G7 plant Freigabe von Ölreserven gegen Preisanstieg
Die Finanzminister der führenden Industriestaaten beraten über die Mobilisierung strategischer Erdölbestände. Damit soll die Explosion der Rohölpreise gebremst werden.
Die G7-Staaten wollen ihre strategischen Ölreserven nutzen, um dem rasanten Preisanstieg am Energiemarkt entgegenzuwirken. Nach Informationen der Financial Times sollen die Finanzminister der Gruppe der sieben führenden Industrienationen noch heute über eine koordinierte Freigabe beraten. Die USA, die bereits ihre Zustimmung signalisiert haben, sprechen von einer Menge zwischen 300 und 400 Millionen Barrel, was etwa einem Viertel bis Drittel des gemeinsamen IEA-Reservebestands entspräche.
Der Rohölpreis ist in den vergangenen Tagen dramatisch gestiegen und hat die 100-Dollar-Marke pro Fass durchbrochen. Die Notierungen für Nordsee-Öl kletterten zeitweise auf knapp 120 Dollar, was einem Anstieg von bis zu 29 Prozent entsprach. Experten warnen, dass eine schnelle Lösung des zugrundeliegenden Konflikts unwahrscheinlich ist. Aktuelle politische Entwicklungen deuten eher auf eine Verschärfung der Spannungen hin.
Für die US-Regierung ist die Preisentwicklung politisch brisant: Höhere Energiekosten belasten Haushalte und Unternehmen. Eine schnelle Stabilisierung der Märkte könnte daher auch wirtschaftspolitisches Interesse haben, bevor wichtige Wahltermine anstehen.