OpenAI-COO: „Jeder Dollar für Rechenleistung bringt uns drei Dollar Umsatz“
Brad Lightcap: Der COO von OpenAI ist einer der engsten Vertrauten von CEO Sam Altman. Foto: REUTERS
Davos. Die Sorgen vor einer Investitionsblase bei Künstlicher Intelligenz (KI) sind aus Sicht von OpenAI überzogen – trotz der gewaltigen Summen, die derzeit in Rechenzentren, Chips und Cloud-Kapazitäten fließen. „Jeder Dollar, den wir in Rechenleistung investieren, bringt uns rund drei Dollar Umsatz“, sagte OpenAI-COO Brad Lightcap im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Das Interview fand am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos statt, wo KI eines der dominierenden, aber auch umstrittensten Themen war. Kritiker warnen vor Überinvestitionen, steigenden Energiekosten und einer neuen Technologieblase.
OpenAI selbst gehört zu den Unternehmen, die besonders stark in Vorleistung gehen: Branchenberichte gehen von jährlichen Ausgaben im zweistelligen Milliardenbereich für KI-Infrastruktur aus.
Lightcap kontert die Skepsis mit Zahlen – und mit Wachstum. Nach exklusiven Daten, die OpenAI dem Handelsblatt zur Verfügung gestellt hat, gehört Deutschland zu den Top-5-Ländern weltweit bei den wöchentlich aktiven Nutzern von ChatGPT und ist der größte Markt in Europa. Absolute Zahlen nennt die Firma allerdings nicht.
Gleichzeitig zählt Deutschland global zu den Top-3-Märkten für zahlende Abonnenten, Unternehmenskunden und Entwickler, die Anwendungen auf Basis der OpenAI-Schnittstellen bauen. Die deutsche Entwickler-Community ist danach im vergangenen Jahr um rund 40 Prozent gewachsen.
Auffällig ist zudem die Altersstruktur: Nahezu alle 18- bis 24-Jährigen nutzen ChatGPT, ebenso die große Mehrheit der 25- bis 34-Jährigen, viele davon wöchentlich. Die wichtigsten Anwendungsfelder sind Schreiben, Informationssuche, praktische „How-to“-Fragen, Gesundheit sowie Bildung und Lernen.
OpenAI hat seinen Umsatz im Jahr 2025 mehr als verdreifacht. Der annualisierte Erlös überschritt zuletzt die Marke von 20 Milliarden Dollar, nach rund sechs Milliarden Dollar im Jahr 2024. Parallel dazu baute das Unternehmen seine Rechenleistung massiv aus: von 0,6 Gigawatt auf 1,9 Gigawatt binnen eines Jahres, wie OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar kürzlich mitteilte.
Dass viele Unternehmen trotzdem kaum Produktivitätsgewinne sehen, wertet Lightcap nicht als Warnsignal. Die KI sei heute leistungsfähiger als die Strukturen, in die sie eingebaut werde. Für OpenAI ist das kein Zeichen einer Blase, sondern der Beginn der nächsten Phase.
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