Capri-Sun-Chef kritisiert eigene Strohhalm-Petition
Der Präsident des Getränkeherstellers Capri-Sun hat die gescheiterte Petition für Plastikstrohhalme selbst als "schlecht gemacht" kritisiert – hält aber an der Forderung fest.
Der Verwaltungsratspräsident der Capri Sun Group Holding AG, Hans-Peter Wild, hat sich kritisch zur eigenen Petition seines Unternehmens geäußert. Diese hatte zum Ziel, die Europäische Union um Genehmigung zur Rückkehr zu Plastikstrohhalmen zu bitten – ein Vorhaben, das scheiterte.
Wild räumte ein, dass die Petition handwerklich fehlerhaft war, verteidigte aber die dahinterstehende Absicht. Nach einem EU-Verbot von Einwegplastikprodukten nutzt Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme. Seither beklagt das Frankfurter Unternehmen Verbraucherbeschwerden: Die Halme würden zu weich, ließen sich schlecht verarbeiten und gäben einen Papiergeschmack ab.
Wild argumentiert, dass Papierstrohhalme wenig Sinn machen würden, da sie zu 90 Prozent in der leeren Tüte verbleiben. Besser wäre nach seiner Ansicht, den recycelbaren Kunststoffhalm in der Verpackung zu belassen, damit der komplette Trinkbeutel recycelt werden könne. Der Fokus sollte auf der Recycelbarkeit des Gesamtprodukts liegen, nicht auf dem Verzicht auf einzelne Komponenten.