Olympia-News heute im Live-Ticker: Deutsche Medaillensammlung wächst um Gold und Silber

Olympia-News heute im Live-Ticker: Deutsche Medaillensammlung wächst um Gold und Silber

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Das war der vierte Wettkampftag der Winterspiele


Taubitz fährt mit der Konkurrenz Schlitten:
Julia Taubitz hatte sich ihren Aperol redlich verdient. »Es war der geilste Tanz in meinem bisherigen Leben«, freute sich eine strahlende Rodel-Olympiasiegerin. »Ich konnte jeden Lauf genießen.« Fast eine Sekunde landete Taubitz, die 2022 in Peking nach einem Sturz nur Siebte wurde, vor Elina Bota aus Lettland und der US-Amerikanerin Ashley Farquharson. Eine Enttäuschung erlebte Merle Fräbel, die nach einem verpatzten dritten Lauf weit zurückfiel. 

Aicher versilbert auch die Kombination: 0,04 Sekunden hinter Gold in der Abfahrt, 0,05 Sekunden hinter Gold in der Team-Kombination: Ski-Allrounderin Emma Aicher zeigte in Cortina diesmal ihre Slalom-Qualitäten und veredelte die Vorarbeit von Kira Weidle-Winkelmann in der Abfahrt zu Silber. Gold ging an Katharina Huber und Ariane Rädler aus Österreich. Einen US-Erfolg verspielte ausgerechnet der eigentliche Slalom-Superstar Mikaela Shiffrin, sie fiel noch auf Platz vier zurück.

Biathleten und Mixed-Springer verpassen Medaillen: Biathlon-Team wie Skispringer waren ohne große Erwartungen zu den Spielen gereist – und durften sich doch bereits freuen: Bronze für die Skijäger in der Mixed-Staffel in Antholz, Gold für Philipp Raimund von der Normalschanze in Predazzo. Am Dienstag aber sollte die Medaillensammlung nicht wachsen: Das Mixed-Team verpasste die nächste Skisprung-Medaille um 1,2 Punkte, im Biathlon-Einzel über 20 Kilometer schoss Philipp Nawrath die eine Strafminute zu viel und schrammte um 42,2 Sekunden an Bronze vorbei. 

Damit geht ein ereignisreicher Olympia-Tag zu Ende. Morgen früh begrüßen Sie an unserer Stelle Marvin Rishi Krishan und Florian Pütz, unter anderem mit dem Super-G der Männer auf der Alpinpiste (11.30 Uhr) und dem 15-Kilometer-Einzel der Biathletinnen im Antholzer Tal (14.15 Uhr). Bis dahin wünschen Elisa und ich Ihnen eine gute Nacht!

Nein, es reicht nicht. Kagiyama verpatzt die Landung beim Dreifachaxel. Malinin qualifiziert sich also als Erster für die Kür am Freitag.

Jetzt ist Ilia Malinin dran. Der US-Superstar reißt das Publikum sofort mit. Er verzichtet auf den Vierfach-Axel, zeigt aber seinen Rückwärtssalto – anders als im Teamwettbewerb in gehockter Form. Mit 108,16 Punkten schiebt er sich auf den ersten Platz, mit deutlichem Vorsprung. Kann Yuma Kagiyama das toppen?

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Die USA sind der Goldstandard – und Deutschland trifft wohl auf Kanada

Gut sieben Minuten vor Spielschluss wechselte Kanada die Torhüterin: Im Eishockey das Zeichen für maximale Verzweiflung. Oder das Hissen der weißen Flagge. Oder beides. Es stand in der Santa Giulia Arena 5:0 für die USA. Dabei blieb es. Es ist eine historische Packung, der höchste Olympiasieg der Amerikanerinnen über ihre historisch erfolgreicheren Dauerrivalinnen. 

Eine Überraschung ist das Ergebnis allerdings nur bedingt. Schon sämtliche vier Partien der jüngsten »Rivalry Series« mit Spielen in beiden Ländern gewannen die Amerikanerinnen mit einem Gesamtscore von 24:7 Toren. Insgesamt ist es ihr siebter Sieg in Folge gegen Kanada. 

Mit einem weiteren Erfolg würden sie ihre längste Siegesserie aus den Jahren 2001/2002 einstellen. Vonstatten gehen könnte dieser Sieg im Finale am kommenden Donnerstag. Der Weg zu Gold, so viel ist klar, führt nur über die USA.

Deutschland wird durch das Resultat aus der Santa Giulia Arena aller Voraussicht nach auf die Kanadierinnen treffen – so diese nicht ihr Nachholspiel gegen Finnland verlieren, das wegen eines Virus im finnischen Lager vorige Woche verschoben werden musste.

Mikhail Shaidorov aus Kasachstan vollführt sein Kurzprogramm zur Filmmusik aus »Dune«. Eine Vielzahl der Teilnehmer sehen schon von Haus aus sehr Timothée-Chalamet-coded aus, bei Shaidorov ist dazu noch das Outfit aus dem Kleiderschrank von Paul Atreides (oder wirkt zumindest so).

In Mailand wärmt sich die letzte Eiskunstlauf-Gruppe auf. Jetzt kommen die Topathleten, unter ihnen auch Ilia Malinin, der »Vierfach-Gott« aus den USA. Als einziger Eiskunstläufer der Welt kann er alle Sprünge mit vierfacher Drehung zeigen.

Momentan führt der Italiener Daniel Grassl vor Cha Junhwan aus Südkorea und Kevin Aymoz aus Frankreich.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Kanada droht historisches Debakel

In der Arena Santa Giulia droht es richtig bitter zu werden für Kanada. Nach dem umstrittenen 0:3 zu Beginn des Drittels durch Kirsten Simms folgten weitere Strafzeiten und bald das 0:4 durch den zweiten Treffer von Hannah Bilka. 

Die Zuschauer bejubeln weiter tapfer jede Halbchance der Kanadierinnen, aber die wirken im Vergleich zu ihren Gegnerinnen undynamisch und offenbaren bisweilen auch unerwartete technische Fehler. Wie es so schön heißt: Ein Tor würde ihnen guttun – um im Hinblick auf das wahrscheinliche Finale beider Teams wenigstens ein bisschen Selbstvertrauen zu tanken. 

Nur mit einem Treffer könnten sie außerdem verhindern, die höchste Olympianiederlage gegen den Erzrivalen zu kassieren. Die datiert bisher von den Spielen 1998 in Nagano, ein 4:7. Immerhin: Das Schlussdrittel werden die Kanadierinnen nach einer Strafzeit gegen die USA in Überzahl beginnen. 

Strittige Situation im Eishockey-Duell zwischen Kanada und den USA: War der Puck über der Torlinie oder nicht? Die Schiedsrichterin entscheidet und gibt den USA das Tor. Auch eine erneute Beschwerde der Kanadier bleibt erfolglos. Damit steht es 3:0. Wer hier gewinnt, auf den treffen die deutschen Frauen im Viertelfinale.

Darum hat es für das DSV-Team nicht gereicht 

Das deutsche Skisprung-Team hat die erhoffte zweite Medaille bei diesen Winterspielen verpasst. In einem insgesamt durchschnittlichen Wettbewerb kamen Selina Freitag, Agnes Reisch, Felix Hoffmann und Olympiasieger Philipp Raimund allesamt nicht an ihre Bestleistungen heran.

Vor allem Freitag enttäuschte mit 91,5 Metern im ersten Durchgang. Dabei hätte die Schwester von Richard Freitag, der bei Olympia 2018 in Pyeongchang die Silbermedaille mit der Mannschaft gewonnen hatte, allen Grund gehabt, mit einem positiven Gefühl in diese Winterspiele zu gehen. In den letzten sechs Weltcupspringen vor der Abreise nach Italien war Freitag stets unter den besten sieben Springerinnen gelandet, doch das Selbstvertrauen hat sie verloren.

Schon nach den Trainingssprüngen und noch mehr nach dem Einzel von der Normalschanze wirkte die 24-Jährige genervt. Der Frust könnte zunehmen beim Blick auf das Endergebnis. Dem deutschen Team fehlen am Ende 1,2 Punkte, um den Bronzerang (Japan) zu erreichen und auch nur 5,5 Punkte für Silber. Der Platz ging an Norwegen. Einzig die Olympiasieger aus Slowenien waren deutlich besser. Skispringen wird nicht im Konjunktiv entschieden, aber wenn Freitag ihren ersten Sprung auf dem Niveau des zweiten (98,5 Meter und 12,4 Punkte mehr) gezeigt hätte, würde das deutsche Team nun über die Silbermedaille jubeln.

Reisch wiederum, die nach dem Einzel noch Tränen vergossen hatte, war zufrieden: »Das waren solide Sprünge«, sagte sie im Auslauf. »Genau so wollte ich das Team unterstützen.«

Nun steht in Predazzo der Umbau für die Wettbewerbe auf der Großschanze an. Dort machen die Männer am 14. Februar den Anfang, am Tag danach springen die Frauen. Zum Abschluss am 16. Februar steht noch das Super-Team der Männer an. 

In Mailand läuft gerade die Qualifikation der Eiskunstlauf-Männer im Kurzprogramm. Die besten 24 treten am Freitag im Finale an. Mit dabei ist heute auch ein Fanliebling dieser Spiele: der Spanier Tomas Guarino Sabate, der mit Musik aus den »Minions«-Filmen antritt. Er liegt nach 16 von 29 Startern auf dem 12. Platz, muss also noch zittern.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

So weit eine Lehrstunde der USA

Die neutralen Zuschauer in Mailand sind eher auf kanadischer Seite, wie eigentlich immer und überall bei diesem Prestigeduell – das war auch schon vor den aktuellen politischen Verwerfungen so.

Bisher haben die Fans allerdings kaum Gelegenheit, gefährliche Szenen der Vertreterinnen des Mutterlands des Eishockeys zu feiern. Die USA sind klar das bessere Team und führen nach dem ersten Drittel folgerichtig mit 2:0. Beide Tore durch Caroline Harvey und Hannah Bilka erzielte die zweite Angriffsreihe. Das Torschussverhältnis: 11:4.

Ausgeglichen gestalten konnten die Kanadierinnen bisher nur die Rangeleien. Dreimal gerieten Spielerinnen beider Teams aneinander, jedes Mal konnten sie allerdings recht schnell wieder getrennt werden.

Zum Schluss gab es noch kurz Verwirrung um die Punktzahl Japaner: Das deutsche Trainerteam hatte den Anlauf vor Philipp Raimunds Sprung verkürzt. Das gibt Bonuspunkte, aber nur, wenn der Sprung eine Mindestweite erreicht. Die hatte Ren Nikaido für Japan danach aus derselben Luke verfehlt. Die Punkte aber bekam er trotzdem. Warum? Weil vor den Japanern nicht der Trainer die Anlaufluke festgelegt hatte, sondern die Jury. Und in dem Fall ist die Bonifikation nicht mehr an die Mindestweite gekoppelt.

Slowenische Skispringer gewinnen Mixed-Team-Wettbewerb

Slowenien siegt im Mixed-Team-Skispringen vor Norwegen und Japan. Das deutsche Team um Olympiasieger Philipp Raimund zeigt solide, aber keine überragenden Sprünge. Am Ende reichte es knapp nicht. Die Mannschaft landet mit 1,2 Punkten Rückstand auf Platz vier. 

Domen Prevc bringt es nach Hause! 102 Meter, er hätte auch viel kürzer springen können und es hätte trotzdem gereicht. Gold für Slowenien!

Auch Norwegens Marius Lindvik bleibt vor dem deutschen Team. 100,5 Meter, sein bester Sprung auf dieser Schanze, die ihm bislang nicht zu liegen schien.

Das wird eng gegen Japan. Ren Nikaido landet bei 101 Metern, bekommt keine Bonuspunkte. Aber Japan bleibt vorne! 1,2 Punkte vor Deutschland, das ist ein guter halber Meter nach acht Sprüngen.

Bundestrainer Stephan Horngacher verringert die Anlauflänge, damit Philipp Raimund Bonuspunkte bekommt. Deswegen sind seine 102,5 Meter noch einmal hoch anzurechnen. Die Noten sind passabel, die Windpunkte sind okay. Deutschland bleibt vor Österreich, aber nun muss man hoffen, dass einer der drei Athleten, die noch oben sind, einen schwachen Sprung erwischt.

Stephan Embacher macht den Auftakt für die besten fünf Nationen. Der Österreicher springt 102 Meter weit. Das ist okay, aber kein Angriff auf die Medaillen.

Philipp Raimund muss acht Punkte auf Japan aufholen, falls es mit Bronze noch etwas werden soll. Das entspricht vier Metern. Nicht unmöglich, aber schwierig. Gerade gegen Ren Nikaido.

Das Problem für Deutschland: Für Platz vier gibt es noch keine Medaille. Und die Topteams zeigen keinerlei Nerven. Eirin Maria Kvandal hält Norwegen mit 99,5 Metern vor dem deutschen Team. Japans Sara Takanashi landet schon bei 97 Metern, liegt nun zwischen Deutschland und Norwegen. Und Nika Prevc? Lässt Slowenien weiter dominieren: 98,5 Meter halten den großen Vorsprung intakt.

Österreichs Julia Mühlbacher springt kürzer! 94,5 Meter, das bedeutet einen Platzwechsel: Deutschland vor dem letzten Springer schon einmal mindestens auf Platz vier.

Freitag landet bei 98,5 Metern. Das ist ein bisschen besser als noch im ersten Durchgang, auch das deutsche Trainerteam ist zufrieden.

Selina Freitag und Philipp Raimund sitzen für das deutsche Skisprungteam noch oben. Das sind doch für gewöhnlich Namen, die zuversichtlich stimmen.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Gegnerscouting für Deutschland

Die deutschen Eishockeyspielerinnen haben nach ihrem abschließenden 2:1-Sieg über Italien den zweiten Platz in der Olympia-B-Gruppe belegt. Sie treffen im Viertelfinale damit auf den Zweiten der aus fünf Teams bestehenden A-Gruppe. Das wird nach momentanem Stand Kanada sein, denn das hat gerade das 0:1 gegen die USA kassiert, die damit den ersten Platz sichern würden. 

Die schlechte Nachricht für die Deutschen: Sie werden gegen beide Teams keine Chance haben. Das hat bei Olympia traditionell keine der anderen Nationen. 

Nun kam eben eine bestens gelaunte Julia Taubitz in die Mixed Zone. In der Hand eine Flasche Wasser. »Das bleibt aber das letzte Wasser für heute, danach gibt’s Aperol.«

Sie sagte, sie habe sich einen Kindheitstraum erfüllt und wolle ein Vorbild sein, weil sie trotz des Sturzes vor vier Jahren nicht aufgegeben habe. »Wer immer nur gewinnt, lernt nichts.« 

Nun wollen sie feiern, aber »Halbgas, am Donnerstag ist ja noch Teamstaffel.« Da soll das nächste Gold folgen und dann gebe es eine noch ausgelassenere Party. 

Das hier läuft jetzt besser für das deutsche Team: Norwegens Kristoffer Eriksen Sundal schüttelt nach 97 Metern den Kopf. Hoffmann knabbert am Vorsprung der Zweit- und Drittplatzierten. Slowenien darf langsam, aber sich für die Gold-Feier planen: Anže Lanišek baut die Führung mit 101 Metern aus!

Österreichs Jan Hörl kontert. 103,5 Meter, der schmale Vorsprung vor dem deutschen Team wird minimal breiter, umgerechnet zwei Meter. Japans Ryōyū Kobayashi büßt dafür ein, landet schon nach 98,5 Metern. 

Felix Hoffmann ballt die Faust: 102,5 Meter! Ob er damit auf die vier Nationen aufholen kann, die noch vor Deutschland stehen, muss sich zeigen. Aber die Noten sind gut, die Weite passt. Aus dem Rennen wird Deutschland hier nach nicht sein.

Jetzt wird’s wieder ernst in Predazzo. Die besten acht Nationen wagen sich im Mixed-Team von der Normalschanze. Deutschland ist in Lauerstellung, Agnes Reisch macht den Auftakt. Und überzeugt! 96 Meter, das kann sich sehen lassen. Trotzdem fällt Deutschland vom vierten auf den fünften Platz zurück und lässt Österreich passieren. Alle anderen Top-Nationen geben sich ebenfalls keine Blöße. Acht Meter fehlen auf die Medaillenränge. 

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Mailands neues Juwel

Guten Abend aus der Arena Santa Giulia – Mailands einzigem Neubau zu diesen Winterspielen. Eine etwas andere Nummer als die in die Jahre gekommenen Messehallen, in denen hier sonst gesportelt wird. Gegeben wird heute Abend der Eishockeyklassiker Kanada gegen den USA bei den Frauen.

Rodel-Bundestrainer Patric Leitner war gerade da und erinnerte an Olympia 2022. Taubitz stürzte und verpasste eine gute Platzierung, Teamkollegin Natalie Geisenberger holte Gold, vor Anna Berreiter. Beide seien später mit ihren Medaillen ins Hotel gekommen. Und Taubitz? »Sie ist draußen gestanden und hat geklatscht und sich für ihre Kolleginnen gefreut. Das ist ein olympischer Moment«, sagt Leitner.

Taubitz habe sich den Sieg nun »verdient. Sie ist eine Kämpferin«.

Schweden gewinnt Gold im Mixed-Curling

Die Wranå-Geschwister setzen sich im achten End mit 6:5 gegen die Konkurrenz aus den USA durch. Schon heute Nachmittag hatte Italien die Bronzemedaille geholt.

🥇

Isabella Wranå & Rasmus Wranå (Schweden)

🥈

Korey Dropkin & Cory Thiesse (USA)

🥉

Stefania Constantini & Amos Mosaner (Italien)

Nach dem ersten Durchgang im Mixed-Team-Skispringen liegt Deutschland mit 502,1 Punkten auf Rang vier. Auf Bronze kann das Team um Olympiasieger Philipp Raimund noch hoffen, aber für Gold müsste einiges passieren. Da steht derzeit Slowenien mit den Prevc-Geschwistern und deutlichen 24 Punkten Vorsprung. Für die besten acht Teams geht es gleich weiter in die zweite Runde.

Domen Prevc baut den Vorsprung Sloweniens auf Norwegen aus. Er packt 100 Meter aus und bekommt gute Noten. Ren Nikaido aus Japan aber ist der Stärkste der Gruppe, verbessert die Ausgangslage seines Teams mit einem Sprung auf 103 Meter.

Hmm. Leichter Wackler bei der Landung, nur 98 Meter. Er holt fünf Punkte auf, aber dass Raimund mehr kann, weiß man ja spätestens seit gestern.

Marius Lindvik landet für Norwegen nach 97,5 Metern. Zum Vergleich: Die besten Springer der Einzelkonkurrenz sprangen knapp zehn Meter weiter. Kann Raimund die Chance nutzen?

Das aktuelle Kräfteverhältnis beim Skispringen, nachdem drei von vier Athletinnen und Athleten unten sind: Slowenien, Norwegen, Japan, Deutschland, Österreich. Also: Lauerstellung hinter den Medaillenrängen. Und Philipp Raimund kommt ja noch. 

Julia Taubitz überwindet ihr Peking-Trauma 

Sie hat es geschafft, Julia Taubitz ist Olympiasiegerin im Rennrodeln. Die 29-Jährige hält dem Druck stand und behauptet ihre Führung auch im vierten Lauf des olympischen Wettbewerbs von Cortina d’Ampezzo. Und das mit einer Abgebrühtheit, die ihresgleichen sucht. 

Im Ziel wird sie ausgelassen gefeiert, sofort bei ihr: Teamkollegin Merle Fräbel, die zur Halbzeit selbst noch Goldchancen hatte und Achte wurde. Die fünfmalige Gesamtweltcupsiegerin Taubitz erfüllt sich damit ihren großen sportlichen Traum – mit vier Jahren Verspätung, wenn man so will. Denn schon in Peking 2022 galt sie als Favoritin und legte auch einen furiosen ersten Lauf hin. Dann aber stürzte sie im zweiten, der Goldtraum war vorbei, Taubitz tief betrübt. In einem Interview mit »T-Online« sagte sie, vorher habe sie nicht mit einem Mentaltrainer gearbeitet, danach sehr wohl. 

Taubitz brauchte etwas Zeit, um den Rückschlag zu verkraften. Aber es gelang ihr. Acht Weltmeistertitel hat sie schon, nun ist sie Olympiasiegerin. Mehr geht im Rodelsport nicht. 

Sie setzt damit eine beeindruckende deutsche Dominanz fort, seit 1998 kommt die Olympiasiegerin im Einsitzer immer aus dem deutschen Team. Und auch die Männer lieferten bei diesen Spielen schon ab, Max Langenhan sicherte sich dort den Olympiasieg.

Die Siegerehrung der Rodlerinnen wird vorbereitet, in Predazzo wird währenddessen gesprungen. Im Mixed-Teamwettbewerb geht es eng zu, gerade springt Selina Freitag ins Tal. Sie landet bereits nach 91,5 Metern, lächelt ein bisschen gequält. Sloweniens Star-Springerin Nika Prevc etwa nimmt ihr sechs Meter ab. Ganz vorne spielt Deutschland aktuell nicht mit, aber in Sachen Medaillen ist weiterhin alles drin.

Julia Taubitz ist Olympiasiegerin

Das Drama von Peking 2022 ist vergessen: Julia Taubitz fährt mit fast einer Sekunde Vorsprung im Einsitzer zu Gold. Hinter ihr reihen sich Lettland und die USA ein: Elina Bota gewinnt Silber, Ashley Farquharson wird Dritte.

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Julia Taubitz (Deutschland)

Julia Taubitz ist Olympiasiegerin! Keine Fehler, Riesenvorsprung!

Jetzt kommt Julia Taubitz. Schafft sie es an Farquharson und Bota vorbei zu Gold?

Wie Bota da ins Ziel fährt und sofort von allen Trainern, Betreuern und Teamkollegen gefeiert wird, das ist schon toll. Hoffentlich gibt’s gleich ähnliche Bilder, wenn Julia Taubitz unten ist.

Die Lettin Elina Bota erwischt einen prima Lauf. Unten fehlt ihr das Tempo ein wenig, aber sie behält 0,039 Sekunden Vorsprung auf Farquharson.

Drei sind noch oben. Ashley Farquharson aus den USA hatte einen starken dritten Lauf gezeigt, startet aber langsam! Die Zeit pendelt zwischen grün und rot, es wird ganz knapp gegen Hofer, aber Farquharson kommt vor Hofer ein! 0,063 Sekunden, das ist fast nichts. Die Amerikanerin hat Bronze sicher und hofft auf mehr.

Robatschers Teamkollegin Verena Hofer kommt ebenfalls gut durch. Mit einem Vorsprung 0,087 Sekunden setzt sie sich an die Spitze. Der Stand jetzt: vorne zwei Italienerinnen, dahinter die beiden Deutschen.

Emily Fischnaller aus den USA will vorne angreifen, muss aber früh korrigieren und findet die ganze Fahrt über nicht mehr zur Linie. Ein unfassbar unruhiger Lauf. Am Ende ist sie froh, auf dem Schlitten zu bleiben, fällt aber weit zurück.

Die Italienerin Sandra Robatscher kennt das Eis in Cortina – und zieht mit einem guten Lauf an Anna Berreiter vorbei. Etwa drei Zehntel trennen sie von der Deutschen. 

Anna Berreiter startet schnell, hatte dazu Vorsprung auf Fräbel. Von Kurve zu Kurve büßt sie ein, aber es reicht: Deutsche Doppelführung vor den besten Sieben, Berreiter vor Fräbel. Beide werden sich mehr erhofft haben, aber der Abschluss des Wettbewerbs gelingt immerhin.

Merle Fräbel zeigt, was sie eigentlich draufhat: 52,779 Sekunden, beste Laufzeit bis hierhin! Ein versöhnlicher Abschluss, auch wenn der missratene dritte Lauf sich nicht aus der Welt schaffen lässt. Fräbel gehört die Zukunft, in der Gegenwart machen andere die Medaillen unter sich aus.

Tatsächlich war es bei den Männern ja ähnlich: Dort konnte Max Langenhan seinen Bahnrekord im vierten und letzten Durchgang noch einmal verbessern. Nicht auszuschließen, dass das auch Taubitz gelingt. Aber eines nachdem anderen. Fehlerfrei und kontrolliert durchkommen wäre für Gold wahrscheinlich ausreichend.

Die Bedingungen beim vierten Lauf sind offenbar besser als beim dritten: Die vierte Starterin, Kendija Aparjode aus Lettland, ist bereits eine Zeit unter 53 Sekunden gefahren. Julia Taubitz war im dritten Lauf 52,73 Sekunden schnell.

Nun wird es ernst in Cortina d’Ampezzo: Der letzte Lauf der Rennrodlerinnen hat begonnen. Es wird gestartet in umgekehrter Reihenfolge, Julia Taubitz wird also ganz zum Schluss in die Spur gehen. 

Der Tag danach im Skispringen

Herzlich Willkommen von der Skisprungschanze in Predazzo. Olympiasieger Philipp Raimund hatte nur wenige Stunden Zeit, bis er nach seinem historischen Erfolg am Montag wieder ran muss. Gestern endete sein Tag hier an der Schanze um 23.30 Uhr. Dann ging es ins Olympische Dorf und er durfte das von Bundestrainer Stefan Horngacher genehmigte Bier (»nur eins«) trinken – auf dem Gang, nicht im Zimmer, dort passten laut DSV nicht alle Leute rein, die mit Raimund anstoßen wollten.

Ab 18.45 Uhr wird im Mixed-Team um den Sieg gesprungen und Deutschland gehört zu den Medaillenanwärtern. Nicht zu den Topfavoriten, aber an einem guten Tag ist vieles möglich. Zwölf Nationen sind am Start, für die deutsche Mannschaft startet Agnes Reisch. Die Allgäuerin war nach dem neunten Platz im Einzel von der Normalschanze tief gefrustet, heute will sie es besser machen.

Es folgen Felix Hoffmann, Selina Freitag und als Schlussspringer der »Hille«, wie Raimund genannt wird, seit seine jüngere Schwester seinen Vornamen nicht richtig aussprechen konnte. Alle vier DSV-Springer haben das Potenzial, unter die besten drei ihres Durchgangs zu springen, dann könnte die zweite Medaille wirklich Realität werden.

An der Spitze könnte es ein enges Rennen geben, zumindest haben fünf Nationen die nötige Ausgeglichenheit im Team. Zuerst denkt man an Slowenien mit den Prevc-Geschwistern, doch sowohl Nika als auch Domen haben ihre Dominanz aus dem Weltcup nicht auf die Normalschanze retten können. Deshalb sieht mein Medaillentipp so aus: Gold für Japan, Silber für Norwegen und Bronze für Deutschland

Gerade wird gecurlt, die Wranås liegen nach dem zweiten Durchgang knapp vorne, 2:1. Man merkt: Curling ist ein Präzisionssport, als solcher bedeutend weniger rauschhaft als eine Highspeed-Disziplin wie das Rodeln. Das Publikum in der Halle geht trotzdem bei jedem Stein begeistert mit.

Nach dem zweiten Drittel steht es 1:1 im Eishockey-Duell zwischen Deutschland und Italien

Wenige Minuten trennen uns vom Endspiel im Curling-Mixed. Die schwedischen Geschwister Rasmus und Isabella Wranå treten gegen das US-amerikanische Duo Korey Dropkin und Cory Thiesse an.

Falls Sie sich schon einmal gefragt haben sollten, warum die Steine beim Curling eigentlich so geschmeidig übers Eis gleiten: Olympia-Eistechniker Mark Callan hat die Antwort für Sie.

Ausgleich! Laura Kluge nutzt den Schlittschuh der italienischen Verteidigerin als Bande, der Puck prallt ins Tort. Das deutsche Team bejubelt das 1:1. 

Zurück zum Eishockey: Hier geht Italien in Führung! Unmittelbar nach dem Bully lässt sich das deutsche Team überrumpeln. Das ging ein bisschen zu leicht. Aber das zweite Drittel ist auch noch nicht einmal halb rum.

Mit Anna Berreiter hat nun auch die letzte deutsche Starterin den dritten Durchgang absolviert. Ein ordentlicher Lauf, aber nichts, was sie noch ins Medaillenrennen katapultieren würde. Sie ist Achte im Zwischenklassement, drei Zehntelsekunden vor Fräbel.

Die US-Amerikanerin Ashley Farquharson kommt mit der zweitbesten Laufzeit nach Taubitz im Tal an und kassiert sowohl Hofer als auch Fräbel. Für sie wird es später um eine Medaille gehen.

Auch Italiens Verena Hofer verliert etwa so viel auf Taubitz wie schon bei den Läufen zuvor. Taubitz hat nun wirklich schon ein sehr komfortables Polster, man hat an Fräbels Fahrt aber gesehen, dass Gold noch keinesfalls sicher ist.

Elina Bota aus Lettland geht natürlich an Fräbel vorbei. Taubitz bleibt nicht nur vorne, sondern baut ihren Vorsprung weiter aus.

Merle Fräbel mit Fehler im Rodeln

Riesenpatzer von Fräbel! Unfassbar schade für die junge Athletin. Gleich nach dem Start kollidiert sie links und rechts mit der Bande, kommt entsprechend überhaupt nicht ins Tempo, veliert knapp anderthalb Sekunden auf Taubitz. Das ist eine Welt im Rodelsport. Eine Medaille ist damit unter normalen Umständen in weite, weite Ferne gerückt.

Taubitz legt vor: 52,730 Sekunden, das ist okay, aber nicht so schnell wie gestern. Nun muss man abwarten, wie viel diese Zeit wert ist.

Rodel-Duell zwischen Taubitz und Fräbel

Richtig spannend wird es gleich im Eiskanal. Nach den ersten zwei Durchgängen liegt weniger als eine Körperlänge zwischen Julia Taubitz und Merle Fräbel. Es sieht stark nach Gold und Silber für Deutschland aus, doch die Reihenfolge ist völlig offen. Ab 17 Uhr startet der dritte Lauf, das große Finale steigt dann anderthalb Stunden später.

Jenseits von Mulch und fragwürdiger Beziehungsführung gibt es in Italien auch noch Live-Sport. Derzeit stehen Deutschlands Eishockey-Frauen gegen die Gastgeberinnen auf dem Eis, im ersten Drittel gab es bislang noch keine Treffer. Sowohl Deutschland als auch Italien werden in Gruppe B weiterkommen, es geht nur noch darum, wer Zweiter und wer Dritter wird.

In Predazzo wird gemulcht 

Wer an die Schanze in Predazzo wollte, musste in den vergangenen Tagen mit den Tücken des Tauwetters umgehen. Die Wege rund um das Stadio del salto Giuseppe Dal Ben (was für ein wunderbarer Name im Vergleich zur Sparkasse Vogtland Arena in Klingenthal) waren schlammig und rutschig. 

Es scheint Beschwerden gegeben zu haben, jedenfalls wird jetzt an den schlimmsten Stellen Rindenmulch verteilt. Eine Lieferung in meinen Schrebergarten wird mir verweigert. 

Der norwegische Biathlet Sturla Holm Lægreid hat live im TV gestanden, dass er seine Freundin betrogen habe. »Vor einem halben Jahr habe ich die Liebe meines Lebens getroffen«, sagte er dem norwegischen Sender NRK nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Einzel. Die Frau sei »die schönste, tollste Person der Welt. Aber vor drei Monaten habe ich den größten Fehler meines Lebens begangen und war ihr untreu.«

Der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison sagte weiter, er habe seiner Freundin seine Untreue unmittelbar vor den Winterspielen von Mailand gestanden. Sie habe sich daraufhin von ihm getrennt. 

»Ich wäre gerne ein gutes Vorbild und es tut weh, jemandem Schmerzen zuzufügen, den man so sehr liebt.« Sein Plan: Eine Medaille gewinnen und im TV vom Betrug erzählen. Er erhofft sich offenbar, dass sie ihm so verzeiht.

Bisher habe er keine Reaktion erhalten, sagte er auf der Pressekonferenz im Anschluss. Er ergänzte, dass er seinem Teamkollegen und Olympiasieger Johan-Olav Botn nicht die Show stehlen wolle. Botn sagte lediglich: »Sturla kann in der Mixed Zone sagen, was er will. Für mich ist der Tag ein persönlicher und emotionaler Sieg. Ich bin nicht hier, um so viele Schlagzeilen wie möglich zu machen.« 

Johan-Olav Botn wusste nicht, wohin mit den Gefühlen. Fehlerfreies Schießen, Olympiasieg im Einzel für den Norweger. Aber die Gedanken gingen schnell zu Sivert Guttorm Bakken, seinem verstorbenen Teamkollegen. Noch auf der Zielgrade zeigte er mit dem Finger in den Himmel. Er habe immerzu an Bakken gedacht, sagte Botn tränenüberströmt. Daran, »dass wir zusammen jeden Tag trainiert haben, genau für das hier. Das war das große Ziel für uns beide«, sagte Botn und weiter: »Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn auf der Schlussrunde bei mir hatte.« 

Botn hatte Bakken Ende Dezember tot in seinem Zimmer gefunden. Woran Bakken gestorben ist, bleibt unklar. Die Ergebnisse der Obduktion sollen im März bekannt werden.

Botn sagte, er habe gebraucht, um die Biathlon-Motivation zu finden. »Physisch und am Schießstand war ich nicht in Form. Es war schwer, wieder auf das höchste Level zu kommen«, sagte Botn.

Leseempfehlung: Trauer auf dem Eis

Die erste Medaille im Curling-Mixed ist übrigens vergeben: Gastgeber Italien freut sich über Bronze, Stefania Constantini und Amos Mosaner haben sich gegen das britische Team durchgesetzt. 

Kleiner Fun Fact zum Curling: Der Sport ist verdammt alt. Der älteste erhaltene Curling-Stein stammt aus dem Jahr 1511, war damit Zeitgenosse von Michelangelo und Martin Luther.

Ukrainische Ministerpräsidentin Swyrydenko kritisiert Helm-Entscheidung

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch darf nicht mit einem Helm antreten, der an im Krieg gegen Russland gefallene Sportler erinnert. Ein Vertreter des IOC habe es ihm untersagt, berichtete Heraskewytsch, der gemeinsam mit dem Nationalen Olympischen Komitee eine Anfrage vorbereiten will, um das besondere Design doch noch im Wettkampf präsentieren zu dürfen.

Unterstützung dafür erhält er aus der Politik: Julija Swyrydenko, Ministerpräsidentin der Ukraine, meldete sich auf der Plattform X zu Wort. Ein Verbot sei »zutiefst falsch«, so Swyrydenko. »Der Toten zu gedenken ist nicht Politik. Es ist Würde.« Die Statuten des IOC untersagen den Athleten politische Botschaften. 

FIS-Präsident hofft auf erneutes Vonn-Comeback

Der Präsident des Internationalen Skiverbands Fis wünscht sich, dass Lindsey Vonn nach ihrem Unfall weitermacht. »Wir alle wünschen Lindsey eine vollständige und schnelle Genesung und hoffen, sie bald wieder auf Skiern zu sehen«, sagte Johan Eliasch. 

Vonn war in der Abfahrt am Sonntag gestürzt und hatte sich das Bein gebrochen. Ihr Vater sagte anschließend, er hoffe, dass seine Tochter nun mit dem Skisport aufhöre. Bereits 2019 hatte Vonn ihr Karriereende verkündet, war dann in der Saison 2024/2025 aber wieder zurückgekehrt.

Und doch ärgerte sich Nawrath über den einen Fehler, einen »Leichtsinnsfehler«, wie er ihn nennt. »Ich wusste, dass gerade in Antholz die letzten Schüsse gefährlich sein können. Da muss man hochpräzise arbeiten«, sagte Nawrath. Er sei überrascht gewesen, wie viel Zeit auf der Loipe am Anfang und am Ende des Rennens verloren habe. Vor allem die Leistung am Schießstand gebe ihm aber Selbstvertrauen für die kommenden Rennen.

Sein Teamkollege David Zobel haderte mit dem Laufen. »Das war sehr, sehr schlimm«, sagte er. Zwar habe er sich immer wieder gesagt: »Junge, du darfst dein erstes Olympisches Rennen laufen. Wie geil ist das?«. Aber er habe sich dann körperlich nicht gut gefühlt. Und zwei Schießfehler taten ihr Übriges.

Zobel landete auf Platz 21, wurde damit zweitbester Deutscher. Lucas Fratzscher wurde 23., Philipp Horn sortierte sich auf Rang 40 ein. Da bleibt viel Luft nach oben. Trotzdem: Mit der Bronzemedaille in der Mixed-Staffel und Platz fünf für Nawrath nach zwei Rennen kann der deutsche Biathlon zufrieden sein. 

Biathlet Philipp Nawrath kann trotz der verpassten Medaille sehr gut mit seiner Einzel-Performance leben. »Zunächst einmal muss ich auch sagen: Es war für mich ein sensationelles Ergebnis am Schießstand. Wenn ich mir meine Resultate über vier Schießen anschaue, stehen da sonst mehr Fehler zu Buche«, sagt Nawrath nach nur einem Schießfehler. »Ein toller fünfter Platz.« 

Die Siegehrung ist vorbei: Aicher und Weidle-Winkelmann strahlen mit ihren Medaillen um die Wette. Für Weidle-Winkelmann ist es das erste Edelmetall dieser Spiele.

Alle sind happy: Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher freuen sich hier ganz links über Silber. Die Deutschlandflagge darf natürlich nicht fehlen.

Das bringt der fünfte Olympia-Tag

Für Sie zählen nur Gold, Silber und Bronze? Dann ist diese Übersicht für Sie genau richtig. Hier finden Sie alle Medaillenentscheidungen des Tages im Überblick: 

  • Die nächsten Medaillen für Deutschland! Julia Taubitz ist im Rodel-Einsitzer zu Gold gefahren, vor der Lettin Elina Bota und Ashley Farquharson aus den USA. Für Merle Fräbel reichte es nach einem verpatzten dritten Lauf nur für Rang 8.
  • Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher haben in der Team-Kombination Silber gewonnen. Den Sieg sicherten sich Katahrina Huber und Ariane Rädler aus Österreich, Bronze ging an das US-Duo Paula Moltzan und Jacqueline Wiles. Mikaela Shiffrin patzte sensationell im Slalom, sie blieb im Team mit Breezy Johnson ohne Medaille. 
  • Italien feiert Heim-Gold in Shorttrack Mixed-Staffel: Italiens Shorttrack-Ikone Arianna Fontana sichert ihrer Staffel auf den letzten Runden Gold, Kanada holt Silber, Belgien Bronze.
  • Die Schwedinnen dominieren den Sprint der Ski Langläuferinnen: Linn Svahn holt Gold, dahinter folgen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist.
  • Und Dominator Johannes Høsflot Klæbo gewinnt den Sprint der Männer. Der Norweger holt Gold, Silber geht an den US-Amerikaner Ben Ogden, Bronze an Oskar Opstadt Vike aus Norwegen.
  • Das Biathlon-Einzelrennen der Männer gewinnt der Norweger Johan-Olav Botn. Silber ging an den Franzosen Eric Perrot, Bronze an Sturla Holm Lägreid (Norwegen). Der Deutsche Philipp Nawrath wurde Fünfter.
  • Den Slopestyle-Wettbewerb entscheidet Birk Ruud aus Norwegen für sich. Silber holte der US-Amerikaner Alex Hall. Die Bronzemedaille sicherte sich der Neuseeländer Luca Harrington.
  • Im Mixed-Doubles Curling gewinnen die Geschwister Isabella und Rasmus Wranå aus Schweden vor Korey Dropkin und Cory Thiesse (USA) sowie Stefania Constantini und Amos Mosaner (Italien).
  • Im Mixed-Team-Skispringen verpassen die Deutschen um Philipp Raimund eine Medaille und werden Vierter. Gold geht an Slowenien, vor Norwegen und Japan.

Norweger Ruud gewinnt Gold im Slopestyle

Biathlon und Team-Kombination sind vorbei, in diesen hitzigen Entscheidungsstunden sind noch weitere Medaillen vergeben worden: im Freeski Slopestyle. Birk Ruud aus Norwegen hat hier seine zweite olympische Goldmedaille gewonnen. 2022 hatte er in Peking schon Gold im Big Air geholt.

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Luca Harrington (Neuseeland)

Nawrath verpasst Medaille im Biathlon-Einzel

Der deutsche Biathlet Philipp Nawrath hat beim Einzelrennen über 20 Kilometer die erhoffte Medaille knapp verpasst. Der 32-Jährige belegte beim Olympiasieg des Norwegers Johan-Olav Botn nach einem Schießfehler den starken fünften Platz. David Zobel (2 Fehler), Lucas Fratzscher (2) und Philipp Horn (4) landeten nicht unter den Top 15. Botn triumphierte nach fehlerfreier Schießleistung vor dem Franzosen Eric Perrot (1 Fehler/+11,7 Sekunden) und seinem Teamkollegen Sturla Holm Lägreid (1 Fehler/+48,3).

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Johan-Olav Botn (Norwegen)

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 Eric Perrot (Frankreich)

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Sturla Holm Lägreid (Norwegen)

Aicher mit großartiger Leistung

Und natürlich eine großartige Leistung des deutschen Teams! Für Emma Aicher die zweite Silbermedaille dieser Spiele, die dritte insgesamt, sie holte auch mit dem Team vor vier Jahren schon Silber. Ein wenig bitter: Wieder verpasst sie Gold ganz knapp. Am Sonntag bei der Abfahrt um 0,04 Sekunden, heute um 0,05.

Silber für Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann 

Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann gewinnen Silber in der Team-Kombination! Die Östereicherinnen Katharina Huber und Ariane Rädler gewinnen Gold, sie waren 0,05 Sekunden schneller. Und Bronze geht nicht an Favoritin Shiffrin, sondern an das US-Team Paula Moltzan und Jacqueline Wiles. Das Weltmeister-Duo Breezy Johnson und Shiffrin landet auf Rang vier.

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Katharina Huber und Ariane Rädler (Österreich)

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Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann (Deutschland)

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Paula Moltzan und Jacqueline Wiles (USA)

Das ist eine Sensation. Shiffrin dominiert fast jeden Slalom und nun zeigt sie Nerven. 

Shiffrin startet langsamer, der Rückstand bleibt auch in der Mitte. Wann holt sie auf? Shiffrin schafft es nicht, keine Medaille! Silber für Deutschland!

Da oben steht jetzt niemand Geringeres als Mikaela Shiffrin. Holt sie jetzt Gold für die USA? Dann würden Aicher und Weidle-Winkelmann auf Bronze rutschen. Oder wird es sogar Silber für Deutschland?

Katharina Huber aus Österreich geht auf die Strecke. Auch sie ist zu Beginn langsamer, holt aber in der Mitte auf. Dann muss sie kurz rausnehmen. Der Übergang gelingt jedoch. Und das Ende? Huber übernimmt die Führung. Deutschland rutscht auf den zweiten Platz.

Aicher und Weidle-Winkelmann haben Bronze sicher

Peterlini legt verhalten los, Aicher war zu Beginn schneller. Aber in der Mitte holt die Italienerin auf. Aber zu viel Risiko: Peterlini scheidet aus. Aicher und Weidle-Winkelmann haben Bronze sicher. Geht noch mehr?

Drei Starterinnen noch, mit der Italienerin Martina Peterlini entscheidet sich jetzt, ob es eine deutsche Medaille gibt.

Paula Moltzan aus den USA geht ins Risiko, lohnt sich das? Die Zwischenzeit sieht gut aus, aber am Ende war Emma Aicher schneller. Deutschland führt weiter!

Katharina Truppe aus Österreich startet schnell, aber sie hat Probleme. Das kostet Zeit. Truppe bleibt Platz zwei, Deutschland bleibt auf Platz eins. Vier Starterinnen noch. Die deutsche Medaillenchance wächst.

Grande Emma! Sie zeigt sogar Emotionen im Ziel, ist mehr als zufrieden. Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann empfängt sie im Ziel. Das kann reichen für eine Medaille!

Die schnellste Zeit! Emma Aicher fährt das deutsche Duo auf Platz eins! Aber: Jetzt kommen noch fünf Starterinnen.

Aicher fährt schwungvoll, das sieht schnell aus. Die Übergänge gelingen. 

Jetzt steht Emma Aicher da oben, blickt den Slalom-Parcours hinab, atmet durch. Jetzt gilt es. 

Westhoff geht es aggressiv an, schafft es aber ins Ziel. Platz sechs im Zwischenergebnis.

Der Französin Marie Lamure unterläuft auch ein Fahrfehler. Jetzt ist Bianca Bakke Westhoff aus Norwegen dran, dann kommt Emma Aicher.

Fünf Athletinnen stehen in der Startliste noch vor Emma Aichner. Aktuell führen zwei Schweizer Teams: Jasmine Flury und Wendy Holdener stehen vor Corinne Suter und Camille Rast.

Beim Biathlon-Einzelrennen haben die deutschen Männer mittlerweile alle mindestens dreimal geschossen. Von einer perfekten Schießleistung kann jedoch keine Rede sein. David Zobel steht bei zwei Fehlern, Philipp Horn bei vier, Philipp Nawrath hat einen Fehler – und Lucas Fratzscher, der sogar schon sein letztes Schießen absolviert hat, zwei.

Die hohe Ausfallquote überrascht mich. Der Hang gilt als einfach, aber das heißt, man muss voll auf Tempo setzen. Da steigt natürlich das Risiko.

Elf Athletinnen sind bislang in den Slalom gestartet, fünf davon sind ausgeschieden. 

Klæbo im Ferrari, alle anderen im Fiat

Die siebte Goldmedaille für Johannes Høsflot Klæbo geht noch nicht in die olympische Geschichte ein, aber es ist nur eine Frage von Tagen, bis sich das ändern wird. Dieser coole Norweger ist wieder in herausragender Form – und es kommen noch vier Rennen. Schafft er es am Ende tatsächlich, mit elf Olympiasiegen nach Hause zu fahren? Nur zur Erinnerung: Seine Landsleute Marit Bjørgen, Ole Einar Bjørndalen und Bjørn Dæhlie haben allesamt acht Goldmedaillen gewonnen, er würde die Bestmarke pulverisieren.

Im Finale des Sprintrennens zog Klæbo am letzten Anstieg so unwiderstehlich an allen anderen Athleten vorbei, als wäre er mit einem Ferrari und alle anderen mit einem Fiat Panda unterwegs. Der Vorsprung, wohlgemerkt in einem Rennen, das gerade mal 3:40 Minuten dauerte, war so groß, dass er ungefähr 40 Meter vor dem Ziel austrudeln ließ. Es war schon sehr aufreizend, aber so ist Klæbo nun mal.

Für seinen Landsmann Oskar Opstad Vike, der Bronze gewann, war es die erste olympische Medaille. Man konnte im Ziel wunderbar beobachten, wie unterschiedlich die beiden Norweger mit dem Erfolg umgehen. Bei Klæbo sah es wie business as usual aus, Vike konnte seine Emotionen kaum zurückhalten.

Biathlon-Einzelwettbewerb widerspricht der Aufmerksamkeitslogik

Der Einzel-Wettbewerb gehört bei Zuschauenden und Veranstaltern nicht unbedingt zu den beliebtesten Wettkämpfen. Meist sind weniger Fans als bei den anderen Rennen an der Strecke, auch heute. 

Das könnte verschiedene Gründe haben: Ein Rennen dauert pro Athlet etwa 50 Minuten, insgesamt etwa zwei Stunden. Viel länger als jeder andere Wettbewerb im Biathlon. Und es ist nicht sofort zu erkennen, wer die größten Siegchancen hat. Alle Athleten befinden sich schließlich an unterschiedlichen Zeitpunkten im Rennen. 

Beides widerspricht den heutigen Aufmerksamkeitslogiken, dem schnelllebigen, aufregenden, klaren. Schon jetzt werden im Weltcup nur drei Einzel statt, manche davon über 15 statt 20 Kilometer.

Vlhovás Comeback

Unter den Chancenlosen war eben übrigens auch Petra Vlhová. Sie war einst die größte Konkurrentin von Mikaela Shiffrin. Dann zog sie sich vor zwei Jahren eine schwere Knieverletzung zu, ihr Comeback verzögerte sich immer wieder. Nun ist die Slowakin wieder dabei, das freut mich. Auch wenn sie leider ausgeschieden ist.

Team-Kombination: Der Slalom beginnt

Die ersten Frauen stürzen sich in den Slalom der Team-Kombination. Kira Weidle-Winkelmann hat für Deutschland in der Abfahrt vorgelegt, aktuell steht Platz sechs. Emma Aicher legt nun im Slalom nach. Vorher sind aber noch die Athletinnen an der Reihe, die keine Medaillenchance mehr haben.

Wie ist die Stimmung beim Biathlon?

Bei der Mixed-Staffel am Sonntag sprachen die deutschen Athletinnen und Athleten von einem »halben Heimspiel«, geteilt mit den Italienern. Auch heute sind viele Menschen mit deutschen Flaggen, Mützen, Hüten und sonstigen Accessoires ins Stadion gepilgert. Manche von ihnen schon um 10 Uhr morgens.

Jetzt ist David Zobel am Schießstand: Er macht es seinem Landsmann Fratzscher nach und leistet sich keinen Fehlschuss. Für Philipp Horn läuft es hingegen kurz darauf schlechter. Zweimal schießt der deutsche Biathlet daneben. Ein Fehler beim ersten Schießen unterlief dann auch Philipp Nawrath.

Mit Kaiserwetter kann ich auch in Cortina nicht dienen, Gerhard. Auch hier ist es bewölkt. Aber das ist beim Slalom nicht so entscheidend. Die Piste schaut gut aus und es ist kalt genug, damit alle Fahrerinnen faire Bedingungen haben sollten.

Hallo aus Bormio, hier wurde schon der Kurs für den morgigen Super-G der Männer aufgebaut. Hoffentlich spielt das Wetter mit, es hat zugezogen. Sogar Schneefall ist angesagt. Wie sieht es in Cortina aus, Jonas? Passen die Bedingungen für den Slalom in der Team-Kombination der Frauen?

Lucas Fratzscher hat das erste Liegendschießen absolviert. Der deutsche Biathlet war nicht der Schnellste am Schießstand, blieb aber fehlerfrei. Ein guter Start für den 31-Jährigen. 

Emma Aicher greift nach ihrer nächsten Medaille 

Ab 14 Uhr wird die zweite Medaille bei den Skiwettkämpfen der Frauen vergeben. Dann starten sie Slalomfahrerinnen in die Team-Kombination, nachdem am Vormittag die Abfahrerinnen vorgelegt haben.

Großer Favorit: Team USA, für das jetzt die beste Slalomfahrerin der Geschichte auf die Strecke geht: Mikaela Shiffrin.

Für Deutschland greift Emma Aicher an, nachdem Kira Weidle-Winkelmann das Team auf Zwischenrang sechs gefahren hat. Was gibt Weidle-Winkelmann Aicher mit? »Am besten gar nichts«, sagte die Abfahrerin nach ihrem Lauf: »Ich habe keine Ahnung vom Slalom.«

Aber sie sei zuversichtlich gestimmt: »Emma ist eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt.« Da kann man ihr nicht widersprechen, in dieser Saison stand Aicher, die auch eine der besten Abfahrerinnen der Welt ist, im Slalom schon dreimal auf dem Podest.

Besonders gespannt bin ich auf Camille Rast aus der Schweiz. Sie muss nach einer durchwachsenen Fahrt von Abfahrtspartnerin Corinne Suter ordentlich aufholen, aktuell liegt das Duo nur auf Platz zwölf. Aber wenn das eine kann, dann Rast. Sie ist schließlich die Einzige, die Shiffrin bei einem Slalom in dieser Saison besiegen konnte. 

Dominator Klæbo holt Gold im Sprint

Auf den letzten Metern nimmt Johannes Høsflot Klæbo das Tempo raus und fängt schon an zu jubeln. Der Norweger gewinnt seine siebte Goldemdaille bei Olympischen spielen. Dahinter folgen der US-Amerikaner Ben Ogden und Klæbos Landsmann Oskar Opstad Vike. 

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Johannes Høsflot Klæbo (Norwegen)

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Oskar Opstad Vike (Norwegen)

Schwedische Ehrenrunde

Was für eine Machtdemonstration im Sprintfinale der Langläuferinnen. Und man kann sagen, die zahlreichen Fans in Gelb und Blau haben den richtigen Riecher bewiesen. Linn Svahn, Jonna Sundling und Maja Dahlqvist haben soeben eine Ehrenrunde gedreht. Ich schaue verwundert zu. Ist das im strengen olympischen Protokoll überhaupt erlaubt? 

Medaillensatz für Schwedens Sprinterinnen

Die Schwedinnen dominieren den Sprint der Ski Langläuferinnen: Linn Svahn holt Gold, dahinter folgen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist. Im Zielbereich fallen sich die drei Athletinnen in die Arme und feiern gemeinsam.

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Jonna Sundling (Schweden)

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Maja Dahlqvist (Schweden)

Biathlon-Einzelrennen über 20 Kilometer startet

Jetzt geht es gleich für die deutschen Biathleten los. In Antholz laufen die Männer im Einzelwettbewerb über 20 Kilometer. An den Start gehen Philipp Nawrath, Philipp Horn, Lucas Fratzscher und David Zobel. Die vier haben eher Außenseiterchancen auf eine Medaille.

Kurz zu den Regeln, die meine Kollegin Annika Schultz, die an der Strecke steht, vorhin schon erklärt hat: Jeder Fehlschuss an einem der vier Schießstände bedeutet eine Strafminute. Die Athleten starten nicht alle gleichzeitig, sondern in einem Abstand von 30 Sekunden.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Hinschauen lohnt sich

Das war wirklich wieder ein äußerst unterhaltsames Spektakel. Schade dass Deutschland im Shorttrack nie eine wichtige Rolle spielt – dieser Sport hätte mehr Zuschauer auch in der Bundesrepublik verdient.   

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Shorttrack Mixed-Staffel: Heim-Gold für Italien

Italiens Shorttrack-Ikone Arianna Fontana übergibt nach ihrer ersten Runde als zweite hinter China. Dabei bleibt es – bis zu ihrem zweiten Einsatz, als sie mit einem genialen Überholmanöver vorbeizieht. Gigantischer Jubel in der Halle, Fontana mittendrin. Gold für Italien,

Rydzek und Gimmler verpassen Sprint-Finale

Jetzt geht es auf die Zielgerade: Rydzek ist abgeschlagen, Gimmler auf Platz drei wuchtet noch mal alles in den Stockschub. Aber es bleibt Platz drei für Gimmler, und die Zeit reicht nicht für das Finale. Rydzek und Gimmler scheiden im Halbfinale aus.

Gimmler und Rydzek auf Platz drei und vier, die letzten Meter brechen an.

Laura Gimmler und Coletta Rydzek starten nun ins Halbfinale des Langlauf-Sprints. 

Olympia-Organisatoren bieten Reparatur kaputter Medaillen an

Einige Medaillengewinnerinnen und -gewinner haben bei diesen Spielen über Materialfehler an Gold, Silber oder Bronze geklagt. Beim deutschen Biathleten Justus Strelow etwa gab es nach Bronze mit der Mixed-Staffel ebenso Probleme mit dem Steg, an dem das Medaillenband hängt, wie bei Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson (USA). Auch die schwedische Langläuferin Ebba Andersson (Silber) oder US-Eiskunstläuferin Alysa Liu (Team-Gold) waren betroffen.

Olympioniken mit Mangel-Medaillen haben aber Anspruch auf eine Reklamation. Das Organisationskomitee hat betroffene Athletinnen und Athleten nun gebeten, ihre beschädigten Plaketten »über die entsprechenden Kanäle zurückzusenden, damit sie umgehend repariert und zurückgegeben werden können«. Mehr zu den Problemen lesen Sie hier.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Italiens Shorttrack-Hoffnung: Molto speciale

Als eine von vier Athleten im italienischen Team war Arianna Fontana schon vor 20 Jahren bei den Spielen in Turin am Start. Sie erlebt also ihre zweiten Heimspiele. 2006 gewann sie Bronze in der Frauenstaffel. In knapp zehn Minuten kann sie im Finale der Mixedstaffel 2026 ihre zwölfte Olympiamedaille gewinnen. Molto speciale.

Er fühlt sich als Mann, aber startet bei den Frauen

Buckelpisten-Freestyler Elis Lundholm ist der erste offen auftretende trans Athlet bei den Winterspielen. In anderen Fällen bei Olympia gab es heftige Debatten. Wie die Lage diesmal ist, lesen Sie hier im Text unseres Kollegen Peter Ahrens.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Nächstes Drama im Shorttrack – auch Korea ausgeschieden

Im zweiten Halbfinale verkantet die Amerikanerin in einer Kurve, wird ausgehoben und reißt die Koreanerin mit aufs Eis. Kanada und Belgien laufen locker durch. Der Videobeweis überprüft, kommt den Koreanern aber nicht zu Hilfe. Sie sind draußen. 

Seltener Moment der Ruhe

Als Olympia-Zuschauer muss man, zumindest auf den Tribünen der verschiedenen Wettkampfstätten in Tesero, Antholz, Predazzo oder Cortina, mit einer ständigen Beschallung leben. Laute Party-Musik, durchquatschende Kommentatoren, es kann anstrengend sein.

Hier in Tesero gibt es aber seltene Momente der Ruhe. Unmittelbar vor dem Start der Sprintläufe verstummen die Boxen, stattdessen hört man ein leises »get your Startposition« vom Rennkommissar, der neben dem Starthaus steht. Dann geht es los – und die Beschallung geht weiter. 

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Aus für Oranje im Shorttrack

Das erste Drama in der Shorttrack-Halle: Zwischen Italien, den Niederlanden und China konnte es im ersten Halbfinale nur zwei Finalteams geben. Erst war es ein Dreikampf, dann zog Italien etwas davon und China sowie die Niederlande drehten mehrere Runden gleichauf. Ohs, Ahs und Kreischen im Publikum. Ein Sturz der Niederlande beendete das Duell. Italien und China stehen im Finale der besten Vier, die Niederlande bleiben ohne Medaille.

Deutsche Biathletin meidet Kontakt zu Tochter, um nicht krank zu werden

Dass die deutschen Biathletinnen und Biathleten in Antholz oftmals eine Infektionsschutzmaske tragen, haben wir vorhin schon thematisiert. Janina Hettich-Walz geht noch einen Schritt weiter, um sich nicht anzustecken. Hettich-Walz ist vor gut einem Jahr Mutter geworden, ihre Tochter ist in Antholz aber noch nicht dabei. »Es war mein Ziel, mich für Olympia zu qualifizieren. Da ist klar, dass ich auch mal eine Woche von meiner Tochter getrennt sein werde«, sagte sie in einer Medienrunde. 

Zwar kämen ihr Mann und ihre Tochter am Donnerstag nach Italien. »Ich wohne weiterhin im Mannschaftshotel. Ich werde sie sehen, aber ich muss schon sehr aufpassen«, so Hettich-Walz. Das belaste sie nicht weiter. »Ich konnte mich darauf einstellen. Olympia ist nur einmal.«  

»Dann kann ich mir die Olympischen Spiele schön in die Haare schmieren«

Die deutschen Biathleten haben bei den Winterspielen einen treuen Begleiter: die Maske. Ob bei einer Mannschaftsbesprechung vor dem Wettkampf oder den Feierlichkeiten im Hotel nach Bronze in der Mixed-Staffel, sie ist immer dabei. »Im Hygienekonzept bei uns im Team ist es oberste Priorität, dass jeder gesund durchkommt«, sagte Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß in der ARD:

»Wir sind überzeugt, dass wir gesund durchkommen. Und wenn man dafür Masken tragen muss, ist das nicht so schlimm«, sagte Preuß, die in der Vergangenheit immer wieder von Krankheiten ausgebremst worden war. Bei ihren letzten Winterspielen will sie unbedingt noch eine Einzelmedaille gewinnen.

»Wenn ich jetzt irgendetwas habe, einen Schnupfen oder einen Husten, dann kann ich mir die Olympischen Spiele schön in die Haare schmieren«, sagte David Zobel: »Und von dem her ist das ein Konsens, den wir im ganzen Team getroffen haben.« Als Beispiel nannte Zobel den Norovirus-Ausbruch bei den finnischen Eishockey-Frauen, die von einer Durchfallerkrankung betroffen war. Angesichts dieser Erfahrung sagte Zobel: »Dann werden die ganzen Maskenkritiker relativ schnell leise.«  

Am Dienstag (Start: 13.30 Uhr) starten vier deutsche Biathleten, darunter auch Zobel, im Einzel über 20 Kilometer.

Vater von Eisschnellläufer Sonnekalb fährt mit dem Rad nach Mailand

Der deutsche Eisschnellläufer Finn Sonnekalb tritt bei den Olympischen Winterspielen über die 1000 Meter und auf seiner Paradestrecke über 1500 Meter an. Der 18-Jährige gilt als große Hoffnung des deutschen Teams. Auch sein Vater fiebert mit Sonnekalb in Mailand mit – und dank einer Wette musste er ebenfalls eine sportliche Höchstleistung erbringen.

Finn Sonnekalb hatte mit seinem Vater Gerrit Schädler besprochen, dass dieser die Strecke von Erfurt nach Mailand über die Alpen mit dem Rad fahren müsse, sollte sich der Sohnemann für Olympia qualifizieren. Und Gerrit Schädler lieferte: 130 Kilometer pro Tag legte er zurück, knapp 1000 Kilometer insgesamt. 

Nun hoffen Sonnekalb und der Vater natürlich auf eine Medaille. Am Mittwochabend findet der 1000-Meter-Lauf der Männer statt.

Gimmler und Rydzek im Halbfinale 

Im Langlauf-Stadion von Tesero stehen die zwölf Halbfinalistinnen fest und zwei deutsche Starterinnen sind dabei. Laura Gimmler lag 150 Meter vor dem Ziel noch leicht zurück, doch dann zeigte die Freundin von Alpin-Abfahrer Cyprien Sarrazin ihre Sprintqualität und fuhr auf den zweiten Rang.

Coletta Rydzek, im Vorfeld der Winterspiele als Medaillenkandidatin gehandelt, machte es noch spannender. Lange fuhr sie an fünfter Stelle, um dann auf der Zielgeraden alle anderen stehen zu lassen. 

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Es erwischt Japan

Die Amerikaner können aufatmen, sie stehen im Halbfinale. Der Videobeweis bestrafte allerdings die Japaner für ein unerlaubtes Manöver. Davon profitiert Frankreich.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Der VAR muss ran

Eine Amerikanerin ist gestürzt, der Kollege fuhr zur Übergabe daher auf sie zu und schlug sie im Fallen ab. Legitim? Es entscheidet nicht der Kölner Keller, aber der Videobeweis in der Shorttrack-Halle.

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Shorttrack beginnt friedlich

Beim Shorttrack sind soweit alle happy. Italiener und Niederländer sind in ihrem Staffel-Viertelfinale gleichzeitig über die Ziellinie gefahren und haben sich damit beide für das Halbfinale qualifiziert. Die Koreaner haben es in ihrem Lauf auch locker geschafft. Und damit sind auch die größten Fankontingente in der Halle genannt. Bald aber werden sich die Favoriten gegenseitig aus dem Weg räumen müssen. Und das kann beim Shorttrack schon auch mal im Wortsinn passieren.

Sverige-Rufe beim Langlauf 

Der Langlauf gehört zu den traditionsreichsten Sportarten bei Winterspielen. Die Begeisterung ist vor allem in Skandinavien riesig – und das merkt man auch hier in Tesero. Die dominierenden Farben auf der Tribüne und an der Strecke sind gelb und blau, die Fans rufen immer wieder »Sverige«.

Ein Blick auf die Strecke zeigt, wie knackig diese knapp vier Minuten pro Sprint sind. Zwei Anstiege müssen die Läuferinnen absolvieren, die Schneeverhältnisse verlangen ihnen alles ab. Das muss gerade auch Sofie Krehl spüren, sie trudelt mit neun Sekunden Rückstand ins Ziel ein. 

Alpin-Duo mit Medaillenchancen: Mit Emma Aicher ist vieles möglich

Schwierig zu sagen, Benjamin. Klar, Emma Aicher hätte die Abfahrt auch gekonnt, aber dann hätte jemand anders den Slalom fahren müssen. Und das wäre Lena Dürr gewesen und der fehlt aktuell die Form. Es ist nicht möglich, dass Aicher Abfahrt und Slalom fährt. Aber nachgeschlagen haben die DSV-Verantwortlichen das natürlich, als das Format erfunden wurde.

Davon unabhängig: Auch mit nur einer Emma Aicher ist noch vieles möglich, die Fahrt von Weidle-Winkelmann war mehr als in Ordnung. Vorn wird sich Mikaela Shiffrin im Slalom den Sieg nicht nehmen lassen. Außer natürlich, sie patzt wieder wie in Peking und scheidet aus, aber das wünscht man ihr nicht. Dahinter ist alles möglich, Platz zwei ist drin, wenn Aicher einen guten Lauf erwischt.

So, nun sind alle Fahrerinnen durch in der Team-Kombination. Wie fällt dein Zwischenfazit aus, Jonas? Ist die Goldmedaille den US-Amerikanerinnen überhaupt noch zu nehmen? Und wäre es vielleicht doch besser gewesen, wenn Emma Aicher schon die Abfahrt übernommen hätte?

Sie ist die schillerndste Figur der Spiele

Gold, Glamour und ein umstrittener Partner: Eisschnelllaufstar Jutta Leerdam polarisiert. Typisch Süd-Holland, heißt es in ihrer Heimat. Ihr Rekordrennen und ihr Freund Jake Paul sorgen für einen kuriosen Abend. Unser Kollege Florian Haupt berichtet aus Mailand, seinen Text lesen Sie hier.

Breezy Johnson und Mikaela Shiffrin sind in der Team-Kombination also auf Gold-Kurs, für ein anderes US-Team läuft es hingegen schlecht: Isabella Wright ist ausgeschieden. Bitter in diesem Wettbewerb: Wenn die Abfahrerin stürzt oder das Ziel nicht erreicht, geht die Slalomfahrerin (in diesem Fall Nina O’Brien) nicht mehr auf die Strecke. Der Olympia-Traum ist dann beendet, bevor er begonnen hat.

Gold-Skispringer Raimund kritisiert Norweger Lindvik wegen Schummelei

Der Olympiasieg von Philipp Raimund gehört zu den großen Überraschungen dieser Winterspiele. »Hille«, wie er von seinen Skisprung-Kollegen genannt wird, bekam das Grinsen am späten Montagabend nicht mehr aus dem Gesicht – bis die Sprache auf den Anzugskandal kam. In der Pressekonferenz wurde er auf sein Verhältnis zu Marius Lindvik angesprochen, der bei der WM in Trondheim im vergangenen Jahr den Titel von der Normalschanze gewonnen, nach dem Bekanntwerden der Schummelei am Sprunganzug allerdings keine Reue gezeigt hatte. »Ich habe nie eine Entschuldigung der Norweger erhalten, das finde ich traurig«, sagte Raimund. 

Bei Lindvik sei der Fall besonders schmerzlich. »Ich hätte ihn damals als Freund bezeichnet«, sagte Raimund weiter. »Wir haben zusammen Videospiele gespielt, ich habe Livestreams mit ihm gemacht.« Als der Skandal aufgedeckt wurde, habe die Freundschaft Risse bekommen. »Nach der Situation in Trondheim hat es sich wie Betrug angefühlt, wie ins Gesicht gespuckt.« Er hätte sich ein »tut mir leid« gewünscht, »dann hätte ich gesagt, ihr seid Menschen, lasst uns gemeinsam in die Zukunft blicken«.

Johnson legt für Shiffrin vor – US-Team auf Goldkurs in der Team-Kombination

Die Olympiaabfahrt hat sie beim Drama um Lindsey Vonn gewonnen, nun hat Breezy Johnson auch in der Team-Kombination geliefert: Mit 1:36.59 Minuten setzt sich die US-Amerikanerin an die Spitze. Das sollte eine Mikaela Shiffrin in Normalform im Slalom heute Nachmittag zur Goldmedaille veredeln können.

Einige Wackler waren drin, aber die Hoffnung auf eine Medaille lebt: Kira Weidle Winkelmann reiht sich mit 1:37.33 Minuten auf Platz fünf ein.

Jetzt fährt die deutsche Kira Weidle-Winkelmann in der Team-Kombination. Kann sie trotz eingeschränkter Sicht eine gute Zeit für ihre Slalompartnerin Emma Aicher vorlegen?

Die Sicht wird immer schlechter in Cortina, und genau jetzt kommen die besten Abfahrerinnen der Welt. Fraglich, ob Bestzeiten noch möglich sind.

Puh, das gab eben einen Aufschrei im Zielstadion, als Goggia gestürzt ist. Glücklicherweise konnte sie einen schweren Sturz vermeiden, eben fuhr sie durchs Ziel, tief enttäuscht natürlich. Die italienischen Fans klatschten aufmunternd. 

Team-Kombination: Medaillenkandidatin Goggia stürzt

In der Abfahrt hatte sie Bronze geholt, in der Team-Kombination hat die Italienerin Sofia Goggia Pech: Sie lehnt sich zu weit in die Kurve und liegt dann auf der Piste. Aber verletzt hat sie sich nicht, sie fährt selbstständig langsam nach unten. Nun kommt auch bald die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann auf die Abfahrtsstrecke. 

Die Sicht bei der Team-Kombination ist jetzt sehr durchwachsen, der Himmel ist bedeckt und oben am Berg gibt es auch etwas Nebel. Die Italienerin Laura Pirovano lässt sich davon aber nicht beeindrucken und setzt sich mit 1:36.86 Minuten auf den zwischenzeitlichen zweiten Rang. 

Florian Haupt

Reporter in Mailand

Florian Haupt

Shorttrack in Mailand: Südkoreas ganzer Stolz

Guten Morgen aus dem Süden Mailands. In der Eishalle beginnen jetzt die olympischen Shorttrack-Wettbewerbe. Womöglich nichts, worauf Deutschland gewartet hat. Südkorea aber schon. Die spektakulären und oft sturzreichen Rennen im kleineren Rundkurs sind traditionell die Domäne des Gastgeberlands von 2018. »Dass Korea so stark im Shorttrack ist, bedeutet gleichzeitig ein Quell des Stolzes und Verantwortung«, sagt Choi Min-jeong, fünffache Medaillengewinnerin bei den vergangenen zwei Spielen. 

 Mit den Vorläufen über 500 Meter geht es los, dann greift auch gleich Lokalmatadorin Arianna Fontana ein, mit elf Medaillen zwischen 2006 und 2022 die erfolgreichste Winterolympionikin in Italiens Geschichte. Die erste Entscheidung fällt ab 13 Uhr in der Mixedstaffel. Von Korea wird natürlich Gold erwartet.

Gibt es schönere Bilder, als die Abfahrerinnen, die vor einem Bergpanorama in Gedanken die Strecke durchgehen? Mit geschlossenen Augen wird gerade Sofia Goggia aus Italien im TV eingeblendet. Wie eine ganz in der Musik versunkene Dirigentin bewegt sie ihre Arme im Takt der Abfahrtsstrecke. Herrlich! 

In der Team-Kombination gibt es eine neue Führende: Die Österreicherin Ariane Raedler hat eine gute Abfahrt hingelegt und liegt mit 1:36.65 Minuten vorübergehend auf Rang eins. Da wird sie aber wohl nicht bleiben: Die Topstars kommen erst noch. 

Jetzt geht die Team-Kombination los! Als Erste geht die Französin Romane Miradoli auf die Abfahrtsstrecke. 1:37.37 Minuten braucht sie. Damit ist das französische Team eher kein Medaillenkandidat. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann geht an Position 13 ins Rennen. Zur Erinnerung: Bei der Team-Kombination treten zwei Fahrerinnen an, eine fährt die Abfahrt, die andere den Slalom.

Zimmer zu klein: Skispringer Raimund feiert Gold auf dem Gang

Ein Bier auf dem Gang, mehr war nicht drin: Skispringer Philipp Raimund hat seine Goldmedaille in der vergangenen Nacht nur mit einer kurzen Party im Olympischen Dorf gefeiert. Weil dort nicht alle Teamkollegen in ein Zimmer passen, stießen die DSV-Adler kurzerhand auf dem Flur an. 

Bundestrainer Stefan Horngacher hatte zuvor das Party-Motto »Ein Bier für die Athleten, zwei für die Trainer« ausgegeben. Weil Raimund nach der Dopingkontrolle aber erst um 23.30 Uhr von der Schanze wegkam, fiel die Feier noch kürzer aus als gedacht. Nach einem schnellen Bier war die nächtliche Party wieder beendet, schließlich springt Raimund heute Abend ab 18.45 Uhr im Mixed schon um die nächste Medaille.

Auch wenn es bis zu den ersten Entscheidungen noch ein wenig dauert, ist der Olympia-Tag schon in vollem Gange. Gerade läuft die Qualifikation für den Skilanglaufwettbewerb Sprint Classic der Frauen, auch drei Deutsche sind hier am Start. Die Rennrodler bestreiten ihr Training, ebenso wie die Nordischen Kombinierer.

Deutsche Medaillenchancen bei der Team-Kombination der Frauen

Herzlich willkommen aus Cortina d’Ampezzo. Hier steht ab 10.30 Uhr die Team-Kombination der Frauen auf dem Programm. Das erste Rennen der Alpin-Skifahrerinnen nach dem Sturz von Lindsey Vonn, die so gern im Team mit Mikaela Shiffrin gestartet wäre. Vonn meldete sich inzwischen zu Wort, sie bereue nichts, sagte sie nach ihrem Sturz, bei dem sie sich einen Schienbeinbruch zuzog. Auch ohne Vonn sind die USA Topfavorit in der Kombination.

Olympiasiegerin Breezy Johnson fährt die Abfahrt, am Nachmittag startet dann Shiffrin im Slalom. Die beiden Zeiten werden anschließend addiert. Auch das deutsche Team habe ich auf dem Zettel, eine Medaille ist auf jeden Fall möglich. Zunächst geht Kira Weidle-Winkelmann in der Abfahrt an den Start, später soll Emma Aicher dann im Slalom Edelmetall erfahren. Und das zwei Tage, nachdem die Silber in der Abfahrt geholt hat. Daneben können noch gut und gern acht, neun Teams um die vorderen Plätze mitkämpfen, es sollte also spannend werden.

Streit über Gedenk-Helm

Der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch zeigt auf seinem Helm Bilder im Krieg getöteter Sportler. Darf er damit bei Olympia starten? Es sei ihm verboten worden, sagt der Athlet und hofft jetzt auf das IOC. Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe:

Deutscher Eishockeystar kritisiert Eisqualität in Mailand

Einer der größten deutschen Eishockeystars hat sich nach dem ersten Training mit dem Nationalteam in Mailand über das Eis bei den Winterspielen gewundert. Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm war enttäuscht von der Qualität in der neu gebauten Santagiulia-Eishalle. »Das ist schon tough. Das ist brutal weich«, sagte der Stürmer. Zusammen mit acht anderen Nordamerika-Profis war der 30-Jährige erst am Sonntag in Mailand angekommen.

Laut Sturm dürfte das Problem während des Turniers sogar noch größer werden. »Wenn so viele Mannschaften auf dem Eis sind, kommt es nicht zur Ruhe. Und wenn mehr Menschen in der Halle sind, wird es ja sogar noch wärmer«, sagte Sturm. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Berichte über den Bau der neuen Halle gegeben, die nicht rechtzeitig fertig würde. Tatsächlich ist in der Halle noch nicht alles im Zuschauerbereich fertig verputzt. Eisprobleme sind dazu nicht untypisch für eine neue Halle.

Das deutsche Team startet am Donnerstag (21.10 Uhr; TV: ZDF und Eurosport) gegen Dänemark in das Turnier.

»Dann kann ich mir die Olympischen Spiele schön in die Haare schmieren«

Die deutschen Biathleten haben bei den Winterspielen einen treuen Begleiter: die Maske. Ob bei einer Mannschaftsbesprechung vor dem Wettkampf oder den Feierlichkeiten im Hotel nach Bronze in der Mixed-Staffel, sie ist immer dabei. »Im Hygienekonzept bei uns im Team ist es oberste Priorität, dass jeder gesund durchkommt«, sagte Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß in der ARD:

»Wir sind überzeugt, dass wir gesund durchkommen. Und wenn man dafür Masken tragen muss, ist das nicht so schlimm«, sagte Preuß, die in der Vergangenheit immer wieder von Krankheiten ausgebremst worden war. Bei ihren letzten Winterspielen will sie unbedingt noch eine Einzelmedaille gewinnen.

»Wenn ich jetzt irgendetwas habe, einen Schnupfen oder einen Husten, dann kann ich mir die Olympischen Spiele schön in die Haare schmieren«, sagte David Zobel: »Und von dem her ist das ein Konsens, den wir im ganzen Team getroffen haben.« Als Beispiel nannte Zobel den Norovirus-Ausbruch bei den finnischen Eishockey-Frauen, die von einer Durchfallerkrankung betroffen war. Angesichts dieser Erfahrung sagte Zobel: »Dann werden die ganzen Maskenkritiker relativ schnell leise.«  

Am Dienstag (Start: 13.30 Uhr) starten vier deutsche Biathleten, darunter auch Zobel, im Einzel über 20 Kilometer.

Die Coolness des »Duracell-Häschens«

Falls Sie es verpasst haben sollten: Für das deutsche Olympia-Team gab es am gestrigen Abend wieder etwas zu feiern: Skispringer Philipp Raimund gewann überraschend die Goldmedaille im Skispringen von der Normalschanze! Mein Kollege Marcus Krämer war vor Ort und beschreibt die Entwicklung eines Sportlers, dem früher oft die Konzentration fehlte, wenn es drauf ankam – und der jetzt das Gegenteil bewies. Lesen Sie hier alles nach.

Guten Morgen, liebe Olympia-Enthusiasten und Wintersportfans (und alle, die sich auf der Suche nach Zerstreuung von der Arbeit in diesen Blog verirrt haben). Herzlich willkommen zum fünften Tag der Olympischen Winterspiele in Mailand und  Cortina d’Ampezzo. Mein Kollege Florian Pütz und ich führen Sie heute durch die ersten Entscheidungen des Tages. Später übernehmen dann Cedric Voigt und Elisa Schwarze.

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