Polonium bei Ostereier-Suche gefunden: Feuerwehr geht von echtem Gift aus

Polonium bei Ostereier-Suche gefunden: Feuerwehr geht von echtem Gift aus

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Vaihingen an der Enz (Baden-Württemberg) – Gift-Alarm nordwestlich von Stuttgart! Zwei Männer haben am Ostersonntag bei der Ostereier-Suche im Garten ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210“ gefunden. Dabei handelt es sich um ein potenziell tödliches Strahlengift. Doch jetzt stellt sich heraus: Es war gar kein Polonium.

Laut Polizei hat das Umweltministerium das Fläschchen in Vaihingen an der Enz (Baden-Württemberg) noch am Sonntagabend übernommen und gesichert abtransportiert. Das Ministerium sei im Sinne der Gefahrenabwehr zuständig. Rund 138 Einsatzkräfte mit 41 Fahrzeugen waren vor Ort, darunter auch ein Strahlenschutzzug.

Männer wählten nach Fund Notruf

Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Weitere Angaben zu den Männern machte er nicht. Die beiden hätten nach dem Fund den Notruf gewählt.

Die Feuerwehr rückte unter anderem mit einem Fahrzeug mit spezieller Messtechnik in dem Wohngebiet an

Die Feuerwehr rückte unter anderem mit einem Fahrzeug mit spezieller Messtechnik in dem Wohngebiet an

Es hieß zunächst, das Fläschchen sei „echt“

Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen zunächst als „echt“ ein. Das Behältnis passe zum Inhalt. „Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet“, so der Sprecher. Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer, was wiederum dazu passe, dass Polonium 210 ein relativ schwerer Stoff sei. Es werde davon ausgegangen, dass es sich tatsächlich um den extrem gesundheitsschädlichen Stoff handelt.

Polonium für Anschläge eingesetzt

Polonium ist radioaktiv und hochgradig radiotoxisch. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist es vor allem dann gefährlich, wenn es eingeatmet wird oder in offene Wunden gelangt. Putin-Kritiker Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit diesem Gift.

Zunächst waren alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ. Der weiträumig abgesperrte Fundort wurde wieder freigegeben. Die beiden Männer blieben unverletzt.

Umweltministerium gibt Entwarnung

Am Montagnachmittag teilte das Umweltministerium in Baden-Württemberg auf BILD-Anfrage schließlich mit, dass die Experten „nach ersten Plausibilitätsbetrachtungen“ davon ausgehen, „dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 (Po-210) handelt“. Für die messtechnische Verifizierung mittels Alphaspektrometrie wird der Fund nun in die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) nach Karlsruhe gebracht.

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Quelle: NonstopMedia

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