teheran auf, die wahllosen Angriffe auf die Nachbarstaaten zu beenden. Die Folgen des Angriffs seien derzeit nicht abzuschätzen. Völkerrechtliche Einschätzungen ebenso wie Sanktionspakete hätten in der Vergangenheit nichts gebracht. Deutschland sei nicht bereit gewesen, selbst militärisch einzugreifen.

Merz stellt vier Eckpunkte vor, für die Deutschland einstehen würde:

  • Ein neues Friedens- und Stabilitätsprogramm
  • Neuer Atomvertrag
  • Stabilisierung des Landes mit EU-Mitteln
  • Iranisches Volk dabei unterstützen, frei über das eigene Schicksal zu entscheiden


Wir wünschen uns eine noch engere transatlantische Kooperation

Bundeskanzler Friedrich Merz

Der Bundeskanzler verglich den Konflikt mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Beides seien nicht zu rechtfertigende Bedrohungen für Nachbarländer. „Wir wünschen uns eine noch engere transatlantische Kooperation“, sagte Merz. Deutschland trage als Partner die größte Last bei der Unterstützung der Ukraine, die USA steckten viele Ressourcen in den Konflikt im Nahen Osten, das sei im Sinne der „transatlantischen Lastenteilung“. Es sei außerdem „nicht die Zeit für Belehrungen“, ob dieser Angriff richtig und im Sinne des Völkerrechts sei.

Iraner und Iranerinnen, die im Exil in Deutschland lebten, seien in der Vergangenheit immer wieder in Gefahr gewesen. Bisher gebe es keine Anzeichen, dass diese aktuell konkreten Gefahren ausgesetzt seien, sagte Merz.

Mindestens drei US-Soldaten getötet

Das US-Verteidigungsministerium berichtet, dass drei US-Militärangehörige im Zusammenhang mit den Angriffen auf den Iran getötet wurden. Genauere Angaben dazu, wo, wann und wie diese zu Tode kamen, machte das Pentagon nicht. Fünf weitere seien schwer verletzt worden.

Ex-Präsident Ahmadinedschad ebenfalls getötet

Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt.

Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.

Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten. Ahmadinedschad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren.

Iranischer Außenminister: Neuer Führer soll innerhalb der nächsten zwei Tage gewählt werden

Im Iran wird nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi innerhalb der nächsten beiden Tage ein neuer Oberster Führer gewählt. Die Aussagen machte er am Sonntag im Sender Al Jazeera, einen Tag nachdem der bisherige Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei bei Luftangriffen der USA und Israels getötet worden war. Der iranische Präsident Massud Pesseschkian teilte mit, dass ein neuer temporärer Führungsrat „seine Arbeit aufgenommen“ habe. Pesseschkians vorab aufgezeichnete Botschaft wurde am Sonntag im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Pesseschkian ist eines von drei Mitgliedern des Gremiums.

Maersk leitet Schiffe wegen Nah-Ost-Lage um Afrika um

Die dänische Reederei Maersk leitet wegen der Lage im Nahen Osten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas um. Betroffen seien die Routen vom Nahen Osten und Indien ins Mittelmeer sowie zur US-Ostküste, teilt das Unternehmen mit. Zukünftige Fahrten auf der Trans-Suez-Route durch die Meerenge Bab al-Mandab würden vorerst ausgesetzt. Die Annahme von Fracht für die Nahost-Region werde jedoch fortgesetzt.

Irans Präsident: Führungsrat nimmt Angriff auf

Der iranische Führungsrat hat nach den Worten von Präsident Massud Peseschkian seine Arbeit aufgenommen. In einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Videobotschaft erklärt er zudem, die Streitkräfte des Landes würden die Feinde „hoffnungslos“ zurücklassen.

Saudi-Arabien bestellt iranischen Botschafter ein

Nach iranischen Angriffen auf saudi-arabisches Territorium hat Riad den Botschafter der Islamischen Republik einbestellt. Hintergrund seien „eklatante iranische Angriffe“, die sich gegen das Königreich sowie andere „Bruderstaaten“ gerichtet hätten, teilte das saudische Außenministerium mit. Bei dem Treffen mit Botschafter Ali Reza Enajati habe der stellvertretende Außenminister Walid bin Abdulkarim Al-Churaidschi die Missbilligung und Verurteilung der Angriffe durch Riad bekräftigt. Saudi-Arabien lehne jegliche Verletzung der staatlichen Souveränität ab.

Das Königreich werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu verteidigen und sein Staatsgebiet zu schützen, hieß es weiter. Eine unmittelbare Stellungnahme aus dem Iran lag zunächst nicht vor. Der saudische Fernsehsender Al-Arabija berichtete darüber hinaus, dass die Außenminister der Golfstaaten am Abend zu einem „Notfalltreffen“ per Videokonferenz zusammen kommen wollten, um über die Lage zu beraten.

Weltweit trauern Muslime um den Tod des iranischen Religionsführers Chamenei

Trauerveranstaltung in Kapstadt RODGER BOSCH / AFP

Demonstration in Islamabad Aamir QURESHI / AFP

Iranische Botschaft in Moskau REUTERS/Anastasia Barashkova

Demonstrationen in Ankara REUTERS/Efekan Akyuz

Schiff im Persischen Golf von Geschoss getroffen

Ein Schiff ist nach Angaben der britischen Behörde UKMTO vor den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich 17 Seemeilen nordwestlich des Hafens Mina Saqr im Emirat Ras Al Khaimah, unweit der Straße von Hormus. Das durch den Treffer ausgelöste Feuer sei inzwischen gelöscht, und das Schiff setze seine Reise fort.

Ölpreis steigt nach Angriffen

Die Eskalation im Nahen Osten beflügelt den Ölpreis: Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran stieg der Preis der Nordseesorte Brent am Sonntag im außerbörslichen Handel um zehn Prozent auf rund 80 Dollar je Barrel, wie Ölhändler sagten. Analysten prognostizierten, dass der Preis auf 100 Dollar oder mehr klettern könnte.

Israelisches Militär dementiert Angriff auf Schule

Das israelische Militär ist sich nach Angaben eines Sprechers keiner Angriffe durch Israel oder die USA in der Gegend einer Mädchenschule im Süden des Irans bewusst, wo iranischen Angaben zufolge mehr als 100 Menschen getötet worden sein wollen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, die Schule in Minab sei am Samstag getroffen worden. Ein Sprecher des US-Militärs, Tim Hawkins, teilte am Samstag mit, die USA ermittelten zu Berichten über einen Beschuss.

Getroffene Schule in der Region Hormozgan Iranisches Rotes Kreuz

Israel: Acht Tote und Dutzende Verletzte bei Raketenangriffen

Neue iranische Raketenangriffe auf Israel haben in weiten Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst. Einwohner der Stadt Tel Aviv berichteten von lauten Explosionen. Der israelische TV-Sender N12 berichtete, es habe mehrere Einschläge gegeben. 

In der Stadt Beit Shemesch sind nach Angaben des Rettungsdienstes mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Mindestens 20 weitere wurden verletzt.

Millionen von Einwohnern harrten in Schutzräumen aus. „Wir hören immer wieder laute Knallgeräusche, möglicherweise sind das auch Abwehrraketen“, sagte ein Einwohner Tel Avivs. „Es nimmt einfach kein Ende.“ Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran am Samstagmorgen berichten Einwohner Israels von ständigen Gegenangriffen des Irans auf israelische Bevölkerungszentren, teilweise im halbstündigen Takt. 

Am Samstag war bei einem Raketeneinschlag in Tel Aviv eine Frau getötet worden. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben bei iranischen Raketenangriffen auf Israel bisher zwei Frauen, Dutzende Menschen wurden verletzt.

DHL will auf Luftraum-Sperrungen flexibel reagieren

Der Logistikkonzern DHL will auf die Luftraumschließungen im Nahen Osten flexibel reagieren. „Wir haben Erfahrungen mit dynamischen und sich schnell verändernden Szenarien und können hierauf mit Routenanpassungen oder alternativen Transportlösungen auch kurzfristig Alternativen für unsere Kunden anbieten“, erklärt das Unternehmen. „Wir beobachten die Entwicklungen im Iran und der Region sehr genau. Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für uns höchste Priorität.“

Zweites Schiff wurde vor Oman angeschossen

Ein Schiff ist nach Angaben der britischen Behörde UKMTO 50 Seemeilen nördlich der omanischen Hauptstadt Maskat von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, das inzwischen unter Kontrolle sei. Es ist bereits der zweite Vorfall, den die Behörde am Sonntag meldet. Zuvor hatte es einen Zwischenfall vor Kumzar in der Straße von Hormus gegeben.

Lage in Tel Aviv: Zerstörung in der Stadt wird sichtbar

Im Laufe des Tages können sich die Israelis ein Bild von der Zerstörung machen, die die iranischen Raketen verursacht haben. Das bislang schlimmste Beispiel ist der Direkteinschlag einer ballistischen Rakete in ein Wohngebäude im Zentrum von Tel Aviv. Dabei wurde eine 40-jährige Philippinerin getötet, 25 weitere Menschen wurden verletzt.

Die genaue Adresse darf aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden. Dennoch versammelt sich in dem Viertel eine Traube aus Journalisten und Schaulustigen. In der Straße klafft ein mehrere Meter tiefer Krater.

Direkteinschlag in ein Wohngebäude im Zentrum von Tel Aviv Roei Kastro, Reuters

Durch die Druckwelle zersprangen in der Umgebung Fenster, Mauern brachen ein. Betroffen ist auch das Restaurant von Asaf Regev. Nachdem er eine Benachrichtigung erhalten hatte, dass die Feuermelder in seinem Lokal ausgelöst worden waren, radelte der 33-Jährige gegen drei Uhr nachts dorthin.

„Die gesamte Straße lag voller Scherben“, erzählte er. Auch die Schaufenster des Blumenladens nebenan wurden von der Druckwelle zersprengt.

Asaf Regev betreibt ein Restaurant in der Gegend des Einschlags Léonardo Kahn

„Als wir ankamen, waren schon ein paar Bierflaschen aus dem Kühlschrank verschwunden“, sagt Regev. Damit nicht noch mehr Weinflaschen und Inventar gestohlen werden, beschlossen er und ein Arbeitskollege, den Rest der Nacht Wache zu halten. Sie öffneten ein paar Biere und rauchten.

Als später die Polizei zur Bestandsaufnahme vorbeikam, sagte ein Beamter zu der Gruppe: „So ist das Leben.“ Regev antwortete: „Nein, so ist das Leben in Israel.“

Gemeinsam mit Freunden räumt Regev den Laden auf Léonardo Kahn

Am Morgen räumt er gemeinsam mit Freunden den Laden auf. Sie tragen die zerbrochenen Fensterrahmen hinaus und kehren die Glasscherben zusammen. Regev hofft auf ruhigere Zeiten, jetzt, da Irans oberster Führer Ali Khamenei tot ist, und auf ein baldiges Ende der Angriffe.

„Sobald die Raketen aufhören, räumen wir hier alles auf und öffnen in zwei Wochen wieder“, sagt er und lacht. Wahrscheinlich, weiß er selbst, ist das eher Wunschdenken.

Papst warnt in Sonntagsgebet vor „unwiderruflichem Abgrund“

Papst Leo XIV. hat angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran und dessen Gegenschlägen eine Rückkehr zur Diplomatie verlangt. Das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken sprach zum Abschluss seines Sonntagsgebets im Vatikan von einer „Tragödie von enormem Ausmaß“. „Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen erreichen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod säen, sondern nur durch einen vernünftigen, verantwortungsvollen und authentischen Dialog.“ 

Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz mahnte der Pontifex alle Beteiligten, „moralische Verantwortung“ zu übernehmen. Die Spirale der Gewalt müsse beendet werden, „bevor sie zu einem unwiderruflichen Abgrund wird“. Leo schloss mit den Worten: „Möge die Diplomatie ihre Rolle wiederfinden und das Wohl der Völker gefördert werden.“

EU-Außenbeauftragte Kallas: Weg frei für einen „anderen Iran“

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnet den Tod von Ajatollah Ali Chamenei als einen „entscheidenden Moment“ in der Geschichte Irans. Zwar sei die Zukunft ungewiss, doch sei nun der Weg frei für ein „anderes Iran“, das die Menschen mit größerer Freiheit gestalten könnten, schreibt Kallas auf der Plattform X. Sie stehe mit Partnern in Kontakt, um Schritte zur Deeskalation zu finden.

Deutscher Antisemitimusbeauftragter warnt vor Angriffen hierzulande

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor Gewalt in Deutschland. Es sei damit zu rechnen, „dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird“, sagt Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa haben wir in der Vergangenheit immer wieder gesehen.“

HB

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