Strompreise sinken – doch Haushalte profitieren weniger als erhofft
Die Netzentgelte fallen zum Jahreswechsel deutlich. Doch Energieversorger sind nicht verpflichtet, die Ersparnis vollständig weiterzugeben. Verbraucher können mit moderaten Entlastungen rechnen.
Die Stromkosten in Deutschland sollten sich ab Januar 2026 senken. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber geben einen staatlichen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro an ihre Kunden weiter, wodurch die Netzentgelte im Schnitt um 57 Prozent fallen – von 6,65 auf 2,86 Cent pro Kilowattstunde.
Ob und inwieweit diese Senkung bei den privaten Verbrauchern ankommt, ist allerdings fraglich. Nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox wird nur etwa ein Drittel der Ersparnis an Haushalte weitergegeben. Ein dreiköpfiger Haushalt könnte damit mit einer jährlichen Entlastung von rund 61 Euro rechnen, ein Single-Haushalt mit etwa 23 Euro. Hinzu kommt: Die Höhe der Ersparnis hängt stark vom jeweiligen Wohnort ab, da Regionen mit eigener Stromerzeugung weniger von den gesunkenen Übertragungsnetzentgelten profitieren.
Stromversorger sind rechtlich nicht zur Weitergabe verpflichtet. Sie verrechnen die niedrigeren Netzgebühren mit anderen Kostenfaktoren, weshalb Kunden möglicherweise nur durch einen Anbieterwechsel von der Preissenkung profitieren. Zudem warnen die Netzbetreiber: Sollte die parlamentarische Verabschiedung des Zuschusses bis Anfang Dezember nicht erfolgen, könnten die Entgelte wieder angehoben werden.