Perus Parlament entlässt Präsidentin Boluarte aus dem Amt
Das peruanische Parlament hat sich mit großer Mehrheit für die Amtsenthebung von Präsidentin Dina Boluarte ausgesprochen. Grund ist die wachsende Kriminalität im Land, die die Regierung nicht in den Griff bekommt.
In einer nächtlichen Abstimmung hat Perus Kongress am Donnerstag die Amtsenthebung von Präsidentin Dina Boluarte beschlossen. 124 der 130 Abgeordneten stimmten dafür, die Präsidentin ihres Amtes zu entheben. Boluarte war aufgefordert worden, sich persönlich vor dem Parlament zu äußern, bevor die Abstimmung stattfand.
Hauptgrund für das Verfahren ist die dramatisch gestiegene Gewaltkriminalität in Peru. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen Januar und Mitte August dieses Jahres knapp 6.100 Menschen getötet – die höchste Quote seit 2017. Auch Erpressungen nehmen überproportional zu und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf etwa 16.000 Fälle. Das Parlament wirft der Regierung vor, diese Entwicklung nicht eindämmen zu können.
Boluarte hatte die Schuld teilweise bei illegalen Einwanderern gesucht und erklärt, dass frühere Regierungen zu wenig gegen das Problem getan hätten. Auch ihr Ministerpräsident verteidigte sie im Parlament, konnte die Abgeordneten damit aber nicht umstimmen. Boluarte war erst im Dezember 2022 nach der Absetzung ihres Vorgängers ins Amt gekommen.