Planet Labs veröffentlicht keine Satellitenbilder des Irankriegs mehr

Planet Labs veröffentlicht keine Satellitenbilder des Irankriegs mehr

Das US-Unternehmen für Satellitenbilder Planet Labs wird bis auf Weiteres keine hochauflösenden Luftaufnahmen der vom Krieg im Nahen Osten betroffenen Gebiete mehr veröffentlichen. Das Unternehmen erklärte am Samstag, die US-Regierung habe Anbieter von Satellitenbildern aufgefordert, eine »unbefristete Zurückhaltung von Bildmaterial« umzusetzen.

Daher werde rückwirkend zum 9. März 2026 »auf ein Modell des kontrollierten Zugangs umgestellt«, erklärte das Unternehmen in einer an Kunden versandten Nachricht. Laut dem Unternehmen soll dieser Schritt verhindern, dass Gegner wie Iran oder die Hisbollah die Bilder für Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten nutzen.

Lesen Sie hier, wie Satellitenbilder unseren Blick auf den Irankrieg verändern 

»Dies sind außergewöhnliche Umstände, und wir tun ​alles, was ‌wir können, um die Interessen all unserer Anspruchsgruppen in Einklang zu bringen«, erklärte das Unternehmen. Künftig sollen Bilder nur noch im Einzelfall für dringende und wichtige Zwecke oder im öffentlichen Interesse freigegeben werden.

Das 2010 von ehemaligen Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde Nasa gegründete Unternehmen geht davon aus, dass die neue Regelung bis zum Ende des Konflikts in Kraft bleibt. Am 10. März hatte das Unternehmen angekündigt, wegen des Krieges einen zweiwöchigen Zugriffsstopp auf seine Nahostbilder zu verhängen und damit eine ursprünglich 96-stündige Verzögerung zu verlängern. Vantor, der andere große Anbieter von Satellitenbildern, hatte ebenfalls umfangreiche Einschränkungen angekündigt.

Zuvor stellte Planet Labs seinen Kunden die Bilder innerhalb weniger Stunden nach dem Überflug der Satelliten zur Verfügung. Das US-Recht sieht vor, dass jedes Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten, das kommerziell hochauflösende Satellitenbilder anbietet, aus Gründen der nationalen Sicherheit oder der Außenpolitik Beschränkungen unterliegen kann.

Nachrichtenagenturen und Medien, darunter auch der SPIEGEL, nutzen regelmäßig Satellitenfotos, um Informationen über schwer zugängliche Gebiete zu beschaffen. Der SPIEGEL griff etwa bei Recherchen zum Gazakrieg (mehr hier  und hier ) und zum Krieg in der Ukraine (mehr hier) regelmäßig auch auf Aufnahmen von Planet Labs zu.

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