Rentenreform wird zur Regierungspriorität
Die Bundesregierung macht die Modernisierung der Altersversorgung zur Chefsache. Neben der gesetzlichen Rente sollen private und betriebliche Vorsorge stärker werden – ein Kurswechsel, der auf Kritik stößt.
Die Rentenreform rückt ganz oben auf die Agenda der Bundesregierung. Kanzleramtschef Thorsten Frei kündigte an, dass die ersten großen Sozialreformen noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen – mit der Rente als oberster Priorität.
Kanzler Merz stellte dabei ein neues Konzept vor: Die gesetzliche Rentenversicherung bleibe zwar das Fundament, müsse aber durch stärkere Anreize für private und betriebliche Altersvorsorge ergänzt werden. Dies sei ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der deutschen Rentenpolitik, sagte der CDU-Chef. Hintergrund ist auch die demografische Realität: Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU, besonders viele Erwerbstätige sind zwischen 55 und 64 Jahren alt.
Grüne Politiker kritisieren die Pläne allerdings scharf. Sie warnen vor sinkendem Rentenniveau und damit verbundener Altersarmut. Die Debatte zeigt: Eine Reform der Altersversorgung ist zwar strukturell notwendig, spaltet aber die politischen Lager erheblich.