Was für eine Horror-Szene! Riesen-Sorge bei Olympia um die polnische Shorttrack-Starterin Kamila Sellier, die gestern Abend heftig im Gesicht getroffen wurde. Sellier rutschte in der Kurve weg und wurde im Fallen von der Kufenkante der vor ihr laufenden Amerikanerin Kristen Santos-Griswold (31) knapp unter dem Auge getroffen. Anschließend schlug sie noch mit dem Kopf auf dem Eis auf. Sofort floss das Blut aus der Wunde im Gesicht.
Sellier blieb auf dem Eis liegen, Sanitäter eilten zur Hilfe. Helfer schirmten die Untersuchung und Behandlung der Athletin mit einer weißen Plane ab. Der Wettbewerb wurde unterbrochen. Nach mehreren Minuten Behandlung wurde Sellier unter dem Applaus der Zuschauer vom Eis gebracht. Immerhin konnte sie dabei noch einen Daumen nach oben zeigen. Wie polnische Medien berichteten, wurde Sellier direkt in ein Krankenhaus gebracht.
„Kamila wird derzeit operiert. Die Wunde wird wieder geöffnet, damit die Ärzte den Zustand des Knochens gründlich untersuchen können. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Ergebnisse einer CT-Untersuchung eine leichte Fraktur ergeben hatten“, teilte das polnische Olympische Komitee am späten Abend noch mit.
Sellier wird heute Augentests unterzogen
Heute gibt es nun ein weiteres Update von Konrad Niedzwiecki, dem Leiter der polnischen Olympiamission. „Kamila wurde operiert, um den beschädigten Knochen zu reparieren. Alles wurde gereinigt. Sie wachte heute Morgen mit einer starken Schwellung auf. Sie hat letzte Nacht nicht viel geschlafen. Nach den Angaben, die mir der Leiter der medizinischen Mission, Dr. Hubert Krysztofiak, heute Abend mitgeteilt hat, wird sie heute Augenbewegungstests unterzogen. Gestern hat das Auge die ersten Tests bestanden, und das war für uns das Wichtigste“, sagte er zu Eurosport.
Auf dem Eis in Mailand war nach Selliers Sturz zunächst eine Blutspur zurückgeblieben. Beim Restart des Rennens wurde nicht nur die ohnehin verletzte Sellier disqualifiziert, sondern auch Santos-Griswold. Beide Läuferinnen hatten vor dem Unfall geschoben. Damit traten zum Wiederholungsrennen nur vier Athletinnen an.



