Ungarn wählt Neubeginn: Orbán abgelöst
Nach 16 Jahren an der Macht ist Viktor Orbán bei der Parlamentswahl gescheitert. Sein Herausforderer Péter Magyar gewinnt mit deutlicher Mehrheit und signalisiert eine Annäherung an die EU.
Ein politischer Umbruch in Budapest: Die Ungarn haben Viktor Orbán abgewählt. Bei der Parlamentswahl siegte sein Herausforderer Péter Magyar mit einem klaren Erdrutsch. Die 45-jährige Figur der konservativen Tisza-Partei sichert sich einer Hochrechnung zufolge etwa zwei Drittel der Mandate – eine Zweidrittelmehrheit für substanzielle Veränderungen.
Orbán räumte seine Niederlage schnell und fair ein. Bereits zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale gratulierte der bisherige Ministerpräsident seinem Rivalen und kündigte an, weiterhin in der Opposition mitgestalten zu wollen. Die Wahlbeteiligung war außergewöhnlich hoch: Fast 78 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – ein Rekord seit Jahrzehnten.
Der Wechsel signalisiert einen außenpolitischen Kurswechsel. Magyar kündigte an, Ungarns Westbindung und die Beziehungen zur Europäischen Union wieder zu stärken, nachdem sich Orbáns Regierung dem EU-Kurs zunehmend widersetzt hatte. Kritik an Korruption und wirtschaftlicher Stagnation hatten den Wahlkampf geprägt. Bei Themen wie Migration deutet sich jedoch Kontinuität an.