Eine unfassbar unfaire Aktion hat Team Deutschland wohl die nächste Medaille im Skicross gekostet. Nach dem Gold-Coup von Daniela Maier (29) fahren am Samstag auch die Männer um den Olympiasieg. Gleich zwei Deutsche stehen im Halbfinale. Einem von ihnen, Tim Hronek (29), wird der Medaillentraum durch eine ganz miese Behinderung eines Konkurrenten genommen.
Das ist passiert: Hronek liegt im zweiten Halbfinale zu Beginn des Rennens auf Platz 3 und pirscht sich Stück für Stück an Ryan Regez (33) heran. Dann macht der Schweizer beim Sprung einen Fehler. Hronek nutzt den Windschatten und zieht kurz vor der letzten Linkskurve nach innen. Als er mit Regez auf gleicher Höhe ist, fährt der plötzlich den Ellbogen aus und behindert unseren Deutschen glasklar. Hronek kann sich zwar auf den Skiern halten, verliert aber erheblich an Tempo. Nutznießer ist der Japaner Satoshi Furuno (26), der an beiden vorbeizieht und sich als Zweiter für das große Finale qualifiziert.
Die Aufreger-Szene: Hronek (l.) wird von Regez mit dem Ellbogen attackiert
In der ARD schäumt Experte Tobias Müller (33/Vize-Weltmeister 2025) vor Wut, sagt: „Das ist unter aller Sau. Sorry, Ryan. Ich habe meinen Respekt vor dir verloren. Er hat dem Timmi das Rennen kaputtgemacht. Mir fehlen die Worte.“ Hronek beschwert sich im Ziel lautstark bei Regez, gestikuliert mit den Armen. Der Schweizer wird von der Jury nach Ansicht der Video-Bilder disqualifiziert. Hronek, der dadurch von Platz 4 auf 3 vorrückt, ist trotzdem raus. Im kleinen Finale wird er immerhin noch Zweiter und erreicht damit insgesamt Rang 6. Florian Wilmsmann (30), der im ersten Halbfinale knapp gescheitert war, wird am Ende Siebter.
Schweizer Entschuldigung bringt nichts
Unmittelbar nach dem Rennen stapft Hronek verständlicherweise völlig frustriert durch den Athletenbereich, wird sogar von Mitgliedern anderer Nationen (z.B. Österreich) getröstet. Regez entschuldigt sich bei den Journalisten in der Mixed Zone, sagt: „Es tut mir mega leid für ihn. Ich bin nicht stolz darauf. Wenn ich es rückgängig machen könnte, würde ich es tun.“
Als Hronek von BILD auf die Entschuldigung angesprochen wird, sagt der: „Das bringt mir am Ende des Tages auch nichts. Davon kann ich mir nichts kaufen. Es war ziemlich unsportlich in meinen Augen. Ich war in der perfekten Position für mich. Er macht am Sprung dann den Fehler, ich kann innen vorbeigehen und er hält mich fest. Das hat mich komplett ausgebremst.“
Toll: Hronek schaut nach der riesigen Enttäuschung schon wieder nach vorn, sagt: „Das macht mich nur noch stärker. Ich bin jetzt bei dem im Kopf. Der hat Angst vor mir. Das ist das Beste, was dir beim Skicross passieren kann. Die nächsten Rennen werden kommen und da werde ich zeigen, was ich kann.“



