Opposition: Eon, Thyssenkrupp, Commerzbank: Grüne gründen Wirtschaftsrat mit außergewöhnlichen Mitgliedern

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Berater: Grüne gründen Wirtschaftsrat mit überraschender Besetzung

Das Image der Grünen in Wirtschaftsfragen hat zuletzt gelitten. Die Grünen-Fraktion will gegensteuern und beruft einen 50-köpfigen Beraterkreis ein. Die Liste liegt dem Handelsblatt vor.Julian Olk 19.02.2026 – 11:41 Uhr
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Grüne Wirtschaftspolitikerin Beck: „Gern auch kritische und vor allem realistische Perspektiven gewinnen.“ Foto: Christine Fiedler/ Grüne Hamburg

Berlin. Die Bundestagsfraktion der Grünen ruft einen neuen Beirat für Wirtschaftsfragen ins Leben. Rund 50 Managerinnen und Manager, Aufsichtsräte und Gründer werden dem Kreis angehören. Die Liste der Namen liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Das Gremium soll am 2. März zur Auftaktsitzung zusammenkommen.

„Wir haben bewusst bei der Berufung einen Schwerpunkt auf Personen mit Geschäftsverantwortung in Unternehmen gelegt“, sagte Katharina Beck, Wirtschafts- und Finanzpolitikerin der Grünen, die den Beirat leitet. „Wir wollen einen vertrauensvollen Raum schaffen, in dem wir regelmäßig konstruktive, gern auch kritische und vor allem konkrete und realistische Perspektiven gewinnen.“

Dem Wirtschaftsbeirat gehören Vertreter unterschiedlicher Branchen und Unternehmensgrößen an. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen:

  • Leonhard Birnbaum: Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Energieversorger Eon ist der einzige Chef eines Dax-Unternehmens in dem Gremium. Seine Berufung ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Birnbaum eher als Kritiker der Grünen bekannt ist.

Eon-Chef Birnbaum: Ein Kritiker der Partei wird Mitglied des neuen Beirats. Foto: Max Brunnert

  • Stefan Kapferer: In Energiefragen soll auch der Chef des Stromnetzbetreibers 50hertz den Grünen beratend zur Seite stehen. Kapferer ist ebenfalls kein Grüner, die Fraktion wird aber auch von seinen politischen Erfahrungen profitieren wollen: Kapferer war einst Staatssekretär von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

  • Dirk Jandura: Auch der Präsident des Außenhandelsverbands BGA und Geschäftsführer des Elektrogroßhändlers Obeta ist nicht bei den Grünen beheimatet. Jandura gilt als strenger Ordnungspolitiker.

  • Marie Jaroni: Die Chefin von Thyssenkrupp Steel verantwortet eine für das Unternehmen zentrale Transformation. Die Stahlwerke in Duisburg befinden sich mitten in der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien – ein schwieriger Prozess. Und längst ist die Frage noch nicht geklärt: Wird diese Transformation gelingen?

  • Simone Menne: Die frühere Lufthansa-Managerin ist heute Multi-Aufsichtsrätin, etwa bei Henkel und Siemens Energy. Menne ist seit einigen Jahren Mitglied bei den Grünen.

  • Hagen Pfundner: Der Chef von Roche Deutschland ist einer der wichtigsten Vertreter einer Branche, die manche Experten für eine der wichtigsten Zukunftsindustrien in Deutschland halten. Entgegen dem sonstigen Trend investiert die Pharmabranche weiter in Deutschland, in der Regel ohne Milliarden vom Staat.

Dem Wirtschaftsbeirat gehören zudem Vertreter von größeren Unternehmen an, etwa Siemens, SAP, dm und die Commerzbank. Auf der Liste finden sich auch Vertreter aus der Branche der erneuerbaren Energien wie Entega, Naturstrom oder PV-Plus.

„Ich freue mich extrem über die gelungene Vielfalt der Besetzung“, sagte Beck: Vom Dax-CEO über den großen Mittelständler, die Geschäftsführerin im Handwerk bis zur selbstständigen Unternehmerin und Gründerin seien viele Facetten der deutschen Wirtschaft vertreten. Das Gremium ist als Beraterkreis gedacht, nicht als eine Vorfeldorganisation. Eine solche Organisation gibt es mit der Wirtschaftsvereinigung der Grünen bereits.

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