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Diese Entscheidungen erwarten Sie heute
Auch am elften Tag der Winterspiele gibt es wieder zahlreiche Medaillenentscheidungen. Die besten Medaillenaussichten für Deutschland gibt es wohl beim Skispringen, im Monobob im Eiskanal und beim Eiskunstlaufen heute Abend. Der Überblick:
- ca. 12.42 Uhr: Im Shorttrack der Frauen über 1000 Meter hat die Niederländerin Xandra Velzeboer Gold gewonnen.
- ca. 13.30 Uhr: Ski alpin, Slalom der Männer
- ca. 20.20 Uhr: Skispringen, Super Team der Männer
- ca. 21.04 Uhr: Bob, Mono der Frauen
- ca. 20.17 Uhr: Ski Freestyle, Big Air der Frauen
- ca. 20.00 Uhr: Eiskunstlauf, Paarlauf Kür
So sieht also das Ergebnis aus im Slalom der Männer.
Hier stapft McGrath durch den Schnee.
Die Frustration von McGrath, und ganz nah ist der Jubel des Schweizers Loïc Meillard. Er bleibt nach McGraths Aus der Führende, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bedeutet das den Olympiasieg. Zwar folgen nach mehrere Fahrer, doch diese müssten schon Wunderzeiten hinlegen, um ihn von der Spitze zu verdrängen. Meillard wird Gold gewinnen.
Sekunden nach dem Start wirft McGrath die Stöcke hin, er ist raus! Ein Fehler recht früh im Rennen, dann war es das für den Norweger, statt der nahen Goldmedaille geht er leer aus. Und was für eine Reaktion er dann zeigt: McGrath stapft durch den Schnee, er verlässt die Piste, marschiert in Richtung Wald, fast als wollte er ganz darin verschwinden.
Jetzt kommt der Führende nach dem ersten Run, Atle Lie McGrath.
Loïc Meillard ist dran, der Schweizer startet furios, doch im mittleren Abschnitt der Piste wird er langsamer, den herausgefahrenen Vorsprung auf Gstrein verliert er wieder. Verpasst er damit die Goldchance? Nein, Meillard wird rasend schnell auf den letzten Metern und setzt sich knapp vor Gstrein an die Spitze.
Gstrein brüllt, Gstrein, schreit, nicht aus Frust, sondern Freude: Der Österreicher ist teils eine Sekunde schneller als die Konkurrenz; am Ende büßt er etwas Zeit ein, aber mit 0,78 Sekunden Vorsprung auf Kristoffersen fährt er auf Platz eins. Und das bedeutet ziemlich sicher: mindestens Bronze.
Timon Haugan, ebenfalls Norweger, greift Kristoffersen an – und ist nicht schnell genug, um dessen Zeit zu knacken. Kristoffersen bleibt vorn, Haugan ist Zweiter, gleich folgen drei Fahrer mit Goldambitionen. Den Anfang macht der Österreicher Fabio Gstrein.
Florian Haupt
Reporter in Bormio

Die Durststrecke dauert an
Das waren gebrauchte Spiele für Linus Straßer. Mit dem Slalomhang auf der Stelvio kam er einfach nicht zurecht. Wie schon in der Teamkombination gelang ihm nur das erste Steilstück und unterlief ihm ein Fehler im flacheren Mittelteil, der ihn viel Zeit kostete. Es bleibt dabei: Die letzte olympische Einzelmedaille eines deutschen Mannes im Ski alpin gewann Markus Wasmeier 1994 in Lillehammer.
Wir haben eine neue Bestzeit, sie stammt von Henrik Kristoffersen, der Norweger fährt auf den ersten Platz.
Straßer: »Ganz ehrlich: Ich kann drauf verzichten!«
Linus Straßer lässt im ZDF-Interview seinem Frust freien Lauf. Es gebe keine Interaktion mit den Zuschauern, die im Zieleinlauf auf »fünf Metern Höhe hängen«. Und weiter: »Wenn das der Genuss von Leistungssport sein soll, dann bin ich froh, dass es mein letztes Mal war«.
Jeder wolle hier eine Medaille gewinnen, sagt Straßer, aber das Event an sich habe »wenig Emotionen und wenig Interaktionen mit Zuschauern«. Alles sei steril. »Ganz ehrlich: Ich kann drauf verzichten!«
Vorhin wurde er bejubelt, weil er mit der Startnummer 37 startete und doch auf den zehnten Platz raste. Nun läuft es nicht ganz so gut für den Italiener Tommaso Saccardi, er verliert unterwegs ein wenig Schwung, dabei hatte es zunächst nach einem exzellenten Lauf ausgesehen. So reiht sich Saccardi auf dem fünften Platz ein, der kurz darauf ein sechster Platz wird und künftig weiter sinkt. Aber gejubelt wird für ihn trotzdem.
Straßer startet brillant, bei klarer Sicht statt Schneegestöber rast er hinab, und zwar mit Zeiten, die zu diesem Zeitpunkt für Platz eins genügen. Dann aber kommt er ins Schlittern. So verliert er Zeit, nicht viel, aber doch zu viel für ganz oben. Mit vier Hundertstelsekunden Rückstand auf den Norweger Eirik Hystad Solberg wird er Zweiter. Und weil noch so viele Topfahrer kommen, ist klar: Eine Medaille wird er nicht gewinnen.
Jetzt kommt Linus Straßer!
Der Schweizer Matthias Iten liegt vorerst auf Platz eins, addiert ergeben seine beiden Läufe eine Gesamtzeit von 1:56,23 Minuten. In wenigen Minuten folgt dann der Auftritt von Linus Straßer.
Hier sieht man Jon Erik Sigurdsson jubeln, das war schon ein sehr sympathischer Auftritt. Soeben wurde der 21-Jährige aber von Platz eins verdrängt, der gehört nun dem Chilenen Tomas Holscher. Die ersten zehn Fahrer dieses zweiten Durchgangs werden aber allesamt nichts mit den Medaillen zu tun haben, wenn kein Wunder geschieht. Die Topfahrer starten erst in einigen Minuten.
Und nun beginnt der zweite Lauf im Slalom, es geht um Medaillen! Zur Erinnerung, 44 von 96 Athleten sind noch im Rennen, vorne liegt aktuell der Norweger Atle Lie McGrath. Den Anfang macht Jon Erik Sigurdsson, der Isländer benötigt mehr als eine Minute für seinen Lauf und wird mit den vorderen Plätzen nichts zu tun haben. Macht ihm nix, er brüllt nach seinem Zieleinlauf die Freude über dieses Rennen, diese Olympiateilnahme heraus.
Florian Haupt
Reporter in Bormio

Exoten im Rampenlicht
Das wird ein Spaß: Wegen der vielen Ausfälle im ersten Durchgang darf ein Isländer den zweiten Durchgang im Slalom eröffnen. Jon Erik Sigurdsson hat als 30. des ersten Laufs schon 8,37 Sekunden Rückstand auf den Führenden Atle Lie McGrath. Auf Sigurdsson folgen der Haitianer Richardson Viano sowie ein Luxemburger, ein Chilene, ein Israeli und ein Bosnier.
Exoten im Rampenlicht – auch das ist Olympia, zum Glück.
Insgesamt dürfte der zweite Lauf, der um 13.30 Uhr beginnt, allerdings nicht mehr ganz so viele Kapriolen produzieren wie der erste. Denn es hat aufgehört zu schneien, die Sicht ist deutlich besser und die Wetterlage wirkt stabil.
Gold für Niederlande im Shorttrack
Die erste Entscheidung des Tages ist gefallen, und der Jubel trägt Orange: Die Niederländerin Xandra Velzeboer hat das 1000-Meter-Rennen im Shorttrack gewonnen. Mit einem knappen Vorsprung setzt sie sich vor der Kanadierin Courtney Sarault durch, danach schaut sie mit Augen voller Unglauben auf die Anzeige. Ja, es stimmt, Gold!
Lochner und Fleischhauer weiter auf Goldkurs
Johannes Lochner und Georg Fleischhauer bauen ihren Vorsprung aus, obwohl es auch in ihrer Fahrt Bandenberührungen hab. Das deutsche Duo ist nun 0,80 Sekunden vorn. Das sieht schon sehr stark nach Gold aus.
Ja. Adam Ammour und Alexander Schaller machen gleich mehrere Fehler und schieben sich so gerade noch auf Platz zwei, knapp vor die US-Amerikaner, die jetzt trotz eines nicht so guten Laufs dichter an einer Medaille sind als nach dem ersten Durchgang.
Auch Williamson und Del Luca legen keinen richtig starken Lauf hin, es reicht aber knapp für die Führung. Großen Druck auf die drei deutschen Bobs werden die Amerikaner damit eher nicht ausüben.
Auch Pilot Patrick Baumgartner aus Italien kommt nicht an den Rumänen heran. Das ist schon eine kleine Überraschung.
Ein guter Lauf ist dem Bob aus Rumänien gelungen. Tentea/Iordache haben mindestens drei Plätze gutgemacht, sind jetzt schon mindestens Siebter zur Halbzeit.
Bradley Hall aus Großbritannien wollte hier um die Medaillen mitkämpfen, er fällt im zweiten Lauf aber zurück. Als Achtbester gestartet rangiert er sich vor den letzten sieben Bobs als Dritter ein.
Sieben Bobs sind durch den Eiskanal, es führen aktuell Suk und Chae aus Südkorea vor dem Duo Tschofen/Kranz aus Liechtenstein.
Die ersten Curling-Partien des Tages sind vorbei, und damit auch ein echtes Topduell: Schweden hat die Schweiz geschlagen. Die schwedischen Curlerinnen gewannen 6:4 und haben damit sechs von sechs Partien für sich entschieden. Man braucht (aus meiner Sicht: glücklicherweise) kein Curlingexperte sein, um zu prognostizieren, dass das Team um Skip Anna Hasselborg Topfavorit auf Olympiagold ist. Außerdem: Kanada hat China 10:5 geschlagen, Großbritannien besiegte Dänemark 7:2. Ab 14.05 Uhr curlen auch die Männer, darunter das deutsche Team.
Der Bob aus Trinidad und Tobago fährt trotz Bandentreffer schneller als im ersten Lauf. Vielleicht kann Axel Brown ja noch einen Platz gutmachen.
In knapp zehn Minuten beginnt der 2. Lauf im Zweierbob. Weil sie die besten Zeiten im 1. Lauf hinlegten, starten die drei Deutschen Duos zuletzt.
Während im Slalom die letzten Fahrer unterwegs sind (und leider die wenigsten das Ziel erreichen – mehr als die Hälfte der Starter ist inzwischen ausgeschieden), hat sich Linus Straßer im ZDF zu seinem Rennen geäußert. »Es ist nicht einfach, Kurssetzung, Sicht, der Hang«, sagte er: »Du könntest mich noch zehnmal runterfahren lassen, ich wüsste nicht, ob ich schneller fahren könnte. Es ist immer so ein bisschen frustrierend, solche Rennen.« Straßer hat nur noch geringe Chancen auf eine Medaille, er geht mit 1,41 Sekunden Rückstand auf die Podestplätze ins Finale um 13.30 Uhr.
Wir haben es eben von Florian gehört, der Schneefall in Bormio soll bald enden, aktuell hat er das eindeutig noch nicht. Die Fahrer müssen sich durchs Schneetreiben kämpfen, und dem Iren Cormac Comerford gelingt das, wenn auch mit einiger Mühe. Der Mann mit der Startnummer 58 ist nach 1:07,87 Minuten im Ziel, das sind fast zwölf Sekunden mehr, als die Topfahrer benötigt hatten. Aber dabei zu sein ist ja bekanntlich schon viel wert. Und Comerford hat etwas geschafft, was längst nicht allen Fahrern gelungen ist: Er hat diesen Lauf beendet.
Großer Jubel in Bormio, als sich der Italiener Tommaso Saccardi hinunterschlängelt. Saccardi ist als 37. gestartet, mit einer Topzeit war eigentlich nicht zu rechnen, aber dann rast der 24-Jährige los als wollte er die vordersten Ränge angreifen. Klappt nicht ganz, aber am Ende wird er Zehnter, das ist schon sehr beachtlich. »The crowd call your name/They love you/All the same« heißt es übrigens in jenem Morrissey-Lied weiter.
Deutsche Bobs liegen alle auf Medaillenkurs
Johannes Lochner und Georg Fleischhauer führen nach einem Lauf souverän, sind fast eine halbe Sekunde vor den beiden anderen deutschen Bobs. Es kommen natürlich noch drei Durchgänge, aber das war schon mal ein Ausrufezeichen!
Der Grieche AJ Ginnis scheidet aus, der Kroate Istok Rodeš scheidet aus: Es sind schwierige Bedingungen in Bormio und ins Ziel zu kommen, bedeutet hier schon ziemlich viel. Von 34 Fahrern ist das bislang 14 NICHT gelungen.
Drei Bobs stehen noch oben, an den vorderen Rängen wird es sich höchstwahrscheinlich nichts mehr ändern. Zumindest im ersten Lauf setzt sich die Dominanz der deutschen Fahrer fort.
Nach fünf Ends beim Curling der Frauen ist noch in allen Partien Spannung garantiert. Schweden und die Schweiz gehen ausgeglichen mit 3:3 ins sechste End, Kanada führt gegen China 4:3 und Großbritannien 3:2 gegen Dänemark.
»Losing in front of your homecrowd« sang Morrissey einst, und ein bisschen wird Tommaso Sala das nachempfinden können. Der Italiener stammt aus Mailand, er kennt diese Piste in Bormio bestens und wird bejubelt, als er sie herunterrast. Aber dann fädelt Sala ein, das Rennen ist für ihn vorzeitig beendet.
Ein Kopfschütteln im Ziel: Der Brite Dave Ryding ist sichtbar unzufrieden mit seinem Lauf. Mit 39 Jahren sind diese Winterspiele seine letzten, und sie laufen nicht perfekt: 59,88 Sekunden benötigt er, das sind 3,74 mehr als der Führende McGrath. Macht Platz 13 von 14 Fahrern, die es bis ins Finish schafften.
16 Starts gab’s hier bislang im Slalom, Linus Straßer liegt aktuell auf dem 10. Platz. Was sich allerdings etwas weniger gut liest, wenn man bedenkt, dass es schon fünf Fahrer nicht ins Ziel schafften.
Auch nach elf Bobs bleibt das Bild dasselbe: Die deutschen Teams sind nach dem ersten Lauf auf Gold-, Silber- und Bronzekurs.
Jetzt Linus Straßer: Der Deutsche startet hervorragend, verliert dann allerdings gerade hinten raus sehr viel Zeit auf den Führenden McGrath, das wird schwierig mit einer Medaille. 2,35 Sekunden beträgt sein Rückstand.
Florian Haupt
Reporter in Bormio

Sturzfestival im Slalom: Die schwierigen Bedingungen in Bormio fordern ihren Tribut. Etliche Favoriten sind schon ausgeschieden, unter anderem Feller und Pinheiro Braaten.
Die ersten zehn Athleten haben diesen ersten Lauf im Slalom hinter sich gebracht, nun ja, sie sind gestartet. Und inzwischen ist klar, dass Atle Lie McGrath ruhig hätte euphorischer sein dürfen. Die Zeit des Norwegers, der als Erster startete, bleibt bislang die beste, gefolgt von Loïc Meillard. Gleich kommt der Lauf von Linus Straßer.
Der erste nicht-deutsche Bob hat zwei Amerikaner an Bord. Und Williamson, Del Duca bleiben hinter den drei deutschen Duos.
Lucas Pinheiro Braathen stürzt! Das ist bitter für den Mann, der die erste Goldmedaille überhaupt für Brasilien in der Winterspiel-Geschichte holte. Das war am Sonntag im Riesenslalom. Nun stürzt er im ersten Slalom-Lauf, und damit ist klar: Eine zweite Medaille für Brasilien wird vorerst nicht dazukommen.
Henrik Kristoffersen startet ziemlich gut in diesen ersten Lauf, aber im letzten Drittel der Strecke wird er langsamer, 1,59 Sekunden fehlen ihm auf seinen norwegischen Landsmann McGrath.
Dritter Start, drittes Duo aus Deutschland. Das gibt die Kräfteverhältnisse in diesem Sport ganz gut wieder. Ammour und Schaller sortieren sich erst mal auf Platz zwei ein, knapp vor Friedrich und Schüller.
Weltmeister Loïc Meillard fährt als Zweiter, benötigt aber 0,59 Sekunden mehr als der Norweger McGrath. Wirklich enttäuschend läuft es dann für Paco Rassat; dem Franzosen mit Medaillenhoffnungen unterläuft früh ein Fehler, kurz darauf muss er aufgeben.
Und das war deutlich langsamer als Lochner und Fleischhauer, 48 Hundertstelsekunden. Das ist im Bob eine Welt.
Los geht’s auch im Slalom der Männer, den Anfang macht der Norweger Atle Lie McGrath, der zu den Favoriten zählt. 56,14 Sekunden benötigt er für seinen Lauf, das sah gut aus, aber im Ziel wirkt er nicht unbedingt euphorisch.
Mit einem neuen Bahnrekord geht es gleich gut los für das deutsche Duo. Mal sehen, was die Zeit am Ende wert ist.
Lochner und Fleischhauer sind im 1. Vorlauf gleich die ersten Starter. Mal sehen, welche Zeit sie hinlegen.
Florian Haupt
Reporter in Bormio

Pünktlich zum Slalom-Start schneit es nur noch leicht in Bormio. Auch die Sicht ist jetzt deutlich besser.
Skifahrer Karl Schranz (Grenoble, 1968): Ver- und entgoldet im Nebel
Österreich zählt zu den Giganten des Wintersports, und Karl Schranz zu Österreichs Ski-Giganten. Olympia und er wurden indes keine Freunde: 1960 startete Schranz verletzt, 1964 holte er vergrippt Silber. Und 1968 folgten auf den Slalomwettbewerb lange Diskussionen über Schranz‘ umstrittene Disqualifikation. Im Nebel von Chamrousse hatte er im zweiten Lauf eine Gestalt auf der Piste gesehen, durfte erneut fahren und jubelte, als er vorn lag und schon mit Gold auf dem Podest stand. Doch er hatte zwei Tore ausgelassen – was Schranz auf die Störung und die Unfallgefahr zurückführte. Die Jury nahm ihn dennoch mit 3:2 Stimmen aus der Wertung, der Franzose Jean-Claude Killy gewann.
Olympiasieger war Schranz also nur für gut zwei Stunden, er sah sich betrogen. Vier Jahre später verjagte ihn das IOC um Präsident Avery Brundage im Zwist um den Amateurstatus aus Sapporo und warf ihm Werbung für Kaffee vor. Bald darauf beendete Schranz seine Karriere. 1988 erhielt er von IOC-Präsident Juan-Antonio Samaranch nachträglich eine olympische Ehrenmedaille. Eine späte Genugtuung.
Florian Haupt
Reporter in Bormio

Slalom im Neuschnee
Es schneit in Bormio, und zwar nicht wenig. Auf dem Foto abgebildet ist der Slalomhang, auf dem um 10 Uhr der erste Durchgang beginnt. An eine Abfahrt wäre bei diesen Bedingungen nicht zu denken. Aber rote und blaue Stangen erkennt man auch so, es dürfte gestartet werden. Hart gesottene Fans steigen für die beste Sicht in diesen Minuten schon am Hang hinauf.
1:5 haben die deutschen Eishockey-Männer am Sonntagabend gegen die USA verloren, danach gab es Kritik aus den eigenen Reihen. Der vor Olympia als Kapitän abgesetzte Moritz Müller hat die Kollegen nach der Vorrunde angezählt. »Im Vorfeld ist viel darüber gesprochen worden, wie gut diese Mannschaft ist. Die besten Mannschaften, die ich bei Deutschland erlebt habe – das war 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen«, sagte Müller. 2018 hatte Deutschland Olympia-Silber gewonnen, 2023 wurde man Vize-Weltmeister.
»Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die mit zu den besten auf der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn jemand von denen auf dem Eis ist, dass wir denen jedes Mal die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert«, sagte Müller. Der von den USA per Manndeckung aus dem Spiel genommene Starspieler Leon Draisaitl hatte am Sonntag keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor abgegeben.
Wir starten mit Curling in den Tag. Soeben haben folgende drei Spiele bei den Frauen begonnen:
Schweden – Schweiz
China – Kanada
Dänemark – Großbritannien
Deutschlands Curling-Männer sind ab 14:05 Uhr ebenfalls im Einsatz. Es geht gegen Schweden.
Einen schönen guten Morgen und herzlich willkommen im SPIEGEL-Liveblog zu den Winterspielen 2026. Für die nächsten 14 Stunden etwa erfahren Sie hier alles, was Sie rund um Olympia in Italien wissen müssen. Danial Montazeri und ich werden Sie von Hamburg aus durch den Tag begleiten, dazu erwartet Sie Erhellendes von unseren Reporterinnen und Reportern vor Ort. Also ich freu mich drauf.
Mit Material der Agenturen.



