Vier Gerüchte im BILD-Check: Will die Regierung wirklich meine Rente kürzen?
Die schwarz-rote Regierung: CSU-Chef und bayrischer Ministerpräsident Markus Söder (58, CSU), Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (57, SPD), Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (47, SPD)
Berlin – Das Rentenpaket der Bundesregierung sorgt für hitzige Debatten. Aber worum geht es eigentlich wirklich? In den Diskussionen wird mit dem ein oder anderen Horrorszenario um sich geworfen, viele sind daher verunsichert und fragen sich: Wird jetzt an meiner Rente gekürzt? Oder anders: Was ändert sich durch das Renten-Gesetz WIRKLICH für Jung und Alt?
BILD räumt mit den vier größten Renten-Gerüchten auf!
Will die Regierung wirklich meine Rente kürzen?
Nein! Weder ist das geplant, noch wäre eine Kürzung der Renten rechtlich überhaupt möglich. Die Rente ist und bleibt sicher, auch das neue Rentenpaket ändert daran nichts.
Geplant ist vielmehr, das sogenannte Rentenniveau – also das Verhältnis zwischen Rente und Durchschnittslohn – bis 2031 auf 48 Prozent festzuschreiben. Damit soll verhindert werden, dass Renten langsamer steigen als Löhne. Heißt: Die Rente wächst weiter, bis 2031 sogar im Gleichschritt mit den Löhnen.
Strittig ist nur: Was passiert danach? Laut Gesetzesentwurf will die Regierung das Niveau auch nach 2031 rund einen Prozentpunkt höher halten als bisher im Koalitionsvertrag vereinbart. Setzen sich die Gegner des Gesetzesentwurfs durch, könnte dies lediglich bedeuten, dass Renten langsamer steigen als Löhne. Heißt: Die Rente wächst weiter – nur eben nicht ganz so stark wie die Einkommen. Ziel: die Rentenkasse langfristig stabil halten.
Ist die CDU gegen das ganze Rentenpaket?
Nein, aber es gibt Zoff. Das ganze Paket enthält drei Teile:
▶ die Aktivrente (CDU-Projekt: steuerfreier Zuverdienst für arbeitende Rentner),
▶ die Mütterrente (CSU-Projekt),
▶ und die 48-Prozent-Haltelinie (SPD-Projekt).
Letztere sorgt für Streit: Denn im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass diese Haltelinie bis 2031 festgeschrieben ist. Die SPD will sie darüber hinaus bei 48 Prozent festsetzen. Experten erwarten durch diese Haltelinie Zusatzkosten von mehr als 100 Milliarden Euro bis 2040. Das lehnt die „Junge Gruppe“ (18 Abgeordnete) der Unionsbundestagsfraktion ab, die Regierung hätte keine Mehrheit für das Gesetz.
Soll die Rente künftig etwas weniger stark steigen?
Geht es nach der „Jungen Gruppe“ in der Unionsfraktion und unzähligen Experten: Ja! Niemand bekommt weniger, aber die Renten sollen langsamer wachsen. Nach 2031 soll die Rentenentwicklung etwas abgebremst werden, um die explodierenden Kosten etwas einzudämpfen.
Rentner würden zwar weiter von Rentenerhöhungen profitieren, aber nicht mehr im gleichen Tempo wie die Löhne. Kurz gesagt: Die Rente würde weiter steigen – nur langsamer. Das ist der Kern des ganzen Streits.
Wird die Rente für alle teurer?
Ja. Das Paket kostet viel Geld. Schon jetzt ist klar: Die Rentenbeiträge müssen steigen – von 18,6 auf gut 20 Prozent bis 2031, später noch mehr. Das bedeutet höhere Abzüge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Gleichzeitig steigen die Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt – Geld, das im Haushalt für Investitionen (zum Beispiel in Schulen, Bundeswehr, Straßen) damit fehlt.
Würde sich die „Junge Gruppe“ durchsetzen, würden genau diese explodierenden Kosten zumindest etwas abgefedert. Folge: Arbeitnehmer hätten mehr Netto vom Brutto, im Bundeshaushalt wäre mehr Spielraum für Investitionen.
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