Olympia-News heute im Live-Ticker: Lena Dürr überrascht im Riesenslalom, deutsche Biathlon-Männer enttäuschen

Olympia-News heute im Live-Ticker: Lena Dürr überrascht im Riesenslalom, deutsche Biathlon-Männer enttäuschen

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Das bringt der Tag bei Olympia

  • In der Biathlon-Verfolgung der Männer über 12,5 Kilometer gewinnt Martin Ponsiluoma aus Schweden, Philipp Horn wird auf Platz elf bester Deutscher. Silber holt Sturla Holm Lægreid aus Norwegen, Emilien Jacquelin aus Frankreich wird Dritter. 
  • Mikaël Kingsbury holt Gold für Kanada im Ski Freestyle der Männer auf der Parallel-Buckelpiste. Silber geht an den Japaner Ikuma Horishima, die Bronzemedaille gewinnt Matt Graham aus Australien. 
  • Er hat es geschafft: Nach einer weiteren Goldmedaille in der Langlauf-Staffel der Männer ist der Norweger Johannes Høsflot Klæbo nun der erfolgreichste Winterolympionike der Geschichte – mit 29 Jahren. Silber geht an Frankreich, Italien holt Bronze. 
  • Die 35-jährige Federica Brignone holt Gold für Italien im Riesenslalom. In einem Rennen, in dem sich viele Favoritinnen schwertaten, teilen sich zeitgleich Sara Hector aus Schweden und die Norwegerin Thea Louise Stjernesund die Silbermedaille. Lena Dürr verpasst die Überraschung: Sie ging als zweitbeste Fahrerin ins Finale – und wird Neunte. 
  • 14.40 Uhr: Snowboard, Cross, Team (Mixed)
  • 14.45 Uhr: Biathlon, 10 km Verfolgung (Frauen)
  • 17.03 Uhr: Eisschnelllauf, 500 m (Frauen)
  • 18.00 Uhr: Skeleton, Team (Mixed)
  • 18.45 Uhr: Skispringen, Großschanze (Frauen)

Bekommt Preuß noch ihre Einzelmedaille? 

Franziska Preuß hat fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Sie war Weltmeisterin und holte sich im Vorjahr den Gesamtweltcup. Zweimal holte sie zudem olympisches Bronze, jeweils in Teamwettbewerben.

Den Traum von einer Einzelmedaille bei Olympia konnte sie sich bislang nicht erfüllen, und viele Chancen hat sie nicht mehr. Denn Preuß beendet nach der Saison ihre Karriere.

Heute in der Verfolgung ab 14.45 Uhr will sie nochmal angreifen, sie geht als Siebte ins Rennen, mit rund einer Minute Rückstand auf Sprint-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide. Die anderen deutschen Vanessa Voigt, Julia Tannheimer und Selina Grotian liegen weiter zurück. 

Favoritin ist Preuß nicht, dafür verlief die Saison zu inkonstant. Gestern, nach dem Sprint, meinte sie, sie versuche das Medaillenthema so gut es geht auszublenden. Vielleicht hilft das ja. 

Lena Dürr kann und will es nicht fassen. Sekundenlang steht sie im Ziel in gebückter Haltung, schaut auf ihre Skier, als wolle sie fragen: Warum? Warum wieder ich? Sie geht als zweitbeste Fahrerin ins Finale des Riesenslaloms, leistet sich aber zwei größere Patzer und wird Neunte. Das ist jetzt nicht Platz vier wie im Slalom von Peking, was es aus ihrer Sicht aber nicht weniger bitter macht.

Uff, Dürr steht im oberen Drittel beinahe schräg, das kostet Zeit. Danach kämpft die Deutsche, verliert zwischenzeitlich Zeit, schlägt dann wieder zurück, um schließlich doch wieder zu verlieren. Im Ziel ist sie nur Achte. Wow, das war ein spektakuläres Hin und Her, leider mit einem bitteren Ende für Dürr. Die Medaille ist weg.

Sofia Goggia eröffnet den Wettkampf des verbliebenen Führungstrios. Die Italienerin hat in ihrer Karriere bereits drei olympische Medaillen gewonnen, doch an diesem Tag wird keine weitere dazukommen. Nach ihrem Lauf reiht sie sich nur auf Platz acht ein. Jetzt kommt Dürr.

Gleich kommt Dürr

Die Dramatik im Riesenslalom spitzt sich zu: Sara Hector aus Schweden und Thea Louise Stjernesund fahren mit gleicher Zeit ins Ziel und teilen sich vorerst Platz eins. Sie hatten verrückterweise bereits im ersten Durchgang die exakt gleiche Zeit. Nur noch vier.

Jetzt ist Della Mea ihren ersten Platz aber doch los: Thea Louise Stjernesund aus Norwegen übernimmt vorerst die Führung im Riesenslalom. Fünf sind noch oben, darunter Deutschlands Hoffnung Lena Dürr.

Nun folgt Mikaela Shiffrin, die als Superstar im Skisport gilt, jedoch nicht als die größte Favoritin im Riesenslalom. Am Ende bleibt die US-Amerikanerin ebenfalls hinter Lara Della Mea. Die Italienerin hat inzwischen acht Fahrerinnen im Vergleich zum ersten Durchgang hinter sich gelassen – das war eine beeindruckende zweite Fahrt von ihr.

Julia Scheib aus Österreich gehörte zu den größten Favoritinnen im Riesenslalom. Sie war aber schon nach dem ersten Lauf total unzufrieden, beschwerte sich über den Rat ihres Trainerteams für die Schlüsselstelle kurz vor dem Ziel. Im Moment liegt sie auf Platz zwei, für eine Medaille wird das aber vermutlich nicht reichen. Scheib verlässt den Zielbereich sofort.

Jetzt kommt Julia Scheib. Sie galt hier eigentlich als Favoritin auf den Sieg, denn sie hat in dieser Saison bereits vier Weltcup-Rennen im Riesenslalom gewonnen. Die Österreicherin ist nach ihrem elften Platz im ersten Durchgang mit viel Angriffslust in den zweiten Lauf gestartet, ist in den ersten Kurven verdammt viel Risiko eingegangen, hat dann aber zunehmend Fehler gemacht. Im Ziel bleibt sie 0,02 Sekunden hinter der aktuell führenden Lara Della Mea.

Im Zielbereich des Riesenslaloms wird viel diskutiert: Hat Lena Dürr die Nerven, ihre gute Position zu halten? Wer soll Federica Brignone noch stoppen? Die Experten sind sich uneins, aber bei »Fede« Brignone stehen die Zeichen klar auf Gold. Mein Tipp: Dürr gewinnt Bronze.

Nein, so sieht es nicht aus. Aicher verliert direkt Zeit und bringt die Fahrt zwar sicher nach unten, kann aber in keinem Streckenabschnitt so richtig angreifen. Aktuell belegt sie Platz drei. Aber es kommen noch sehr viele.

Nun ist Emma Aicher an der Reihe, die bei diesen Spielen bereits zweimal Silber gewonnen hat. Der Riesenslalom ist nicht ihre stärkste Disziplin. Sie hatte den ersten Durchgang als 17. beendet. Mal schauen, ob sie sich noch verbessern kann.

Bevor Dürr an der Reihe ist und der Kampf um die mögliche Medaille der Deutschen beginnt, werfen wir doch mal einen Blick auf die Starterinnen hinter ihr: Da wären der US-Star Shiffrin, die Italienerin Goggia und die vermeintliche Favoritin Scheib aus Österreich. Sie alle sind in Schlagdistanz zu Dürr, sind angriffslustig. Sollte Dürr es mit einer Medaille schaffen, wäre das eine große Überraschung. Möglich ist sie natürlich aber trotzdem.

Die Zeiten der ersten fünf Läuferinnen im zweiten Durchgang des Riesenslaloms (zwei weitere haben es nicht ins Ziel geschafft) sind deutlich langsamer als am Vormittag. Es ist wärmer geworden, wodurch der Schnee weicher wird und die Gleitfähigkeit der Skier nachlässt. 

In wenigen Augenblicken wird es beim Riesenslalom weitergehen. Lena Dürr, die aktuell auf dem Silberrang steht, wird mit der Startnummer 29 die Piste hinunterfahren. Wir dürfen sie also in gut 30 bis 45 Minuten erwarten.

Nach Seitensprung-Geständnis – Schwedischer Supermarkt wirbt am Valentinstag mit Biathlet Lægreid

 
Seine Untreue-Beichte vor laufender Kamera hatte dem norwegischen Bronzegewinner Sturla Holm Lægreid viel Aufmerksamkeit und Kritik beschert. Einen Seitenhieb konnte sich auch ein schwedischer Supermarkt nicht verkneifen. 

Am Valentinstag warb der »ICA Supermarket« mit einem Foto des Biathleten, um seine Rosen zu veräußern, wie auf dem Instagram-Account des Ladens zu sehen war. Auf einem Foto inmitten der Blumen sah man einen zwinkernden Lægreid. Dazu stand auf einem Schild geschrieben: »Haben Sie die Liebe ihres Lebens gefunden? Vermasseln Sie es nicht – kaufen Sie einen Blumenstrauß!« Der Beitrag wurde fast 20.000 Mal gelikt. 

Florian Haupt

Reporter in Livigno

Florian Haupt

Snowboardcross: Das  »Perfect Match« ?

Um 13.45 beginnen die Viertelfinals im Mixed-Snowboardcross. Leon Ulbricht und Jana Fischer hatten ihren Einzeln jeweils im Viertelfinale viel Pech, er wurde von seinem Teamkollegen Martin Nörl von der Piste befördert, sie scheiterte im Fotofinish. Doch er ist ein guter Starter und sie baut hinten heraus immer viel Geschwindigkeit auf. 
Könnte ein »Perfect Match« sein: Denn beim Mixed fahren jeweils zuerst die Männer in Vierergruppen den Parcours und übergeben dann ihren Vorsprung/Rückstand an die Frauen. Der Start ist bei ihnen also viel wichtiger, um das Feld von vorneweg zu kontrollieren. Jeweils die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die nächste Runde.

Auf der Langlauf-Tribüne verfolgte der norwegische Kronprinz Haakon von Norwegen das Rekordrennen von Johannes Høsflot Klæbo. Der Kronprinz wird später sicher ein paar Worte mit Klæbo wechseln. Positive Schlagzeilen in Zeiten, in denen Kronprinzessin Mette-Marit wegen ihrer Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck steht, und Mette-Marits ältester Sohn Marius Borg Høiby sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten muss.

Nolte zur Halbzeit im Monobob auf Goldkurs

Laura Nolte liegt nach zwei von vier Läufen im Monobob auf Goldkurs. Im Gegensatz zu vielen patzenden Mitfavoritinnen fuhr die 27 Jahre alte Weltcup-Gesamtsiegerin im ersten Lauf Bahnrekord und leistete sich im zweiten Lauf nur kleine Fehler.

Vor den beiden abschließenden Läufen an diesem Montag hat Nolte als Führende 0,22 Sekunden Vorsprung vor der US-Pilotin Elana Meyers Taylor. Dahinter folgen Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries ebenfalls aus den USA und Europameisterin Melanie Hasler aus der Schweiz.

Es ist die insgesamt neunte Goldmedaille für Klæbo, der sich heute mit 29 Jahren in der Olympia-Historie verewigt.

Bei der Langlauf-Staffel holt der Franzose Deslodges holt etwas auf Hedegart auf, trotzdem übergibt Hedegart an Position eins, mit gut zwölf Sekunden Vorsprung. Und jetzt kommt Johannes Høsflot Klæbo. Der muss es eigentlich nur noch ins Ziel bringen, um erfolgreichster Winterolympionike der Geschichte zu werden.

DOSB meckert über Bahn-Werbeaktion – »das ist schofelig« 

Wer schimpft eigentlich nicht über die Deutsche Bahn? Nun mischt sich das deutsche Olympia-Team ein – und fühlt sich von einer DB-Werbeaktion düpiert. Die »Probe Bahncard Gold« ab 19,90 Euro verspricht Freifahrten im Fernverkehr am Tag nach deutschen Goldmedaillen. DOSB-Chef Otto Fricke, einst FDP-Haushaltsexperte, sagte: »Nicht die feine Art.« Er wirft dem Staatskonzern »schofelige« Trittbrettfahrerei vor, da die Einnahmen nicht in den Sport fließen. »Dass das ein Staatsunternehmen macht, das ist schofelig«, polterte Fricke.

Der DOSB hat schriftlich protestiert, ohne Erfolg. Fricke fordert nun echte Hilfe, etwa für Breitensport: »Wo, das kann sich die Bahn ja überlegen.«

Die Bahn ließ auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wissen, das Unternehmen habe »größten Respekt vor allen sportlichen Spitzenleistungen bei den Winterspielen 2026«. 

Beim Staffelrennen laufen die ersten zwei Athleten in der klassischen Technik, danach geht es im freien Stil weiter. Bei den Norwegern ist jetzt Einar Hedegart dran. Über zehn Kilometer hat Hedegart Bronze gewonnen, er soll den Vorsprung ausbauen. Bisher läuft für sein Team alles nach Plan.

Hedegart ist ein interessanter Läufer, eigentlich ist er Biathlet. Bisher konnte er sich im starken norwegischen Biathlonteam nicht durchsetzen, in dieser Saison konzentriert er sich auf Langlauf. Aber das eigentliche Ziel bleibt die Biathlon-WM 2028 in Oslo. Vielleicht nimmt er vorher noch einen Olympiasieg mit. 

Deutschland bekommt Biathlon-Gold, zwölf Jahre später

Großartige Szenen in Antholz, wo die Medaillen für das Biathlon-Staffelrennen der Männer von 2014 neu vergeben werden. Russland hatte damals gewonnen, die Medaille wegen Dopings aber verloren.

Neuer Olympiasieger: Deutschland vor Österreich und Norwegen.

Jetzt gibt es die Medaillen, und es ist wie eine kleine Zeitreise. Arnd Peiffer, Simon Schempp, die Bø-Brüder, Ole Einar Bjørndalen, alle sind sie da. 

Die deutsche Hymne wird gespielt, wahrscheinlich zum einzigen Mal bei diesen Olympischen Spielen in Antholz. Die deutschen Fans singen begeistert mit.

In der Langlauf-Staffel der Männer kontrollieren die Norweger bisher das Rennen. Sie führen quasi seit dem Startschuss. Gerade zieht der zweite norwegische Läufer Nyenget zieht am Anstieg das Tempo an, das Feld zieht sich immer weiter auseinander. Ihm folgen noch die Finnen und die Kanadier, aber auch zu ihnen reißt Nyenget eine Lücke.

Deutsche Biathleten enttäuschen – machen es die Frauen gleich besser?

Ein letztes Mal zum Biathlon der Männer. Die Deutschen waren bei der Verfolgung chancenlos. Philipp Horn wurde Elfter, Philipp Nawrath kam auf Rang 25. Justus Strelow (30.) und David Zobel (34.) rundeten ein katastrophales Abschneiden ab.

Das deutsche Team leistete sich 18 Fehler. »Wir müssen uns jetzt zusammenreißen, gerade was das Schießen angeht«, forderte eben Strelow. Sonst sei bei der Staffel auch gar nichts drin.

Um 14.45 Uhr sind dann die Frauen dran, es kann eigentlich nur besser werden.

Jetzt wird es schwer mit dem Curling-Halbfinale

Deutschlands Curler haben auch gegen Großbritannien verloren. Damit haben sich ihre Chancen auf den Halbfinal-Einzug weiter verringert. Das Team um Kapitän Marc Muskatewitz unterlag dem Medaillenfavoriten in Cortina d’Ampezzo 4:9. Die deutsche Auswahl steht nun bei zwei Siegen und drei Niederlagen. 

Für die Mannschaft von Bundestrainer Uli Kapp steht am Montag (14.05 Uhr) das Duell mit Schweden an, danach folgen in der Vorrunde noch die Spiele gegen Tschechien, die Schweiz und China. Nachdem alle zehn Olympia-Teams gegeneinander gespielt haben, erreichen die besten Vier der Tabelle das Halbfinale.

Norwegischer Langläufer Johannes Høsflot Klæbo könnte seine neunte Goldmedaille gewinnen

Hallo vom Langlauf! Heute mag hier im sonnigen Tesero die Staffel der Männer stattfinden, aber eigentlich geht es nur um einen Sportler: Johannes Høsflot Klæbo. Gewinnt Klaebo das Rennen mit Norwegen, krönt er sich zum erfolgreichsten Winterolympioniken der Geschichte. Neunfacher Olympiasieger. Mit 29 Jahren.

Dafür musste er gleich aber erst mal siegen. Die Chancen stehen gut. Eigentlich kann die norwegische Staffel sich nur selbst schlagen. Weil genau das gestern den hochfavorisierten Schwedinnen mit zwei Stürzen von Ebba Andersson passiert ist, sollten die Sinne geschärft sein. Zu den Medaillenfavoriten gehören noch Schweden und Frankreich.

Deutschland geht mit Janoch Brugger, Friedrich Moch, Florian Notz und Jan Stölben ins Rennen, hat im Normalfall aber nichts mit den vordereren Plätzen zu tun.

Florian Haupt

Reporter in Livigno

Florian Haupt

Traumfinale in den Buckeln

Im Einzel wurden Mikael Kingsbury und Ikuma Horishima überraschend vom Australier Cooper Woods besiegt. Im Parallelrennen haben sich die Legende aus Kanada und sein langjähriger Rivale aus Japan nicht düpieren lassen. Gleich starten sie bei der Olympiapremiere dieses Wettbewerbs gegeneinander ins Finale um Gold.

In Antholz wird beim Biathlon schon das Siegerfoto der drei Gewinner geschossen – bevor der erste Deutsche im Ziel ist. Das sagt eigentlich alles über das deutsche Abschneiden.

Martin Ponsiluoma war als Siebter in die Verfolgung gegangen. Auf den letzten Metern sieht man, wie sehr der Schwede kämpfen muss und wie sehr seine Oberschenkel brennen müssen. Doch er beherrscht seine schwinden Kräfte und sichert sich Gold im Biathlon. Es ist der erste Olympiasieg für den 30-Jährigen.

Florian Haupt

Reporter in Livigno

Florian Haupt

Also, dieser Parallelwettbewerb auf der Buckelpiste ist wirklich eine Show. Ich stand während der bisherigen Runden etwas weiter oben auf Höhe des letzten Sprungs. Man hört dort, mit welcher Kraft die Ski gegen die Buckel klatschen. Und man bekommt ein Gefühl für die unglaubliche Geschwindigkeit der Fahrer, die alles riskieren, um den Rivalen nebenan zu besiegen – und dabei bisweilen so die Kontrolle verlieren, dass sie dessen Bahn kreuzen. Was häufig zu Stürzen führt, jedenfalls aber zur Disqualifikation.

Beim letzten Schießen zeigt Emilien Jacquelin Nerven: Der Franzose muss zweimal in die Strafrunde. Damit verliert er seine bis dahin komfortable Führung an Verfolger Martin Ponsiluoma aus Schweden. Die letzte Runde wird jetzt noch zu einem Krimi.

Horn muss nach dem dritten Schießen zweimal in die Strafrunde. Damit sind die Medaillenränge für den deutschen Biathleten eigentlich weg.

In diesem Moment fangen die TV-Kameras Joshua Kimmich vom FC Bayern ein, der das Verfolgungsrennen hier als Fan vor Ort verfolgt. Gestern Nachmittag hatte der Fußballer mit seinem Klub noch in Bremen gespielt (und 3:0 gewonnen).

Auch beim zweiten Schießen bleibt Deutschlands Horn fehlerfrei, sein Vorsprung auf die Medaillenränge ist jedoch noch recht groß. Er liegt 1:08 Minuten hinter Platz eins und knapp 45 Sekunden hinter dem Bronzerang. Da muss Horn läuferisch zaubern und bei den beiden weiteren Schießen auf jeden Fall ohne Fehler bleiben.

Nach dem zweiten Schießen gibt es den ersten Führungswechsel: Quentin Fillon Maillet leistet sich zwei Schießfehler und muss zweimal in die 150 Meter lange Strafrunde. Dadurch übernimmt sein französischer Teamkollege Emilien Jacquelin die Führung.

Beim ersten Schießen bleibt Deutschlands aussichtsreichster Starter Philipp Horn ohne Fehler. Während er zum Start 1:10 Minuten Rückstand auf die Spitze hatte, waren es jetzt nur noch 50 Sekunden.

Gold in der Biathlon-Staffel, Gold im Sprint, der bisher so starke Franzose Quentin Fillon Maillet eröffnet jetzt die Verfolgung der Männer. Er hat beim Beginn 14 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger Vetle Sjåstad Christiansen. 

Betreiben die Biathleten Wiedergutmachung?

Bislang gab es wenig zu jubeln für die deutschen Biathleten. Das soll sich gleich ändern, bei der 12,5 Kilometer langen Verfolgung mit vier Schießeinlagen, die um 11.15 Uhr beginnt.

Das schlechte aus deutscher Sicht: Bei der Verfolgung startet man mit so viel Rückstand, wie man sich beim Sprint eingehandelt hat. Und das ist eine Menge. Philipp Horn geht als bester Deutscher knapp 1:10 Minuten nach Olympiasieger Quentin Fillon Maillet auf die Strecke. David Zobel, Justus Strelow und Philipp Nawrath haben alle zwischen 1:40 Minuten und 1:53 Minuten Rückstand, vielleicht können sie sich auf der Strecke zusammentun und gemeinsam angreifen. 

Allzu große Hoffnungen auf eine Medaille kann ich aber nicht machen, die Biathleten sind nicht in Topform und wirken auch nicht so, als würde sich das sofort ändern. Zobel sprach nach dem Sprint von »Rückenschmerzen« und Problemen mit der dünnen Luft in Antholz, auch seine Teamkollegen haben ihre Problemchen.

Claudio Rizzello

In Bormio finden heute keine Wettbewerbe statt, viele Athleten und Fans sind weitergezogen. Dafür ist es in der Bar an der Piazza gerade ziemlich voll, denn gleich beginnt hier der Karneval. Ein Narr, so die Tradition, wird für einen Tag symbolisch die Bürgermeisterin ablösen. Hier posieren drei Kandidaten mit leeren Cappuccinotassen am Tresen.

Florian Haupt

Reporter in Livigno

Florian Haupt

Die deutsche Problemzone

Ciao tutti! In Livigno stehen heute wieder zwei spektakuläre Wettbewerbe an. Das Olympia-Debüt der Männer im Parallel-Buckelpistenfahren (ab 10.30 Uhr) und das Mixed im Snowboardcross (ab 13.45 Uhr). Nur: In Deutschland wird es wohl wie immer kaum einen interessieren. 
Warum eigentlich nicht? Ist das alles zu lustig und spielerisch für uns? 
Ah, es fehlen die Erfolge. 78 Medaillen werden in Freestyle-Ski und Snowboard bei diesen Spielen vergeben. Deutschland läuft traditionell Gefahr, keine einzige davon zu gewinnen. 
Im Snowboardcross besteht heute allerdings eine der besten verbleibenden Chancen, den Trend zu ändern. Wieso? Erzählen wir Ihnen dann kurz bevor es losgeht.

Wellinger und Raimund springen morgen Abend im Super-Team

Am Montag werden die beiden Olympiasieger Philipp Raimund und Andreas Wellinger im letzten Skisprung-Wettkampf der Winterspiele für Deutschland an den Start gehen. Das gab der DSV am Morgen bekannt. 
 
Das Super Team wird erstmals bei Winterspielen ausgetragen. Statt durch vier Athleten, wie im alten Mannschaftswettbewerb, wird jede Nation nur durch zwei Sportler vertreten. Im Verlauf des Wettbewerbs wird das Teilnehmerfeld reduziert. Die Springer der besten Nationen absolvieren jeweils drei Sprünge. 

Dürr nach ihrem ersten Lauf auf dem zweiten Platz

Das ist der Zwischenstand im Riesenslalom:

1. Federica Brignone  – 1:03,23
2. Lena Dürr – 1:03,57
3. Sofia Goggia – 1:03,69

Im ersten Durchgang sind noch einige Fahrerinnen unterwegs, jedoch keine, die als Topfavoritinnen gelten. Die endgültige Entscheidung fällt im zweiten Durchgang, der um 13.30 Uhr startet.

Nun folgt der Auftritt von Emma Aicher, die bei diesen Spielen bereits zweimal Silber gewonnen hat. Sie soll den Riesenslalom sehr viel trainiert haben, schließlich ist er nicht ihre Paradedisziplin. Das wird sich auch bei diesen Winterspielen nicht ändern: Am Ende reicht ihre Zeit nur für Platz 15.

Lena Dürr ist die erste von zwei deutschen Starterinnen, sie ist Silbergewinnerin im Teamwettbewerb der Spiele 2022. Und das war ein richtig starker Auftritt: Sie liegt nur 0,34 Sekunden hinter Brignone und ist damit aktuell starke Zweite.

Die italienischen Festspiele gehen damit also weiter. Federica Brignone fährt eine komfortable Führung raus, hier kommen kaum noch Fahrerinnen, die ihr gefährlich werden können. Auf der Tribüne bricht riesiger Jubel aus, schon vor dem Rennen wurde eine gewaltige Italien-Flagge ausgebreitet, das hatte was von einer Fußball-Choreo. 

Nun ist Federica Brignone aus Italien an der Reihe, die 35-Jährige hat bei diesen Spielen bereits Gold im Super-G gewonnen. Und, was soll man sagen? Ein fantastischer Auftritt von ihr! Im Ziel hat sie einen deutlichen Vorsprung auf das bislang so enge Feld. Ihre Zeit beträgt 1:03,23 Minuten, 0,74 Sekunden schneller als das bisherige Führungstrio.

Lara Colturi hat noch kein Weltcuprennen gewonnen, schon allein deshalb ist ihre zwischenzeitliche Führung überraschend. Andererseits gilt sie als riesiges Talent, Colturi ist erst 19 Jahre alt. Im Jugendalter wechselte sie in den albanischen Verband, weil ihre Mutter Daniela Ceccarelli, Ski-Olympiasiegerin von 2002, die albanische Nationalmannschaft trainierte. 

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der zweite Durchgang im Riesenslalom und der Kampf um Gold extrem spannend werden könnte. Denn nach zehn Fahrerinnen ist es an der Spitze sehr eng. Drei Fahrerinnen sind gerade vorn und exakt zeitgleich, Paula Moltzan auf Platz neun hat nur 0,42 Sekunden Rückstand auf Platz eins. Alles drin.

Julia Scheib aus Österreich gilt heute als Favoritin auf Gold. Im Ziel muss man jedoch sagen, dass sie sich im zweiten Durchgang steigern muss, um die Erwartungen zu erfüllen. Mit einer Zeit von 1:04,36 Minuten liegt sie zwar nicht weit hinter der Spitze, aktuell reicht es aber nur für Platz fünf.

Als Nächstes ist Alice Robinson aus Neuseeland an der Reihe. Ihr Trainer hat heute den Kurs gesteckt. Das müsste doch ein Vorteil sein. Oder? Nicht wirklich. Im unteren Teil kommt sie einmal mächtig aus der Balance, trotzdem ist ihre Zeit mit 1:04,32 Minuten ordentlich und sie liegt nur knapp hinter der Spitze.

Marcus Krämer

Reporter in Cortina d’Ampezzo

Marcus Krämer

Bei alpinen Wettbewerben sind traditionell immer viele us-amerikanische Fans, so auch heute an der Tofane. Mikaela Shiffrin wird bejubelt, sie winkt einmal kurz ins Publikum. So richtig enttäuscht wird Shiffrin aber nicht sein, seit ihrem schweren Sturz vor etwas mehr als einem Jahr tut sie sich schwer im Riesenslalom. Sie wird alles auf den Slalom am Mittwoch setzen.

Nun ist Mikaela Shiffrin an der Reihe. Die überragende US-Amerikanerin war zuletzt im Team-Wettbewerb hinter den Erwartungen geblieben. 2018 gewann sie Gold im Riesenslalom, jetzt reiht sie sich mit 1:04:25 Minuten erst einmal hinter den Führenden ein.

Die technischen Probleme sind gelöst: Thea Louise Stjernesund ist die erste Starterin, die die Piste hinunterfährt. Sie wurde vor vier Jahren in Peking Sechste im Riesenslalom und hinterlässt auch dieses Mal einen guten Eindruck. Im Ziel freut sie sich: 1:03,97 Minuten stehen auf der Uhr. Mal schauen, was das heute wert ist.

Riesenslalom der Frauen beginnt

Herzlich Willkommen aus Cortina von der Tofane, wo gerade der Riesenslalom der Frauen begonnen hat. Ich sage mal so, es gibt schlimmere Orte zum Arbeiten. Oben am Starthaus werden minus fünf Grad gemessen, hier im Ziel sind es minus zwei. Es ist also deutlich kälter als in den Tagen zuvor, was natürlich Einfluss auf die Beschaffenheit der Strecke hat. Für die Favoritinnen macht das aber keinen Unterschied. Auf der Tribüne sind vor allem Fans von Federica Brignone. Kann sie heute ihre zwei Goldmedaille gewinnen? 

Beim Riesenslalom der Frauen müssen wir uns noch etwas gedulden, da es technische Probleme am Starttor gibt. Der Beginn verzögert sich deshalb. 

Um 10 Uhr beginnt der erste Durchgang im Riesenslalom bei den Skirennfahrerinnen. Für Deutschland starten Lena Dürr mit der Startnummer 16 und Emma Aicher mit der Startnummer 19. Aicher hat bei diesen Olympischen Spielen bereits zwei Silbermedaillen gewonnen, jeweils mit hauchdünnem Rückstand zur Goldmedaille. Der Riesenslalom gilt allerdings nicht als ihre Paradedisziplin.

Biathlon-Gold für Deutschland 

Guten Morgen aus Antholz. Gleich zu Beginn gibt’s mal gute Nachrichten: Egal, wie die Verfolgungsrennen heute ausgehen, Deutschland holt Gold!

Gegen 12.20 Uhr gibt es die Medaillen, gewonnen haben Erik Lesser, Simon Schempp, Arnd Peiffer und Daniel Böhm.

Woher wir das jetzt schon so genau wissen? Weil die deutsche Biathlon-Staffel diese Medaille schon 2014 erkämpft hat, bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Damals landete das Team auf Rang zwei hinter Russland. Weil aber ein russischer Biathlet des Dopings überführt worden ist, wurde die Staffel aus der Wertung genommen. 

Und deswegen nun: Gold für Deutschland. Das dürfte später stimmungsvoll werden im Biathlon-Mekka Antholz, wo immer viele deutsche Fans feiern.

Der Tag beginnt mit Curling. Das junge Team aus Deutschland um den 30-jährigen Skip Marc Muskatewitz tritt gegen Großbritannien an. Die Briten gewannen vor vier Jahren in Peking die Silbermedaille.

Es gibt wieder Kondome

Nun ja, an diesem Thema kommt man bei Olympischen Spielen wohl nicht vorbei. Jedenfalls: In den olympischen Dörfern von Cortina d’Ampezzo ist der Vorrat an Gratis-Kondomen vorübergehend knapp geworden. »Die Nachfrage war höher als erwartet«, teilte das Organisationskomitee mit. Nachschub sei bereits unterwegs und solle bis Montag verteilt werden.

Für Schmunzeln sorgte IOC-Sprecher Mark Adams, der den Engpass mit einem Augenzwinkern kommentierte: »Das Klischee ist, dass der Valentinstag im olympischen Dorf im vollen Gange ist.« Und weiter: »10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten – man kann es sich ausrechnen.« 

Kondome (und die Berichterstattung darüber) gehören bei Olympia längst zur Tradition: Seit 1988 liegen sie in den Athletendörfern aus – teils in sechsstelliger Zahl. Bei den Sommerspielen in Paris 2024 waren es rund 300.000 Stück. Beliebt sind sie vor allem auch als kurioses Souvenir.

Fans zeigen Grönland-Flagge bei Eishockeymatch USA-Dänemark

Ein politisches Zeichen auf den Rängen: »Als Europäer war es für uns wichtig, dieses Symbol zu zeigen«, sagt Alexander Kalniņš, Curling-Fan der Letten aus Deutschland, der Nachrichtenagentur AP. »Als Symbol der europäischen Einheit, dass wir Grönland unterstützen«. Er und seine Ehefrau zeigten die Flagge mehrfach während des Matches.

Der Konflikt in Grönland ist auch bei Olympia präsent: Lesen Sie hier einen Text meiner Kollegin Annika Schultz über die grönländische Biathletin Ukaleq Slettemark, die Trump die Stirn bietet.

Brasilien feiert die erste Winter-Medaille

Nach dem historischen Olympiasieg von Lucas Pinheiro Braathen und Brasiliens erster Wintermedaille haben Politiker und Sportstars aus dem Land dem Skirennfahrer gratuliert. »Dieses beispiellose Ergebnis zeigt, dass der brasilianische Sport keine Grenzen kennt«, schrieb Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf der Plattform X. Es sei das Ergebnis von »Talent, Hingabe und kontinuierlicher Arbeit zur Stärkung des Sports in all seinen Dimensionen.«

Braathen hatte mit seinem Sieg im Riesenslalom von Bormio die erste Medaille für Brasilien und zugleich für einen Südamerikaner bei Olympischen Winterspielen überhaupt gewonnen. Der 25-Jährige verwies den Schweizer Superstar Marco Odermatt um 0,58 Sekunden auf Rang zwei.
Mein Kollege Florian Haupt war beim Sieg des Brasilianers, der in Norwegen geboren ist, vor Ort. Lesen Sie hier seine Reportage.

In München geboren, für Südafrika bei Olympia

Skifahrerin Lara Markthaler fällt auf. Wegen ihrer offensiven Vermarktung, aber auch weil sie für das nicht gerade wintersportbegeisterte Südafrika startet. In Eigenregie mit ihrem Vater. Ein Gespräch über das Familienprojekt lesen Sie hier: »Ich fühle mich wohl mit der Rolle als Paradiesvogel«

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Es beginnt der zehnte Tag der Olympischen Winterspiele in Italien. Jan Göbel und ich begleiten Sie durch den ersten Teil dieses Sonntags, am Nachmittag übernehmen die Kollegen Marvin Rishi Krishan und Henrik Bahlmann.

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