Olympia-News heute im Live-Ticker: Gold, Silber und Bronze für Deutschland, Drama um Lindsey Vonn

Olympia-News heute im Live-Ticker: Gold, Silber und Bronze für Deutschland, Drama um Lindsey Vonn

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Das war der zweite Wettkampftag der Winterspiele 

Vonns Albtraum: Es hätte die große, amerikanische Heldengeschichte werden sollen. Lindsey Vonn, nach ihrem Comeback im Alter von 41 Jahren plötzlich wieder zur Siegfahrerin avanciert, wollte mit einem gerissenen Kreuzband zu Abfahrt-Gold rasen. Was dann passierte, ließ das Publikum mit einem ganz flauen Gefühl zurück: Schon kurz nach dem Start stürzte Vonn schwer, blieb liegen und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden. Nun liegt Vonn mit einem gebrochenen linken Bein im Krankenhaus. Die Goldmedaille ihrer Landsfrau Breezy Johnson wurde zur Nebensache, die Silbermedaille der Deutschen Emma Aicher, nur 0,04 Sekunden zurück, ebenso. 

Gold für Deutschland: Apropos deutsche Medaillen: Im Eiskanal glänzt das Edelmetall einmal mehr in Gold, Max Langenhan ist der neue Superstar des Rodelsports. In Cortina d’Ampezzo gewann der Thüringer nicht nur, er dominierte: Viermal Bahnrekord, niemand kam auch nur in Langenhans Nähe. Am Ende blieb er doch bescheiden: »Eigentlich müssten 300 Leute so eine Medaille bekommen, weil die Teil des großen Ganzen sind.« 

Überraschung in Antholz: Die deutschen Biathletinnen und Biathleten galten nach dem bisherigen Saisonverlauf als beinahe abgeschrieben für die Spiele. Läuferisch zu weit zurück, am Schießstand nicht konstant genug: Medaillen mochten nicht als unmöglich gelten, aber doch als unwahrscheinlich. Nun klappte es direkt im ersten Anlauf. Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß durften sich nach der Mixed-Staffel Bronze um den Hals hängen – und das trotz einer Strafrunde, die sich Preuß beim finalen Stehendschießen einhandelte. 

Als selbsterklärte Quad-Götter werden Sven und ich morgen den vierten Abend in Folge von den Winterspielen berichten. Nun aber ist Feierabend. Wir wünschen eine gute Nacht, bis morgen! 

Die Jury lässt sich Zeit.

Jetzt wird es spannend. Gold für die USA oder für Japan?

Also für mich sah das fehlerlos aus, was Satō da aufs Eis gezaubert hat. Ich muss allerdings zugeben, dass ich vom Eiskunstlauf ungefähr so viel Ahnung habe wie von Astrophysik.  

Das waren die Highlights an Tag drei der Winterspiele

Max Langenhan hat im Rodeln die erste Goldmedaille für Deutschland geholt, Silber ging an den Österreicher Jonas Müller, Bronze an Dominik Fischnaller aus Italien.

Emma Aicher holt die erste Medaille für Team Deutschland: In der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo wird sie Zweite – nur 0,04 Sekunden hinter der Goldgewinnerin Breezy Johnson aus den USA. Dritte wird die Italienerin Sofia Goggia. Der Wettkampf wird überschattet vom schweren Sturz der Topfavoritin Lindsay Vonn (USA), die mit einem gerissenen Kreuzband an den Start gegangen war.

Im Skiathlon der Langläufer holt wenig überraschend Johannes Klæbo aus Norwegen Gold. Der Franzose Mathis Desloges gewinnt Silber, Martin Nyenget aus Norwegen wird Dritter.

In der Biathlon-Mixed-Staffel hat Deutschland in der Besetzung Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß Bronze gewonnen. Gold ging an Frankreich vor Italien.

Die 5000 Meter im Eisschnelllauf der Herren hat der Norweger Sander Eitrem mit neuem olympischen Rekord. Silber gewinnt Metodej Jilek aus Tschechien, Bronze geht nach Italien an Riccardo Lorello.Die USA haben Gold im Team-Eiskunstlauf gewonnen.

Der »Quad God« variiert zwischen Dreifach- und seinen berühmten Vierfachsprüngen, ein irrwitzig anspruchsvolles Programm. Sein Fehler kostet ihn Punkte, aber nur marginal. Meine Expertise zum Eiskunstlauf hat ihre Grenzen, aber die Punktzahl, die für Malinin aufblitzt, ist bedeutend höher als bei der Konkurrenz: 200 Zähler und ein paar Zerquetschte. Damit müsste Japans Shun Satō nun eine persönliche Bestleistung aufs Eis zaubern.

Malinin stürzt fast, kann sich so gerade noch auf den Beinen halten. Wenn der Japaner gleich ähnliches vermeidet, sollte das für Gold reichen, denke ich.

Kanadas Stephen Gogolev deutet sein großes Talent zwar an, doch schon vorab war klar: Eine Medaille würde für die Nordamerikaner unerreichbar bleiben. Kanada schließt den Wettkampf auf Platz fünf – doch jetzt geht es um Gold: US-Amerikaner Ilia Malinin, im Kurzprogramm noch ungewohnt schwach, fordert Japan heraus.

Der Georgier Nika Egadze patzt gleich mehrfach, Italien in Person von Matteo Rizzo nutzt das aus und setzt sich an die Spitze. Bronze hat das Team des Gastgebers damit sicher. 

Das Big-Air-Finale am Dienstag findet ohne die deutsche Snowboarderin Annika Morgan statt. Für die 23-Jährige reichte es im Livigno Snow Park in der Vorausscheidung nur zu Platz 13 – die besten zwölf Athletinnen schafften es eine Runde weiter. Am Ende fehlten Morgan 0,75 Punkte. Die Qualifikation gewann Zoi Sadowski-Synnott aus Neuseeland mit 172,25 Punkten, sie holte in Peking bereits Silber im Big Air und Gold im Slopestyle.

Bilder des Tages

Japan hat im Teamwettbewerb vor der finalen Disziplin die Führung von den USA übernommen. Amber Glenn hat in einem nervösen Auftritt mehrfach gepatzt, Kaori Sakamoto war die Nutznießerin. In ca. 20 Minuten sind die Männer der fünf besten Teams dran, unter ihnen auch der US-Superstar Ilia Manilin. Kann er die Vereinigten Staaten doch noch zu Gold führen?

Weil ich weiß, dass du bei jeder Sportart mit Begeisterung dabei bist, Sven.

Warum fragst du mich eigentlich nie, worauf ich mich freue? 

Das ist eine gute Frage, Sven. Die Eindrücke von der Vierschanzentournee sind zwar noch frisch und nicht die besten, aber dennoch traue ich Deutschlands Skispringern von der Normalschanze morgen einiges zu. Philipp Raimund gewann heute bereits zwei Trainingsdurchgänge, landete bei bis zu 104 Metern. Andreas Wellinger, der 2018 in Pyeongchang von der Normalschanze Gold holen konnte, kam auf 103 Meter – das Ende seines Formtiefs? Und mit Felix Hoffmann ist in diesem Winter ohnehin immer zu rechnen. Der erste Durchgang startet morgen um 19 Uhr.

Cedric, immerhin drei Medaillen gab es heute für das deutsche Team. Mit Gold, Silber und Bronze waren auch alle Farben dabei. Du als Experte für alles, bei welchen Entscheidungen morgen kann Deutschland auf Podestplätze hoffen? 

Team Japan jubelt! Riku Miura und Ryuichi Kihara erreichen gemeinsam die Saisonbestleistung und gewinnen den Paarlauf! Mit Abstand die beste Wertung, der Abstand auf die USA schrumpft von fünf auf zwei Punkte. Das letzte Wort um Gold ist noch nicht gesprochen, Italien, Georgien und Kanada werden sich voraussichtlich einen Dreikampf um Bronze liefern.

Wir begeben uns in die Eiskunstlauf-Halle. Dort haben Sara Conti und Niccolò Macii für Italien gerade die bislang beste Kür im Paarlauf des Team-Finales dargeboten, die italienische Mannschaft liegt somit weiter auf Medaillenkurs. Derzeit sieht es stark nach Gold für die USA und Silber für Japan aus.

Langenhan: »Eigentlich müssten 300 Leute so eine Medaille bekommen«

Max Langenhan steht dem ZDF Rede und Antwort: »Es gibt einen Trainer, der konnte es leider nicht mehr miterleben, und für den ist die Medaille«, eröffnet der Rodel-Olympiasieger mit ernsten Worten – und geht dann in einen lockereren Ton über: »Die hängt ganz schön schwer. Ich habe leider Nackenprobleme.« 

So wirklich möchte Langenhan sich nicht selbst auf die Schulter klopfen. »Das Ziel muss sein: Bei Olympia vier perfekte Läufe, das ist mir nicht ganz gelungen«, analysiert er – dabei waren ihm vier Bahnrekorde gelungen. Und auch die Verantwortung für diese schiebt Langenhan ganz bescheiden an sein Team und die Leute, die in Thüringen die Basis dieses Erfolgs waren: »Eigentlich müssten 300 Leute so eine Medaille bekommen, weil die Teil des großen Ganzen sind.« 

Und nun? »Ich hatte überlegt, vielleicht morgen irgendwo in der Sonne zu chillen.« Er hat es sich verdient.

Die deutsche Nationalhymne wird abgespielt, Langenhan singt mit.

Und jetzt bekommt Langenhan auch schon die Goldmedaille um den Hals gehängt. 

Langenhan jubelt mit deutscher Fahne um die Schultern! Aber nur kurz, dann muss er zur Siegerehrung. Es würde mich interessieren, an wie viel von diesen Minuten er sich heute Abend noch erinnern kann.

Schon wieder ein Bahnrekord! Unglaubliche Leistung des Thüringers. 

Ja, Max Langenhan gewinnt Gold!

Und jetzt kommt Max Langenhan. Sein Vorsprung ist groß, er muss es jetzt »nur« sauber runterfahren. Aber von »nur« kann man bei Olympischen Spielen eigentlich nicht sprechen. Gleich wissen wir mehr. Wird es das erste Gold für Deutschland?

Jonas Müller will es wissen. Der Österreicher startet gut, hatte Vorsprung vor Fischnaller. Und er baut ihn aus: Zwei Zehntel, dann drei Zehntel, und dabei pendelt es sich ein. Mindestens Silber! Und nun alle Augen auf Langenhan.

Ein lauter Schrei von Fischnaller und Jubel bei seinem Team!

Dominik Fischnaller holt eine Medaille für Italien, es wird mindestens Bronze! Die hat er auch schon vor vier Jahren in Peking gewonnen.

Kristers Aparjods aus Lettlands Rodel-Hochburg Sigulda stürzt sich in den Eiskanal. Eine wilde Fahrt, aber er behauptet sich vor Gleirscher. So. Und nun geht es um die Medaillen.

Der Österreicher Nico Gleirscher geht mit ordentlichem Vorsprung vor Loch in den finalen Lauf. Und er bleibt vorne. Mindestens Platz fünf für ihn. 

Leon Felderer aus Italien aus Italien sieht seinen Vorsprung von Zwischenzeit zu Zwischenzeit schrumpfen – und dann leuchtet es plötzlich rot. Auch er bleibt hinter Loch zurück.

Und auch Loch macht mindestens einen Platz gut. Der Österreicher Kindl bleibt hinter ihm. Nun kommen noch sechs Rodler. 

Felix Loch wird sehr enttäuscht sein von seiner Leistung bei diesem Wettbewerb. Sein vierter Lauf wird sein bester, er geht in Führung und wird damit mindestens Achter. 

Und es wird mindestens Platz neun für den Deutschen. Er bleibt vorne.

Das war eine wirklich tolle Vorstellung von Grancagnolo, Laufbestzeit bis hierhin.

Und er geht in Führung, verteidigt damit mindestens Platz 10. 

Wir kommen zu den besten zehn Rodlern nach drei Durchgängen. So langsam wird es spannend. Der Deutsche Timon Grancagnolo geht in den Eiskanal.

Der letzte Lauf im Einsitzer ist gestartet, nun geht es für die Rodler in umgekehrter Reihenfolge der Platzierungen in den Eiskanal. Max Langenhan startet also als Letzter. 

Trump beleidigt US-Freestyler: »Echter Loser« 

US-Präsident Donald Trump hat mal wieder jemanden beleidigt – diesmal den US-Freestyler Hunter Hess nach dessen Äußerungen über die aktuelle Lage in den Vereinigten Staaten. Hess – »ein echter Loser« – sage, er würde die USA bei den Olympischen Spielen nicht vertreten, behauptete Trump auf seiner Plattform Truth Social. Wenn das der Fall sei, hätte sich Hess nicht darum bemühen sollen, Teil des US-Teams zu werden. Es sei schade, dass Hess dabei sei, schrieb Trump. »Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.«

Im Rahmen der Olympischen Spiele gab es bereits mehrfach Protest gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump – besonders mit Blick auf die teils martialisch anmutenden Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten. Der britische Freestyler Gus Kenworthy hatte kurz vor dem Start der Winterspiele auf Instagram etwa ein Bild gepostet, auf dem »fuck ICE« zu sehen ist – nach seinen Angaben hat Kenworthy den Schriftzug in den Schnee gepinkelt. 

Der amerikanische Freestyler Hunter Hess sagte jüngst, es rufe »gemischte Gefühle« hervor, die USA im Moment zu vertreten. »Wenn es mit meinen moralischen Werten übereinstimmt, fühle ich mich vertreten. Aber nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert.« 

Vonn liegt auf Intensivstation, ist aber nicht in Lebensgefahr

Ihr heftiger Sturz bei der Abfahrt schockiert Zuschauer in aller Welt. Immerhin: Ski-Star Lindsey Vonn schwebt Berichten zufolge nicht in Lebensgefahr, sie wurde bereits operiert. Hier geht es zu unserer Meldung

Georg Hackl hat Sturz gut überstanden

Deutschlands Rennrodel-Legende Georg Hackl ist nach seinem schmerzhaften Sturz am Olympia-Wochenende inzwischen wieder einigermaßen munter unterwegs. »Da hab ich mir die Schulter ausgekugelt, wie man so schön sagt«, blickt der Hackl Schorsch, der inzwischen die Österreicher trainiert, auf sein Malheur zurück. Nach einem kurzen Besuch im Krankenhaus und dank einiger schmerzmildernder Medikamente sei es aktuell aber »einigermaßen erträglich«. Hackls Schützling Jonas Müller ist derzeit hinter Max Langenhan auf Silberkurs.

Snowboarderin bricht Pechstein-Rekord

Snowboarderin Claudia Riegler aus Österreich hat die deutsche Olympiasiegerin Claudia Pechstein als älteste Starterin abgelöst, die jemals an einem Wettkampf bei den Olympischen Winterspielen teilgenommen hat. Die 52-Jährige trat im Parallel-Riesenslalom an und schied dort im Achtelfinale gegen Ester Ledecka aus.

»Ich kann immer noch mit den jungen Mädchen mithalten und mich mit ihnen messen«, sagte Riegler, die im November 1994 ihr Weltcup-Debüt feierte. Mit 30 Jahren sei sie laut eigener Aussage aus dem österreichischen Aufgebot geworfen worden. »Man sagte mir, ich sei zu alt«, so Riegler. Später kehrte sie jedoch zurück.

Pechstein hatte ihren letzten olympischen Auftritt 2022, kurz vor ihrem 50. Geburtstag. In den Rekordlisten wir Anne Abernathy als älteste Athletin bei Winterspielen geführt, die Rodlerin von den Amerikanischen Jungferninseln brach sich 2006 jedoch im Training das Handgelenk und trat, ebenfalls im Alter von 52 Jahren, zum Wettkampf nicht mehr an.

»Zauberhaft« findet Gabriel Groß seinen ersten olympischen Auftritt. »Eine wirklich zauberhafte Erfahrung. Ich bin überglücklich!« Groß war über die 5000 Meter die zehntschnellste Zeit gelungen.

Das letzte Paar ist auf dem Eis. Die ersten Rundenzeiten von Ted-Jan Bloemen, der für Kanada startet, und dem Franzosen Timothy Loubineaud kommen nicht an die des Norwegers ran. 

Die Führung hat gewechselt. Der Norweger Sander Eitrem läuft mit 6:03:95 neuen olympischen Rekord über die 5000 Meter und ist vor der letzten Paarung auf Goldkurs. Auch sein Laufpartner Metodej Jilek aus Tschechien bleibt unter dem alten olympischen Rekord und setzt sich auf Platz zwei. Der Italiener Lorello rutscht dadurch auf den Bronzerang. 

Aus dem US-Lager hört man zum Gesundheitszustand von Lindsey Vonn: Verletzt, stabil, in guten Händen. Darf man das »Entwarnung« nennen? Eine Diagnose lässt jedenfalls weiter auf sich warten.

Felix Loch, ohnehin schon weit abgeschlagen, ist wieder nicht glücklich. Es ist zwar sein schnellster Lauf bislang, doch wieder ging etwas schief: Gleich am Start rauscht der Rodel-Altmeister gegen die Bande, verliert wichtige Zeit. Die Medaille wird er inzwischen abgehakt haben.

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

In der Eisschnelllauf-Arena geht nun der verbleibende deutsche Teilnehmer Felix Maly an den Start. Die nicht sehr zahlreichen deutschen Fans versuchen ihn anzufeuern. Auf einen der vorderen Plätze zu laufen wird jedoch schwer werden für ihn. 

Österreichs Jonas Müller, bislang Langenhans ärgster Konkurrent, verliert trotz eines neuen Startrekords wichtige Zeit auf den Deutschen. Auch Dominik Fischnaller aus Italien kann mit Langenhan erneut nicht mithalten. Wenn im vierten und entscheidenden Lauf nichts schiefgeht, winkt die deutsche Goldmedaille.

Langenhan weiter auf Goldkurs

Jetzt stürzt sich Max Langenhan in den Eiskanal – und der Führende nach zwei Durchgängen legt im dritten Versuch den dritten Bahnrekord aufs Eis! 52.705 Sekunden, die eigene Bestmarke unterboten. Das ist eine quasi fehlerlose Vorstellung bislang.

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Dafür wartet der Kollege Florian Haupt schon seit der Eröffnungsfeier vergebens auf Gianna Nannini. 

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Die Stimmung ist jedenfalls prima hier. Die Arena singt jetzt »Take Me Home, Country Roads«. Geht irgendwie immer. 

Petzold kommt am Ende als bisher Neunter ins Ziel. Von den ersten zehn Startern war nur der Japaner Sasaki langsamer.  

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Bei den 5000 Metern Eisschnellauf der Männer ist nun der zweite deutsche Starter auf der Bahn. Die Zwischenzeiten von Fridtjof Petzold deuten jedoch darauf hin, dass er nichts mit den Medaillen zu tun haben wird. Allerdings sind auch die niederländischen Fans eher still. In Führung liegen ein Italiener und ein Norweger. 

Es wird lauter in der Halle. Der Italiener Ricardo Lorello setzt sich mit einer starken Zeit von 6:09:22 an die Spitze des Feldes. Geht für ihn hier was in Richtung Medaille?  

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Übrigens ist die Halle hier in Mailand nicht ganz voll hier, vor allem die sonst immer so zahlreichen US-Fans scheinen nicht unbedingt Eisschnelllauf-Fans. Obwohl der Amerikaner Casey Dawson Chancen auf eine Medaille hat. 

Georg Hackl bei Rodeltraining gestürzt

Schrecksekunde für Deutschlands Rodellegende Georg Hackl: Beim Training seiner Österreicher im neuen olympischen Eiskanal von Cortina d’Ampezzo ist er in einen Schacht gefallen. »Schorsch« wurde zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mit 6:14:40 setzt Groß die erste Richtzeit über die 5000 Meter. Das hohe Tempo seiner ersten Runden konnte der Deutsche nicht halten. Mal schauen, für welchen Platz es am Ende reicht. 

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Wer übrigens Eislaufen sonst nur von der Schlittschuhbahn mit den Kindern kennt: Das ist wirklich sehr schnell hier, selbst über eine so lange Distanz. Da kommt sogar die Handy-Kamera nicht mit. 

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

Die drei deutschen Starter gehören nicht zu den Favoriten, aber Gabriel Groß hält sich im ersten Rennen gegen seinen niederländischen Gegner bislang vorne – obwohl die Eishalle wie erwartet vor allem in Orange leuchtet.

Lindsey Vonns Märchen wird zur Tragödie

Lindsey Vonn wollte Gold – mit einem verletzten Knie. Dann verlor sie die Kontrolle, es folgten schockierende Bilder. Selbst die größte Abfahrerin kann die menschlichen Grenzen nicht verschieben. Lesen Sie hier den Artikel des Kollegen Jonas Kraus.

Thomas Schulz

Reporter in Mailand

Thomas Schulz

So actionreich und dramatisch diesr Olympia-Tag bislang war: Hier in Mailand war davon bislang nicht viel zu spüren. Bei annähernd frühlingshaften 12 Grad und Sonne sitzen die Menschen lieber mit einen Glas Wein auf der Piazza. Und auch in den Arenen gab es bislang nichts zu sehen. Erst jetzt geht es los mit den ersten Wettkämpfen: Gleich beginnt das Finale des Eissschnelllaufs der Männer über 5000 Meter. 

Die Botschaft der »Goldmamma«

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Francesca Lollobrigida begeistert mit ihrer Goldmedaille das Gastgeberland Italien. Die Geschichte der kämpferischen Mutter ist nicht nur hollywoodreif – sondern auch gesellschaftlich relevant, schreibt mein Kollege Florian Haupt. Den ganzen Text lesen Sie hier.

Johannes Høsflot Klæbo ist dafür bekannt, in den Wettkampfphasen extrem vorsichtig zu sein und Kontakten eher aus dem Weg zu gehen. Deshalb wurde er hier im Langlaufstadion von Tesero gerade gefragt, ob es schwierig sei, seiner Verlobten nach so einem Erfolg keine Umarmung geben zu können. »Ich denke, die fehlende Umarmung ist das geringste Problem«, antwortete Klæbo schlagfertig. Als der norwegische Reporter eine Nachfrage stellte, fragte der Olympiasieger, ob er wirklich nicht wisse, was er meine. Souverän ausgebremst, würde ich mal sagen.

Ein kleines Update zu Lindsey Vonn: Eine genaue Diagnose steht noch aus, aber aktuell läuft die Pressekonferenz mit Siegerin und Vonn-Teamkollegin Breezy Johnson. »Ich hoffe, dass es nicht ganz so schlimm ist. Ihr Trainer hat mir gesagt, dass sie im Helikopter für mich gejubelt hat.« 

Nach dieser schönen Nachricht aus deutscher Sicht heißt es für meinen Kollegen Marco Fuchs und mich: Feierabend! Weiter geht es mit Sven Scharf und Cedric Voigt im Hamburger Newsroom und mit unseren Reporterinnen und Reportern vor Ort. 

Voigt, Strelow und Nawrath feuern Preuß nochmal an, danach liegen sich Strelow und Nawrath schon in den Armen. Man kann es nicht anders sagen: ein Glück für Preuß, dass die Norwegerin noch schlechter geschossen hat. 

Simon ballert alle fünf Versuche ins Ziel. Das wird Gold für Frankreich. Italien trifft ebenfalls fünfmal. Norwegen und Deutschland liefern sich ein Fehlerduell. Deutschland eine Strafrunde, Norwegen zwei. 

Frankreich kommt gleich als erstes Team zum Schießstand. Italien, Norwegen und Deutschland folgen gleichauf 20 Sekunden dahinter. 

Eine Medaille für das deutsche Team wäre hier nicht unbedingt zu erwarten. Doch Strelow, Nawrath, Voigt und Preuß präsentieren sich stark: Ohne einen einzigen Nachlader kommen sie bislang durch diese Mixed-Staffel

Philipp Nawrath kann nicht weggucken: Mitten im Gespräch dreht er sich um, verfolgt das Liegendschießen von Preuß. Er strahlt nach den fünf Treffern neben seinen Skiern, man merkt, wie die Hoffnung auf eine Medaille steigt.

Das vorletzte Schießen beginnt. Simon setzt alle fünf Schüsse ins Ziel und verlässt den Schießstand mit komfortablem Vorsprung. Vitozzi für Italien 20 Sekunden dahinter. Und Franziska Preuß? Auch sie bleibt fehlerlos und geht vier Sekunden hinter Italien in die Spur. Norwegen liegt sechs Sekunden dahinter. Es bleibt beim Kampf um die Medaillen sehr, sehr spannend. 

Knapp 20 Sekunden Vorsprung hatten die Franzosen beim letzten Wechsel auf die drei Teams dahinter.

Julia Simon soll nun den Sieg für Frankreich ins Ziel bringen, für Deutschland geht Franziska Preuß auf die Strecke. Die Konkurrenz hat es allerdings in sich: Lisa Vittozzi (Italien) und Maren Kirkeeide (Norwegen) sind für eine Medaille zu schlagen. 

Voigt schießt relativ langsam, aber erneut fehlerlos. Deutschland mit 30 Treffern bei 30 Versuchen. Frankreich führt, aber alle vier Teams an der Spitze liegen innerhalb von nur zehn Sekunden. Voigt muss nun bis zum Wechsel in der Loipe alles geben, um Franziska Preuß die bestmögliche Ausgangsposition mit auf die Strecke zu geben. 

Jeanmonnot zieht davon, aber Voigt kann mit den beiden anderen Staffeln mithalten. Der Druck beim Stehendschießen wird nicht geringer …

Voigt wird auf der Strecke nun eingeholt: Norwegen, Italien und Frankreich schließen zu der Deutschen auf.

Die Deutschen schießen weiter sensationell. Voigt geht ohne Nachlader als Erste in die Spur. Keine zehn Sekunden Rückstand haben die drei Konkurrenten, aber das sollte ihr doch Selbstvertrauen geben, sich im Kampf um die Medaillen im Wettbewerb zu halten. 

Startläufer Justus Strelow kam gerade bei den deutschen Medien vorbei. Er sei sehr zufrieden mit seiner Olympia-Premiere, aber beim Stehendschießen habe er das Tempo herausnehmen müssen. »Da bin ich lieber auf Nummer Sicherheit gegangen«, sagt Strelow. Das hat sich gelohnt. 

Lou Jeanmonnot (Frankreich) und Dorothea Wierer (Italien) laufen bereits auf Vanessa Voigt auf. Das war zu erwarten. Wichtig für die deutsche Staffel wird jetzt sein, dass Voigt am Schießstand nicht wackelt. 

Nach den ersten beiden Läufern liegt die deutsche Mixed-Staffel auf Rang zwei. Norwegen übergibt als erstes Team, 5,4 Sekunden vor den Deutschen. Frankreich und Italien liegen 21 Sekunden hinter Rang eins. Vanessa Voigt ist nun für das DSV-Team am Start. 

Stark! Nawrath bleibt auch beim Stehendschießen ohne Fehler. Während er wegzieht, müssen die Konkurrenten nachladen, nachladen, nachladen. 

Mein Kollege Marcus sammelte vorhin ja spannende Jobs bei Olympischen Spielen. Ich möchte hier vom Biathlon einen ergänzen: Jede einzelne Schießmatte wird nach dem Schießen von einem Volunteer gefegt. Mit einem guten alten Haushaltsbesen. 

Ich sitze noch im Zielraum in Tesero und muss aufpassen, keinen Sonnenbrand zu bekommen. Kein Neid, bitte. Soeben ist mit dem Haitianer Stevenson Savart der letzte Läufer unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel gekommen, 10:41 Minuten nach Olympiasieger Klæbo. Prompt entdecke ich den nächsten Traumjob: Auf der Zielgeraden wurden kleine Tannenäste in den Schnee gesteckt, um die Spuren für gleichzeitig ins Ziel kommende Läufer abzustecken. Jetzt werden diese Äste fein säuberlich rausgezogen und gesammelt – es kommen ja noch zehn Rennen. 

Gleich drei Nachlader benötigte Quentin Fillon Maillet. Die Franzosen müssen nun mit 20 Sekunden Rückstand erst einmal wieder an die Medaillenplätze heranlaufen. 

Nawrath straft mich in der Tat Lügen: Ohne Nachlader werden alle fünf Scheiben weiß. Er hat sich für heute einiges vorgenommen. Aktuell liegt Deutschland auf Rang eins, vor Norwegen und Italien

Selten hab‘ ich mich so gefreut, dass du falschlagst, Marco!

Nawrath ist der stärkere Läufer als Strelow und das zeigt er direkt in der Loipe. Er hat schon zum Dritten aufgeschlossen und liegt keine acht Sekunden mehr hinter Rang eins. Dafür ist das Schießen nicht zwingend seine Domäne …

Eine Besonderheit des Austragungsorts in Antholz: Der Stadionsprecher sagt alles dreimal an. Auf Italienisch, Englisch – und auf Deutsch.

So sieht es beim Wechsel von Justus Strelow zu Philipp Nawrath aus: Norwegen führt drei Sekunden vor Frankreich, Italien liegt weitere drei Sekunden dahinter. Die deutsche Mixed-Staffel rangiert nach dem ersten Läufer mit zwölf Sekunden Rückstand auf Platz vier. 

Strelow auch bei seinem zweiten Schießen fehlerlos! Nur Norwegen und Frankreich liegen aktuell vor ihm. 

Beim Biathlon kommen jetzt die Startläufer zum ersten Schießen, nachdem vom Start weg ein hohes Tempo in der Loipe angeschlagen wurde. Justus Strelow setzt alle fünf Patronen ohne Nachlader ins Ziel. Guter Auftakt für Deutschland. 

König Klæbo 

Ich melde mich ein letztes Mal aus dem Langlauf-Stadion in Tesero. Soeben ist die Siegerehrung zu Ende gegangen und womöglich war das für die immer noch zahlreich anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer erst der erste Teil der Klæbo-Festspiele. Wenn der Norweger diese Form einigermaßen konservieren kann, macht er sich hier unsterblich. Auf dem Siegertreppchen wirkte er erleichtert, aber noch nicht gelöst.

Den Rennverlauf hat sich Klæbo wohl etwas anders vorgestellt, vier unermüdliche Kollegen begleiteten ihn nach der ersten Rennverschärfung. Doch dann kontrolliert er halt das Rennen – und am letzten Anstieg geht es klaeboesk zur Sache. Unnachahmlich flog er den Hügel herauf. Der Vorsprung reichte für seine erste Goldmedaille in Italien, und es können noch fünf weitere folgen.

Jetzt hat er karriereübergreifend schon sechs Olympiasiege, seine drei Landsleute Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Daehlie haben allesamt acht Goldmedaillen gesammelt. Wir dürfen gespannt sein. 

Trotz der vielen Daten und intensiven Vorbereitung: Die Rennen in Antholz überraschten in der Vergangenheit immer wieder. Dafür gibt es eine Erklärung: In der Höhe, Antholz liegt etwa 1600 Meter über dem Meeresspiegel, ermüden die Muskeln schneller. Vielen Athleten fällt es schwerer, sich zu konzentrieren. Und kurz dem Schießen geht es auch noch einen Anstieg hoch. Das wirkt sich vor allem auf das Schießen aus. Oder wie es Franziska Preuß ausdrückte: »Man kriegt weniger Sauerstoff, dann ist die Reizleitung zwischen Finger und Gehirn nicht so schnell. Dann zieht man den ersten Schuss weg, ohne die Bewegung zu merken. Die Feindosierung stimmt nicht.«

Tatsächlich liegt die Fehlerquote am Schießstand von Antholz so hoch wie an kaum einem anderen Weltcuport, nur in Oberstdorf wird noch häufiger daneben geschossen. Viele Teams sind daher seit Wochen in der Gegend, um sich auf die Höhe einzustellen.

Und los geht es! Die Mixed-Staffel im Biathlon ist gestartet.

Annika Schultz

Reporterin in Antholz

Annika Schultz

In Antholz werden Weltcup-Rennen ausgetragen, die Teams kennen die Strecke also. Der deutsche Athlet David Zobel erzählte im Podcast »Extrarunde«, dass beim Weltcup in der vergangenen Saison Wissenschaftler die Strecke abgemessen hätten. So konnten sie das Profil auf dem Laufband für das deutsche Team nachbauen. Zudem trugen die Läufer Sender unter dem Trikot. Mit deren Hilfe konnten sie nachvollziehen, an welchen Streckenabschnitten sie Zeit liegen gelassen haben. Wir werden in den kommenden zwei Wochen sehen, was das gebracht hat. 

Gerade wurden die Sportler und Sportlerinnen aus den Top-Nationen eingeblendet. Kurzer Check: Trotz vieler, wirklich vieler, deutscher Flaggen war die Unterstützung für das italienische Biathlon-Team am lautesten. Viele hoffen auf Gold für die Gastgeber, angesichts  der bisherigen Leistungen von Vitozzi, Giacomel und Co. nicht unberechtigt.

Enttäuschung für Hofmeister

Snowboarderin Ramona Hofmeister ist bereits im Viertelfinale des Parallel-Riesenslaloms als letzte deutsche Teilnehmerin ausgeschieden. Auch die Goldfavoritin Ester Ledecka scheiterte bereits in der Runde der letzten acht. 

Gute Stimmung ist jedenfalls garantiert. An keinem anderen Ort können bei Olympia so viele Fans zu einem Rennen kommen. 19.000 Zuschauer und Zuschauerinnen passen in den Stadionbereich. Die Tickets seien seit Oktober restlos ausverkauft gewesen, heißt es von den Veranstaltern.

Für viele Menschen dürfte die Anreise langwierig gewesen sein. Nur eine Straße führt zum Stadion, und die war verstopft. Mit Autos, mit Shuttle-Bussen, mit Polizei-Kontrollen. Kurz vor Start sind die Tribünen aber komplett gefüllt.

Hallo aus Antholz! Hier starten in wenigen Minuten die Wettbewerbe im Biathlon. Und das gleich mit einem Rennen, das manche den härtesten Biathlon-Wettkampf überhaupt nennen: die Mixed-Staffel. Die besten Athletinnen und Athleten des Landes treten in einem Team an, jeweils zwei Männer und zwei Frauen. Die absolute Weltspitze.

Das deutsche Team gehört derzeit nicht dazu. »Wir wissen selbst, dass wir eher die Underdogs sind«, sagt Franziska Preuß, die Schlussläuferin des deutschen Quartetts. Vor ihr gehen Justus Strelow, Philipp Nawrath und Vanessa Voigt in die Loipe. Sie seien von Fehlern der Konkurrenz abhängig, so schätzt es Preuß ein. Vor allem Frankreich, Norwegen, Italien und Schweden dürften in den Kampf um die Medaillen eingreifen. 

Das sagt Lindsay Vonns Schwester über das Sturzdrama

Die Bilder waren schlimm: Kurz nach dem Start stürzte Abfahrtsfavoritin Lindsay Vonn in Cortina schwer, blieb lange auf der Piste liegen und musste behandelt werden, bevor sie mit dem Hubschrauber geborgen werden konnte. Ihre Schwester Karin Kildow sagte nun im Gespräch mit dem US-Sender NBC, sie sei sehr erschrocken gewesen: »Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten. Es ging so schnell.«

Es sei »beängstigend« gewesen, als man ihre Schwester mit dem Heli abtransportiert habe. Aber: Vonn habe »einfach Großes gewagt und alles gegeben«, so Kildow. Sie vermute, Vonn werde ihre Entscheidung, mit dem gerissenen Kreuzband anzutreten, nicht bereuen. »Sie gibt immer 110 Prozent, nie weniger. Ich weiß also, dass sie ihr ganzes Herzblut hineingesteckt hat, und manchmal passieren eben Dinge. Es ist eine sehr gefährliche Sportart, und es spielen viele Faktoren eine Rolle.«

Viel habe sie noch nicht gehört zum aktuellen Gesundheitszustand ihrer Schwester, sagte Kildow weiter. Sie wisse nur, dass Vonn derzeit untersucht werde. »Ihre Chirurgen, ihr Physiotherapieteam und ihre Ärzte sind alle hier, daher werden sie uns sicher einen Bericht geben, und wir werden sie dann in dem Krankenhaus besuchen, in dem sie ist.«

»Der Knoten ist geplatzt«: DOSB-Präsident Weikert bejubelt Aicher-Silber 

DOSB-Präsident Thomas Weikert hat mit Begeisterung auf die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo durch Alpin-Star Emma Aicher reagiert. »Der Knoten ist geplatzt! Herzlichen Glückwunsch an Emma Aicher zu einer wahnsinnig tollen Leistung«, sagte Weikert: »Das ganze Team Deutschland freut sich mit ihr und wird diese Silbermedaille als Motivation nutzen für die weiteren Wettkämpfe. Emma ist schon jetzt ein echter Star auf der olympischen Bühne.«

Aicher war in der Abfahrt der Frauen gerast. Beim Rennen musste sich Aicher nur Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA geschlagen geben. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia, Super-G-Olympiasiegerin von 2018. Für Aicher ist es die zweite Olympia-Medaille nach Silber 2022 mit dem Team.

Der Vollständigkeit halber halten wir an dieser Stelle noch fest: Kollege Jonas Kraus lag mit seinem Tipp goldrichtig. Die Olympiasiegerin in der Damen-Abfahrt heißt tatsächlich Breezy Johnson.

»Das war der Olympiasieg«, schreibt mein Kollege Jonas Kraus, der das Geschehen live in Cortina d’Ampezzo verfolgt, über den Auftritt von Breezy Johnson. Wir überprüfen das später mal.

Ich sitze noch im Zielraum in Tesero und muss aufpassen, keinen Sonnenbrand zu bekommen. Kein Neid, bitte. Soeben ist mit dem Haitianer Stevenson Savart der letzte Läufer unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel gekommen, 10:41 Minuten nach Olympiasieger Klæbo. Prompt entdecke ich den nächsten Traumjob: Auf der Zielgeraden wurden kleine Tannenäste in den Schnee gesteckt, um die Spuren für gleichzeitig ins Ziel kommende Läufer abzustecken. Jetzt werden diese Äste fein säuberlich rausgezogen und gesammelt – es kommen ja noch zehn Rennen. 

Hallo auch aus Livigno! Wenn man mit dem Bus von Bormio aus über den Passo di Foscagno hierherfährt, kann man viel über die tückische hochalpine Bergwelt lernen. In den Südhängen sind überall Lawinen abgegangen, manche haben Wanderwege getroffen, die im Winter glücklicherweise geschlossen sind.

Ja, die verschneiten italienischen Alpen sind schön anzusehen, aber man muss wissen, wo man hingehen kann. Die Snowboarder, die heute im Snow Park in Livigno im Parallel-Riesenslalom um Medaillen fahren, müssen keine Angst vor Lawinen haben. Ramona Hofmeister hat bereits das Viertelfinale erreicht. Cheyenne Loch ist im Achtelfinale ausgeschieden.

Der Berchtesgadener Elias Huber, Sohn des Extrembergsteigers Thomas Huber, startet bei den Männern in der Runde der besten acht Läufer. 

Es gibt schon lustige Jobs bei Olympia. Nachdem alle Langläufer hier in Tesero ihre Skier gewechselt haben, kommen drei fleißige Helfer und sammeln in Koffergestellen (es gibt bestimmt einen offiziellen Namen dafür) die bereits benutzten Klassik-Latten ein. 

Im Skiathlon haben sich fünf Langläufer abgesetzt. Johannes Klaebo ist dabei, aber auch die beiden Franzosen Desloges und Lapalus. Es sind noch fünf Kilometer zu absolvieren. Das könnte ein spannendes Finish werden, wobei ich irgendwann mit einem Angriff des norwegischen Topfavoriten rechne. 

Auch Moreno wird vom Helikopter abtransportiert. 

Der nächste Sturz: Cande Moreno aus Andorra bleibt auf der Strecke liegen und hält sich das Knie. Auch das sieht nicht gut aus. 

In Cortina läuft weiter die Abfahrt. Zehn Starterinnen stehen noch oben. Am Olympiasieg von Breezy Johnson dürften sie nichts mehr ändern.

Der Skiathlon im Langlaufstadion ist gestartet und hier ist Lindsey Vonn natürlich kein Thema. Bei Kaiserwetter sind Tausende Zuschauer zur Strecke gekommen. Es sind herrliche Bilder, während die Eltern versuchen, einen Blick auf die vorbeifahrenden Langläufer zu erhaschen, machen die Kinder eine Schneeballschlacht oder rodeln den Hang herunter. 

Nächster Sturz: Die Österreicherin Nina Ortlieb kommt zu Fall, aber dieses Mal geht es glimpflich aus. 

Ganz harte Situation für Sofia Goggia. Sie ist eine gute Freundin von Vonn – und muss nun direkt nach deren Sturz an den Start. Aber was für eine Geschichte: Goggia fährt auf Rang drei! 

Mirjam Puchner (Österreich) ist die erste Fahrerin nach dem Vonn-Unfall und der langen Unterbrechung. Platz neun.

So hart der Schwenk auch ist: Es geht weiterhin um olympische Medaillen. In einer Minute soll es in Cortina weitergehen. 

Lindsey Vonn ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin, einer der größten Alpinstars der Geschichte. Und jetzt wird die 41-Jährige per Helikopter ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Ein furchtbares Ende einer großen Karriere. 

Die Zuschauer applaudieren, als der Hubschrauber wegfliegt.

Vonn wird mit dem Heli abtransoprtiert

Die gestürzte Vonn wird lange auf der Strecke von herbeigeeilten Helfern versorgt, anschließend geborgen und nun mit dem Helikopter weggeflogen.

Sportlich haben wir an der Spitze ein knappes Rennen mit gerade einmal 0,04 Sekunden zwischen Johnson und der Deutschen Emma Aicher. Aber das interessiert gerade niemanden. »Ich hab gleich weggeschaut«, sagt Aicher zu dem Sturz im ZDF. 

Jetzt ist der Helikopter im Anflug. Gespenstische Szenen.

Die Zeitlupe des Sturzes zeigt das ganze Drama: Vonn fährt früh eine enge Linie, bleibt dann mit dem Arm an einem Tor hängen und gerät dadurch aus der Balance. Es sind schlimme Szenen, Schreie sind zu hören. Die 41-Jährige wird weiterhin behandelt. 

Im Zielraum wird nun der Sturz gezeigt. Viele Zuschauer drehen sich entsetzt weg, wollen diese Bilder nicht sehen.

Schwierige Momente für alle Beteiligten. Das medizinische Personal ist bei Vonn. Die Regie schaltet nur sehr rücksichtsvoll zur Szene. Die Führende Johnson mit regungslosem Gesichtsausdruck. Auch sie schaut sorgenvoll auf den Monitor.

Es ist die befürchtete Katastrophe. Sie wollte mit gerissenem Kreuzband Gold. Jetzt kann man nur hoffen. Alle halten hier die Luft an.

Früh im Rennen verlor Vonn an einem Tor die Kontrolle und stürzte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht bleibt sie liegen.

Der Jubel bei Vonns Start war gigantisch. Dann stürzte sie und nun ist es mucksmäuschenstill im Zielraum von Cortina. 

Vonn stürzt kurz nach dem Start

Sie ist noch gar nicht richtig unterwegs, da stürzt die US-Amerikanerin.

Alle Augen nach oben: Lindsey Vonn geht ins Rennen.

Weidle-Winkelmann startet gut, verliert dann überraschend viel. Sie rutscht zu stark an, das kostet Tempo. Nein, das ist keine optimale Fahrt. Platz sieben, 1,16 Sekunden hinter Johnson

Die Österreicherin Cornelia Huetter war bislang bei drei Olympischen Spielen nie in Medaillennähe. Heute liegt sie bis zur Hälfte gut, aber im Ziel ist es vorerst Rang drei. Dabei wird es nicht bleiben, so meine Prognose. Jetzt kommt Kira Weidle-Winkelmann!

Es ist sehr spannend. Nur 0,04 Sekunden bleibt sie am Ende hinter Johnson. Aicher ärgert sich. Sie hat von oben bis unten gekämpft und mit viel Risiko agiert. Dennoch nur Platz zwei für sie – vorerst.

Aicher liegt bei der ersten Zwischenzeit knapp vorn. Sie springt weiter als jede andere. Eng, gute Linie. Zweite Zwischenzeit knapp hinten.

Lie Kajsa Vickhoff (Norwegen) zeigt eine gute Leistung und liegt bis zur Hälfte des Rennens gleichauf mit Johnson, bevor sie am Ende verliert und verliert. Rang drei. Jetzt kommt Emma Aicher.

Laura Pirovano (Italien) rast auf Rang zwei, aber liegt fast eine Sekunde hinter Johnson. Da dürften voraussichtlich noch einige Fahrerinnen vor ihr landen. 

Die Spannung steigt: Startnummer 10 Aicher, Startnummer 12 Weidle-Winkelmann, Startnummer 13 Vonn.

Die Italienerin Nicol Delago verlässt früh die Ideallinie und hat im weiteren Verlauf vor allem damit zu tun, sich zurückzukämpfen. Aktuell Platz vier. Das war sicher weniger, als sie sich erwartet hat. 

»Das war der Olympiasieg«, schreibt mein Kollege Jonas Kraus, der das Geschehen live in Cortina d’Ampezzo verfolgt, über den Auftritt von Breezy Johnson. Wir überprüfen das später mal.

Die Abfahrtsweltmeisterin von Saalbach aus dem vergangenen Jahr nimmt zwischenzeitlich sehr weite Wege. Optimal ist es nicht, aber schnell. Johnson übernimmt mit 1,10 Sekunden Vorsprung vorerst die Führung. 

Die beiden Schweizerinnen Jasmine Flury und Janine Schmitt können wie erwartet nicht vorn angreifen. Jetzt kommt mit der US-Amerikanerin Breezy Johnson eine erste heiße Medaillenkandidatin. 

Die 35-jährige Mailänderin Brignone sortiert sich knapp hinter Raedler ein. Im Zielbereich wird sie frenetisch gefeiert. Es ist eine tolle Geschichte, dass sie nach ihrer schweren Verletzung überhaupt wieder fit wurde für diese Spiele. 

Die Österreicherin Ariane Raedler ist mehr als 1,5 Sekunden schneller als Blanc. Jetzt wird es das erste Mal richtig laut an der Strecke: Lokalmatadorin Federica Brignone steht im Starthaus. 

Malorie Blanc hat als Erste die Strecke in Cortina absolviert. Die Schweizerin setzt mit 1:38,77 Minuten die Richtzeit. 

Abfahrt der Frauen hat begonnen 

Neun Tage nach ihrem Kreuzbandriss sind alle Augen auf Lindsey Vonn gerichtet. Die 41-Jährige, die in diesem Winter die bislang überragende Abfahrerin im Weltcup war, geht mit Startnummer 13 ins Rennen. Gute Medaillenchancen haben – wie unser Reporter Jonas Kraus vor Ort bereits schrieb – auch die beiden Deutschen Emma Aicher (Startnummer 10) und Kira Weidle-Winkelmann (Startnummer 12).

Und die Gastgeberinnen? Die italienischen Hoffnungen ruhen auf dem Trio Federica Brignone (Startnummer 3), Nicol Delago (Startnummer 7) und Laura Pirovano (Startnummer 8). Jonas nennt zudem Breezy Johnson (Startnummer 6) und Nina Ortlieb (Startnummer 18) als Medaillenkandidaten. Außenseiterchancen räume ich noch Cornelia Huetter (Startnummer 11) und Jacqueline Wils (Startnummer 17) ein. 

In Cortina ist alles angerichtet für die Abfahrt der Frauen. Gerade lief »The Final Countdown«. Anders als in den Tagen zuvor scheint die Sonne, die Piste wirkt griffig. Bessere Bedingungen können sich die Fahrerinnen kaum wünschen. Und die Fans auch nicht. 

Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, beim täglichen Olympiagucken vielleicht Lust bekommen haben, Sportarten wie Curling mal selbst auszuprobieren: Es braucht dafür gar nicht so viel. Ein alter Teekessel, ein handelsüblicher Schrubber und ein rutschfähiger Boden reichen aus, wie diese Familie auf TikTok zeigt:

»Direkt vor unserem Studiofenster wurde die olympische Flamme entzündet, ich hätte fast geheult«

Seit 2008 hat Katrin Müller-Hohenstein im ZDF über sämtliche Olympischen Spiele berichtet. Hier spricht sie über die Faszination Olympia und wie viel sie im Studio von den Wettkämpfen mitbekommt. Ein Interview unseres Kollegen Peter Ahrens

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ciao ciao und willkommen zum dritten Tag der Olympischen Winterspiele in Norditalien. Auch heute begleiten mein Kollege Marco Fuchs und ich sie gemeinsam mit unseren Reporterinnen und Reportern vor Ort durch die Wettkämpfe. Wir wünschen gute Unterhaltung!

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Mit Material der Agenturen

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