Rettung auf hoher See: Das erwartet die Astronauten nach der Landung

Rettung auf hoher See: Das erwartet die Astronauten nach der Landung

Rettung auf hoher See: Navy sichert Orion! Crew muss an Bord bleiben

Christina Koch, Reid Wiseman, Victor Glover und Jeremy Hansen zurück auf dem Weg zur Erde

Christina Koch, Reid Wiseman, Victor Glover und Jeremy Hansen zurück auf dem Weg zur Erde

TTS-Player überspringen

Artikel weiterlesen

Houston (USA) – Am Oster-Wochenende hat die Orion-Kapsel den Mond umrundet. Die vier Astronauten entfernten sich dabei 406.771 Kilometer von der Erde – weiter als jemals ein Mensch zuvor. Jetzt sind Reid Wiseman (50), Christina Koch (47), Victor Glover (49) und Jeremy Hansen (50) fast schon zurück auf unserem Planeten, landen in der Nähe von San Diego im Pazifik. Doch vorbei ist ihre Artemis-2-Mission damit noch lange nicht.

Taucher der U.S. Navy legen einen Stabilisierungskragen um die Orion-Kapsel, damit sie im Wasser aufrecht bleibt. Die vier Astronauten bleiben noch in ihrem Raumschiff, während das Bergungsteam die Stabilität prüft und eine Plattform installiert. Schließlich wird die Luke geöffnet– und noch in der Orion findet ein erster medizinischer Check statt. Dabei wird überprüft, ob Wiseman und Kollegen stabil genug sind, um auszusteigen. Erst nach rund einer Stunde wird die Crew schließlich aus der Kapsel geholt und per Hubschrauber auf das Bergungsschiff geflogen, wo einige medizinische Tests folgen. Sie müssen sich erst wieder an die Schwerkraft gewöhnen, manche werden sogar auf Stühlen getragen.

Astronauten fliegen nach Houston

Nach dem Medizincheck fliegen die Astronauten an Land und schließlich weiter zum Johnson Space Center nach Houston. Dort beginnt eine mehrwöchige Phase der medizinischen Rehabilitation und wissenschaftlichen Auswertung. In Houston findet dann auch die große Pressekonferenz mit den Raumfahrern statt.

Ihre Familien dürfen die vier aber voraussichtlich schon am selben Tag oder zumindest innerhalb von 24 Stunden nach der Landung wieder in die Arme schließen. Zuvor müssen die medizinischen Checks jedoch sicherstellen, dass sie die Rückkehr gut verkraftet haben. Das Wiedersehen findet daher oft zunächst unter kontrollierten Bedingungen statt. Bei früheren Apollo-Missionen mussten Astronauten sogar in Quarantäne. Heute ist das nicht mehr nötig.

Artemis knackt Rekord von Apollo 13: Die historischen Momente im Video

Quelle: Nasa

So wirkt sich das Weltall auf den Körper aus

Wenn Astronauten nach Wochen oder Monaten im Weltraum auf die Erde zurückkehren, beginnt für ihren Körper eine völlig neue Herausforderung. Denn was für uns selbstverständlich ist (Schwerkraft), muss der Organismus erst wieder neu lernen. In der Schwerelosigkeit bauen sich Muskeln und Knochen ab, weil sie kaum beansprucht werden. Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa verlieren Astronauten pro Monat im All etwa ein bis zwei Prozent ihrer Knochendichte. Das entspricht in etwa dem Verlauf einer Osteoporose auf der Erde. Auch die Muskulatur wird schwächer – trotz täglichem Training an Bord.

Zurück auf festem Boden fühlen sich viele Raumfahrer deshalb zunächst unsicher. Sie wirken wackelig auf den Beinen, haben Schwierigkeiten beim Gehen und klagen über Schwindel. Der Grund: Das Gleichgewichtssystem im Innenohr hat sich an die Schwerelosigkeit angepasst. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) braucht der Körper Zeit, um diese Funktionen wieder auf die Bedingungen der Erde umzustellen. Auch der Kreislauf spielt verrückt. Im All verteilt sich das Blut anders im Körper, weshalb das Herz weniger arbeiten muss.

Reise zum Mond: Die beeindruckendsten Bilder der Artemis-Mission

Nach zehn Tagen im All schwebt die NASA-Kapsel Orion an riesigen Fallschirmen dem Pazifik entgegen. Vor der Küste Kaliforniens endet die historische Artemis-II-Mission mit einer spektakulären Wasserung.

mehr

Quelle: ddp/Bill Ingalls/NASA/Polaris

Für Astronauten beginnt nun eine intensive Rehabilitationsphase. Unter medizinischer Aufsicht trainieren sie über Wochen oder sogar Monate, um Muskeln, Gleichgewicht und Ausdauer wieder aufzubauen. Laut Nasa gehören dazu gezielte Kraftübungen, Koordinationstraining und regelmäßige Gesundheitschecks.

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

Weiterlesen

Weitere Nachrichten