Regina Zindler gestorben – die Stimme hinter Stefan Raabs Hit
Regina Zindler, deren sächsischer Dialekt Stefan Raab 1999 zu seinem einzigen Nummer-eins-Hit inspirierte, ist tot. Die »Maschendrahtzaun«-Frau wurde durch den Song berühmt – und litt darunter.
Regina Zindler ist gestorben. Die sächsische Hausfrau aus Auerbach war in die Fernsehgeschichte eingegangen, weil ihre Worte »Maschendrahtzaun« und »Knallerbsenstrauch« aus einer Gerichtsshow Stefan Raab zu einem Musikhit inspirierten. Der Song erreichte Ende 1999 die Chartsspitze – Raabs einziger Nummer-eins-Hit überhaupt.
Der Weg zum Ruhm war paradox: Als Brainpool-Mitarbeiter 1999 Material für »TV Total« sammelten, stießen sie auf einen Nachbarschaftsstreit in Raabs Lieblings-Gerichtsshow »Richterin Barbara Salesch«. Regina Zindler sächselte dort so unfreiwillig komisch, dass Raab und sein Autor ein Lied daraus machten. Mit der Countryband Truck Stop als Begleitung wurde es ein Millionen-Seller – Zindler erhielt zehn Pfennig pro verkaufter Single.
Doch der Erfolg wurde zur Last. Hunderte Schaulustige strömten zu ihrem Haus, die Medienaufmerksamkeit ließ nicht nach. Sie musste sich psychologisch behandeln lassen, verkaufte schließlich ihr Anwesen und zog nach Berlin. Erst später machte Frieden mit ihrer Berühmtheit – 2014 sagte sie der »Bild«, sie sei Stefan Raab nicht böse. Nach einem letzten Auftritt in Zwickau verstarb Zindler am 5. Mai an Krebs.